Zeitreise

Als ich Kind war – in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts – wurde (zumindest gefühlt) überall geraucht: Auf der Straße, in Restaurants, im Fernsehen, im Zug, im Auto, in der Werkstatt … und natürlich auch zu Hause. Ich fand es immer schon eklig und meine Eltern konnten vermutlich ein Lied davon singen, weil ich das durchaus auch in Gegenwart von Freunden oder Verwandten zum Ausdruck brachte. Meine Großeltern, bei denen ich teilweise gelebt habe, rauchten zwar nicht – aber wenn rauchende Bekannte oder vielleicht rauchende Handwerker zu Besuch waren, räumte meine Oma nicht nur den Aschenbecher auf den Tisch, sondern auch die Zigaretten dazu. Als Nichtraucher in der eigenen Wohnung das Rauchen nicht zur zu dulden, sondern in gewisser Weise sogar zu fördern – auf so eine Idee käme ich NIE. Aber damals war es zumindest bei uns so – die Gastfreundschaft stand an erster Stelle.

Als Jugendliche in den 80er Jahren war ich immer noch Nichtraucherin und damit in meiner Umgebung auf ziemlich verlorenem Posten. Ich erinnere mich an Abende in der Jungen Gemeinde, an denen ich von 16 Leuten die einzige Nichtraucherin war. Der Pfarrer rauchte Pfeife (mit Vanillearoma), deren Geruch ich noch ganz angenehm fand, die Jugendlichen rauchten „f6“ oder „Karo“ – und ich habe es gehasst. Nach jedem Abend stanken die Klamotten, die Haare, einfach alles nach kaltem Rauch. Bähh.

Beim Udo-Lindenberg-Konzert im Januar 1990 in Leipzig wurden am Eingang Probepäckchen mit je 5 Zigaretten verteilt. (Auf die Idee käme heute zum Glück keiner mehr.) In der Messehalle herrschte den ganzen Abend dichter Nebel.

Als ich schwanger war, machte ich mit dem besten Ehemann von allen 3 Wochen (Bildungs-)Urlaub in Irland, wo gerade das Rauchen in Pubs verboten worden war. Es war so toll. Man konnte einkehren, ohne sich wie Räucherware zu fühlen. Ich genieße es wirklich, dass man auch in Deutschland inzwischen Essen gehen kann, ohne eingeräuchert zu werden. Und auch in meinem Umfeld sind die Raucher inzwischen deutlich in der Minderheit. Hallelujah! Wer heute noch raucht, tut das meist im Freien (gezwungenermaßen, weil es in vielen Gebäuden nicht mehr erlaubt ist oder freiwillig, weil selbst die Raucher sich am Gestank in der Wohnung stören).

Gestern waren wir mit einer Schulfreundin von Saskia und deren Mutter unterwegs. Das Mädchen geht seit 1,5 Jahren in Saskias Klasse und ist ihre beste Freundin. So weit, so schön. Wir hatten gemeinsam etwas vor und aus organisatorischen Gründen trafen wir uns bei ihnen zu Hause zum Kaffee trinken und um dann gemeinsam loszugehen. Wir kamen um 13:30 Uhr an, der Tisch war gedeckt und während wir etwas tranken und uns unterhielten, wurde die erste Zigarette angezündet. Kurze Zeit später die zweite. Als wir 14:15 Uhr aus dem Haus gingen, folgte Nummer 3 auf dem Weg zur U-Bahn, dann die vierte beim Warten auf dem Bus und die fünfte als wir am Ziel ankamen. Die Veranstaltung dauerte von 15:30 Uhr bis 16:30 Uhr, dann das gleiche Spielchen auf dem Rückweg wieder. Die Kinder äußerten den Wunsch, noch ein bisschen zusammen zu spielen und so kehrten wir auf dem Rückweg nochmal in der Wohnung mit ein. 5 Stunden und 10 Zigaretten nach unserer Ankunft verabschiedeten wir uns und ich stellte fest, dass ich Rauchen inzwischen noch ekliger finde als früher. Ich hatte Kopfschmerzen und fand es einfach nur wi-der-lich. Sämtliche Sachen wanderten wegen akutem Gestank unmittelbar in die Waschmaschine, Saskias und meine Haare wurden noch gestern Abend gewaschen, selbst die Jacken, die nur im Flur hingen, hatten den Geruch angenommen.

Ich fühlte mich mindestens 30 Jahre in die Vergangenheit versetzt, als Rauchen noch gesellschaftsfähig(er) war. Dass eine Mutter ihr eigenes Kind (und deren Freundin und Eltern) den ganzen Nachmittag einnebelt, habe ich zum Glück schon ewig nicht erlebt. Auf dem Tisch und dem Schrank direkt neben dem Tisch standen zwei volle Aschenbecher, das Mädchen hat 1a-Raucherhusten … und ich verstehe es einfach nicht.

Und ich weiß noch nicht so richtig, wie ich damit umgehe. Da es leider mit der Selbstständigkeit der Kinder nicht so weit her ist, ist das Ohne-Eltern-drußen-rumziehen o.ä. leider nicht drin. Und auch diese Freundin wohnt etwa 7km entfernt (und damit im Vergleich zu anderen Mitschülern noch recht nah), also hängen wir Eltern immer mit drin. Ich möchte Saskia nicht ihre Freundin vermiesen, aber auch nicht stundenlang in einer Räucherhütte lassen. Das nächste Mal ist erstmal treffen bei uns angesagt, aber eine Dauerlösung ist das ja auch nicht.

Sonntagsausflug

Als wir heute aufstanden, schneite es in großen Flocken. Das passte recht gut zu unserem geplanten Ausflug, der wieder einmal hier hin führte:

Blick von der Plaza

Allerdings ging es diesmal noch ein Stück höher hinaus …

Aufwärts

… bis in die 12. Etage, von der man einen wunderbaren Blick zur Bühne hatte und so Orchester und Erzähler gut hören und sehen konnte. Musikalisch erzählt wurde die Geschichte „Der Schneemann“.

Elphi - Großer Saal

Wir haben ja schon einige Familienkonzerte aus der Reihe „Discover Music!“ erlebt, in der Elbphilharmonie waren wir aber bislang noch nicht und so wussten wir auch nicht genau, was uns erwarten würde und wie streng würde es wohl in der Elphi beim Familienkonzert zugehen? Mitsingen sei erwünscht, stand in der Beschreibung – aber wie ist es mit Stillsitzen? Würde auch die kleine Tochter unserer Freunde das Konzert durchhalten? Mitgesungen wurde leider nicht soooo stark wie eigentlich gewünscht, aber die Schneeballschlacht im Großen Saal sah schon lustig aus. Und die Geschichte vom Schneemann, der zum Leben erwacht ist sehr hübsch und wurde sehr anschaulich erzählt und auch die Musik gefiel sowohl uns Großen als auch den Kindern.

Alles in allem ein gelungener Nachmittag und wir kennen die Elphi nun auch von innen 😉

Draußen hatte sich der Schnee inzwischen in Wasser aufgelöst und die Kleinste aus unserer Runde war eine Weile traurig über den geschmolzenen Schneemann in der Geschichte.

Mülleimer vor der Elphi

Neverending Story

Nein, ich meine nicht die von Michael Ende und auch nicht die von Limahl, sondern einfach die Geschichte unserer neuen Küche.

Was bisher geschah:

  • Im Mai / Juni 2017 haben wir die Küche geplant und den Kaufvertrag abgeschlossen
  • Ende August / Anfang September sollte die Küche geliefert werden, später hieß es „Mitte September“
  • Aufbautermin 13. / 14. September … und fast alles geht schief. Die Maße stimmen nicht, Teile passen nicht. Anschließend gibt es Telefonate, Mails, Einschreiben und Gespräche mit dem Verkäufer und dem Kundendienst.
  • Am 5. Oktober Vor-Ort-Termin mit dem Kundendienstleiter, um das weitere Vorgehen zu besprechen.
  • 13. Oktober – Montagetermin, damit wir wenigstens die vorhanden Teile nutzen können. Das klappt immerhin, aber es fehlen weiterhin Oberschränke und Nischenrückwände, die Arbeitsplatten sind zu kurz.
  • 24. November – Termin für Endmontage, der dann am gleichen Morgen abgesagt werden soll, weil Teile fehlen bzw. beschädigt sind. Der Termin findet zwar statt, es ist aber natürlich keine Endmontage. Die nachbestellten und extra für uns gebauten Oberschränke sind zu breit.
  • Am 27. November rufe ich mal wieder beim Kundendienst an und bestehe auf einen zeitnahen (spätestens am 11. Dezember stattfindenden) neuen Termin, damit endlich die Nischenrückwände an die Wände kommen und der Elektriker am 12. Dezember die Steckdosen einbauen kann. Es ist der einzige Termin, der von Elektrikerseite vor Weihnachten noch verfügbar ist. Ich erfahre, dass die fehlenden Profilleisten in der 49. KW geliefert werden sollen – voraussichtlich am 5. oder 7. Dezember. „Prima“, sage ich, „dann können wir ja für Freitag, den 8. Dezember gleich einen Montagetermin machen.“ Nein, so einfach ist das natürlich alles nicht. Die Monteure sind ausgebucht bis sonstwann und überhaupt müsse er erstmal klären usw. usf.
    Am nächsten Tag kommt der Anruf, die Lieferung käme zwar wie geplant, die Monteure hätten aber erst am 2. Januar Zeit. WTF?!

    Ich entgegne, dass das inakzeptabel ist und bestehe darauf, zu Weihnachten in der Küche Steckdosen zu haben. Sollten sie nicht in der Lage sein, vorher jemanden zu schicken, beauftrage ich eine andere Firma, die sich mit so was auskennt … und sie dürfen es bezahlen. Fand er auch nicht lustig, aber ganz ehrlich, irgendwann ist auch bei mir Schluss mit lustig. Ein halbes Jahr nach Auftragserteilung würde ich ganz gern mal wieder eine komplette Küche haben. Und der Vorschlag, ich solle doch Verlängerungsschnuren quer durch die Wohnung verlegen, war ebenso inakzeptabel wie sein Vorschlag, sie würden am 2. Januar dann auch auf ihre Kosten einen Elektriker mitbringen. Das nützt mir zu Weihnachten exakt überhaupt NICHTS. Er fragte, wie er uns sonst zufrieden stellen könne. „Mit einem Montagetermin am 8., 9. oder 11. Dezember“, sage ich.

    Am nächsten Tag hatte er dann doch einen Termin für Freitag, den 8. Dezember ab 7 Uhr. Geht doch.

Ende.
Oder etwa doch nicht?

Natürlich nicht. Wäre doch auch langweilig. Ich nahm also Urlaubstag Nummer 6 und blieb daheim. Natürlich stand morgens um 7 keiner vor der Tür. Das wunderte mich nicht. Als um 8 auch keiner da war, wurde ich allmählich etwas ungeduldig. Um dreiviertel 9 rief ich dann an und fragte, ob der Termin denn noch stünde. „Ja, die Monteure suchen noch die Türen für die Oberschränke und die Sockelleisten.“ „Ist ja ’ne tolle Organisation bei Ihnen. Wann kann ich denn mit Ihren Leuten rechnen?“ „Na ja, geben Sie ihnen noch ’ne halbe Stunde zum Suchen und dann ’ne Dreiviertelstunde zu Ihnen …“ „Moment, WO suchen die denn? Ich dachte, Ihr Lager sei im Nachbarort – das sind doch nur 10 Minuten bis hierher.“ „Ach, so nah ist das. Das wusste ich nicht.“ (Nun gut, der Kundendienst sitzt etwa 350km entfernt.)

Irgendwann tauchten dann tatsächlich Monteure auf und hatten sogar Schranktüren dabei. Und Abschlussprofile. Aber keine Sockelleisten, ob die vielleicht hier seien. Einige Leisten waren tatsächlich hier, leider nicht alles. Am Ende des Tages war die Küche dann aber doch weitgehend fertig. Der Elektriker brachte schließlich noch die Steckdosen an und Weihnachten konnte kommen.

Nun fehlen noch etwa anderthalb Meter Sockelleisten und ein paar Öffnungsbegrenzer für die Oberschränke, damit die Türen nicht an die Wand knallen. Aber das ist nun wirklich Kleinkram und wird irgendwann im neuen Jahr erledigt, dachten wir.

Vorige Woche fragte ich mal telefonisch nach, wie es denn aussähe. Oh, er habe einen Termin für uns, sprach der Kundendienstmitarbeiter. Dienstag, den 30. Januar – vormittags. (Ich habe nicht gefragt, wann sie uns den Termin denn mitteilen wollten, wenn ich nicht zufällig angerufen hätte.) „Nein“, sag ich, „vormittags ist ganz schlecht. Ich bin fast täglich ab 15 Uhr zu Hause, da können Sie gern kommen, aber ich nehme nicht schon wieder Urlaub.“ Das ginge nicht, entgegnete er, denn es seien noch 240 Minuten Arbeit. „Für anderthalb Meter Sockelleisten und eine Hand voll Öffnungsbegrenzer?! Das dauert ’ne halbe Stunde, wenn’s hoch kommt ’ne ganze, aber länger ganz sicher nicht.“ „Oh ja, hier steht was von 90 Minuten. Ich korrigier das mal im Computer und melde mich wieder bei Ihnen, sobald ich einen neuen Termin habe, aber ich kann nicht versprechen, dass es am Dienstag was wird.“ Es kam kein Rückruf, stattdessen eine Mail …

Mail vom Kundendienst

Dazu fiel uns nur noch das ein:

Antwortmail

Nach unserer Antwortmail hörten wir Freitag und Montag nichts mehr. „Muss ich wohl nachher mal anrufen und nachfragen.“, sagte ich noch, als wir das Haus verließen. Eine halbe Stunde später – mitten auf dem Weg zur Arbeit klingelte das Handy des besten Ehemanns von allen. Die Monteure standen bei uns daheim vor der Tür. Tja, wir nicht!

Zahnärzte und Wartezeiten

Als Kind im Kindergartenalter hatte ich gute Zähne, irgendwann im Schulalter änderte sich das dann: Karies hier, ein Loch da, eine Füllung dort. Wenn der Schulzahnarzt kam, fand er (oder sie) eigentlich immer etwas und schickte mich dann zu der für mich zuständigen Zahnärztin. Diese Ärztin hatte leider ihren Beruf völlig verfehlt, war absolut empathielos und wäre wohl besser Metzger geworden als ausgerechnet Kinderzahnärztin. Wie oft sie mir tierisch weh getan hat, ich heulend und zitternd im Stuhl saß, habe ich nicht gezählt. Ich erinnere mich an eine Szene, als sie mir auf den Nerv bohrte, ich vor Schmerz und Schreck den Mund zu machte und sie nur meinte: „Du beißt mich nicht nochmal“, sich einen Metallfingerhut überstülpte und weiter bohrte. Dieser Frau verdanke ich viele unnötige Schmerzen und eine jahr(zehnt)elange Angst vorm Zahnarzt.

Inzwischen hat sich mein Verhältnis zu Zahnärzten gebessert – es ist nicht gerade mein liebstes Hobby, aber ich gehe halt hin. Und ich versuche, meine schlechten Erfahrungen nicht auf Saskia zu übertragen.

Nachdem der Schulzahnarzt in der Vergangenheit an Saskias Zähnen nichts auszusetzen hatte, bekamen wir im November einen Zettel, auf dem um Vorstellung beim Kieferorthopäden gebeten wurde mit der handschriftlichen Anmerkung „Spange?“. Das kam nicht überraschend, denn besonders Saskias Eckzähne haben völlig andere Pläne als sich mit anderen Zähnen in eine Reihe zu stellen. Jede Vampirmutter wäre stolz auf diese Zahnstellung … wir eher nicht so. Da wir den Zahnarzt ohnehin schon mal darauf angesprochen hatten und kurz vor Weihnachten noch ein Termin anstand, (wo es unter anderem auch um das Thema gehen sollte,) beschlossen wir, das dann nochmal anzusprechen. Allerdings war die Zahnarztpraxis im Dezember der Meinung, es sei nur eine Zahnreinigung geplant und keine Untersuchung oder ein Gespräch mit dem Doktor – wir sahen nur die Helferin (deren genaue Berufsbezeichnung ich leider schon wieder verdrängt habe „Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin“ ich gerade googeln musste), die Saskia die Zähne reinigte, der Zahnarzt war anderweitig beschäftigt.

Also machten wir einen neuen Termin, um gezielt über das Thema „Zahnspange für Saskia“ zu sprechen. Der Termin war am Montag und wir sprachen nach kurzem Blick in Saskias Mund dann tatsächlich 10 Minuten darüber, dass sie eine Spange benötigt, dass dafür Abdrücke und Röntgenbilder für den Antrag bei der Krankenkasse benötigt werden, dass die Kasse sich beteiligt, wenn die Fehlstellung so gravierend ist, dass es nicht nur ein optisches Problem ist und die Behandlung voraussichtlich ca. 1,5 Jahre dauern wird, wahrscheinlich wird mit einer herausnehmbaren Spange begonnen und später auf eine feste gewechselt.

Wer nun aber denkt: „Schön, dann machen wir doch gleich den Abdruck und die Röntgenbilder“, liegt falsch. Wir machten … einen neuen Termin für Ende Februar. Und ich bin von dieser Art der Terminplanung etwas genervt. Ja, früher saß ich manchmal stundenlang im Wartezimmer, aber dafür wurde dann auch gemacht, was anstand (und gerüchteweise waren auch damals nicht alle Zahnärzte so brutal wie meine). Wenn der Zahnarzt heutzutage beim Kontrollbesuch ein Loch findet, greift er nicht zum Bohrer, sondern zum Terminkalender und man muss wiederkommen. Dadurch minimieren sich zwar die Wartezeiten pro Besuch (meist sind es sowohl bei meinem als auch bei Saskias Zahnarzt weniger als 5 Minuten, diesmal war es eine unglaubliche Viertelstunde!), aber wenn ich dafür x-mal antreten muss, ist der Zeitgewinn dahin. Und wenn wir schon zum Gespräch wegen der Spange kommen, könnte man doch die Zeit für Abdruck und Röntgen gleich mit einplanen, oder?

Sei vorsichtig mit deinen Wünschen …

… sie könnten in Erfüllung gehen.

Seit Jahren wünscht Saskia sich, mit uns Skifahren zu gehen. Woher dieser Wunsch kommt, ist nicht ganz klar (wahrscheinlich zu oft „Conni fährt Ski“ oder ähnliches gelesen), denn eigentlich kennt sie Schnee und insbesondere Skifahrtauglichen Schnee nur vom Hörensagen. Hierzulande kennt man ja eher Nieselpieselregen – im Winter auch mal mit Schneeregen gemischt (aber das ist schon selten) oder des Nachts mal mit „überfrierender Nässe“ und dem daran gekoppelten Chaos. Aber ich schweife ab.

Saskia lag uns jedenfalls in den Ohren, sie wolle Ski fahren. Vor knapp zwei Jahren war sie dann auf einer Ski-Freizeit der örtlichen Körperbehindertenschulen (worüber ich irritierenderweise gar keinen Blogbeitrag finde). Sie hatte Spaß dabei, war aber gleichzeitig enttäuscht, weil es dort ja keine echten Skier für sie gab, sondern die – auch für Rollifahrer geeignete – Monoski-Variante. Okay, dann versuchen wir es eben mal mit dem Skifahren – nur wann und vor allem wo? Die Orte, die mit sinnvollem Aufwand erreichbar sind, sind nicht schneesicher – schon gar nicht Anfang März, wenn Saskia Ferien hat. Und einen riesigen Aufwand betreiben und fast 1000 km fahren, um dann festzustellen, dass es womöglich gar nicht klappt mit dem Ski fahren, ist ja auch doof.

Und davon, dass es klappt, war ich nicht wirklich überzeugt. Schließlich braucht man zum Skifahren ja nicht nur Schnee und die richtige Ausrüstung, sondern auch ein bisschen Übung. Und genau das ist leider gar nicht Saskias starke Seite. Sie geht davon aus, dass sie alles auf Anhieb kann. Wenn das nicht der Fall ist, ist sie aber auch nicht bereit, mal zu probieren und zu üben. Und wir Eltern sind nun auch nicht gerade die perfekten Skifahrer. Ich habe Verwandtschaft in Thüringen und als Kind bin ich durchaus mit einiger Begeisterung in den Winterferien Ski gefahren. Allerdings war das damals auch irgendwie unkomplizierter: Normale, stabile Stiefel und ein paar Skier mit Seilzugbindung … und schon gings los, über Berg und Tal, übers Feld und durch den Garten oder auch mal den Schieferbruch runter. Im Erwachsenenalter habe ich nur ein einziges Mal auf Skiern gestanden und das ist 20 Jahre her. In Erinnerung ist mir, dass ich die neumodischen Ski-Stiefel furchtbar fand und überhaupt nicht klar kam. Danach gab es dann keine weiteren Versuche.

Im Moment hat Saskia ja noch Weihnachtsferien und wir überlegten wieder einmal, wie wir ihr denn den Wunsch Ski zu fahren erfüllen könnten. Letztlich fiel mir dann doch eine schneesichere Variante in der Nähe ein: Eine Indoor-Skihalle. Ja, ja, das ist beinahe Blasphemie, das ist mir schon klar. Aber auf diese Weise könnten wir mit relativ geringem Aufwand ausprobieren, ob und wie das mit Saskia (und uns) und dem Ski fahren überhaupt funktioniert. Wir suchten uns also einige Sachen zusammen und machten uns auf den Weg in den Schnee.

Beim Ausleihen der erforderlichen Ausrüstung stellte ich mal wieder fest, dass meine Beine nicht nur generell stiefelinkompatibel sind, sondern Skistiefel noch mal eine ganz spezielle Nummer sind. Die ersten passten gar nicht, die nächsten gingen mit Ach und Krach einigermaßen zu, nachdem ich von Jeans auf Skihosen gewechselt war und die nächsten (die dann eine Nummer größer waren), gingen zwar zu, quetschten mir aber die Schienbeine so fies, dass mir an dieser Stelle schon der Spaß verging. Diese seltsam nach vorn geneigte Beinstellung (die offenbar so sein soll), trägt auch nicht gerade zur Bequemlichkeit bei, finde ich. (Ich will meine alten Skier mit Seilzug wieder!) Es dauerte fast eine Stunde, bis wir endlich in einigermaßen passenden Schuhen steckten und zur Ausgabe der Skier humpeln konnten. Saskia war ebenfalls nicht besonders begeistert vom Komfort ihrer Schuhe und dem besten Ehemann von allen verging vermutlich allein durch unser Gejammer allmählich auch die gute Laune. Aber nun waren wir hier – nun würden wir das auch durchziehen.

Das erste Mal auf Skiern

Saskia fand allerdings schon das Geradeauslaufen mit Skiern so anstrengend, dass sie sich entweder sofort hinsetzen oder zum Lift wollte. Das hätte allerdings bedeutet, dass wir dann einen relativ steilen Hang wieder runter fahren müssten – und dazu war realistisch betrachtet keiner von uns in der Lage. Also erstmal zum Anfängerhügel. Hier gab es keinen Lift, also kletterten wir mühsam den flachen Anstieg nach oben. Begeisterung sieht aber irgendwie anders aus.

Wer runter will, muss erstmal hoch ... mit Skiern

Recht schnell kam der Ruf nach Essen und Trinken und wir verließen die Halle erstmal wieder. Und nun? Wagen wir nach der Stärkung eine zweite Runde? So richtig Lust hatte keiner dazu und irgendwie graute uns auch davor, wieder in die schweren harten Stiefel steigen zu müssen. Also guckten wir uns noch eine Weile um und liehen uns schließlich einen Tubing-Reifen aus. Mit dem musste man zwar auch erstmal nach oben …

... oder auch mit Tubing-Reifen

… aber die Abfahrt war deutlich lustiger als unsere Versuche auf Skiern, so dass der Ausflug dann doch noch ein gutes Ende hatte.

Lustiger Ausklang

Eine Dreiviertelstunde später waren wir daheim mit dem Fazit: Winterurlaub können wir gern machen, Skifahren muss aber vorläufig nicht (wieder) sein.

Jahresrückblick 2017

Das Jahr ist beinahe zu Ende und damit ist mal wieder Zeit für einen kleinen Rückblick.

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

Es fing gut an – mit tollen Erlebnissen wie Curaçao im März und bis zum Sommer war es wirklich gut. Auch die Küchenrenovierung lief besser als gedacht, die Fliesenleger waren schnell, die Fliesen gefallen mir, die leuchtend grün-türkise Wand in der Essecke war zwar gewöhnungsbedürftig, inzwischen gefällt sie uns aber ziemlich gut.
Ab September war dann allerdings der Wurm drin – der neue Tagesablauf, der mir buchstäblich in den Knochen steckt, die vielen Tage, die für Küchenmontage-Nacharbeiten drauf gingen und gefühlt überhaupt keine eigene Zeit mehr, lassen mich momentan ziemlich auf dem Zahnfleisch gehen.
Insgesamt also zwischen 6 und 7, würde ich sagen: 6,5

Zugenommen oder abgenommen?

Im Frühjahr und bis zum Sommerurlaub abgenommen, dann gehalten, dann stressbedingt weiter gehalten mit leichter Tendenz nach oben. Über Weihnachten dann nochmal sagenhafte 2,5kg drauf! – Das hab ich auch noch nie geschafft. 😦
Insgesamt etwas abgenommen – es ist trotzdem zu viel.

Haare länger oder kürzer?

Etwa gleich.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Weder noch.

Mehr Kohle oder weniger?

Die Gewerkschaft hat sagenhafte 2,1% mehr Gehalt ausgehandelt. Also mehr 😉

Mehr ausgegeben oder weniger?

Curaçao, neue Fliesen, Maler und Küche … ist eine ganze Menge. Aber trotzdem vermutlich weniger als 2016. Zumal die Küche noch nicht bezahlt ist.

Mehr bewegt oder weniger?

Ich habe versucht, mehr Bewegung in den Alltag einzubauen, denn mit dem Sport und mir ist es ja (abgesehen vom Square Dance) so eine Sache – das klappt einfach zu selten und zu unregelmäßig. Das mit der Bewegung im Alltag klappt zumindest einigermaßen und ist auf jeden Fall ausbaufähig. In den vergangenen 2-3 Wochen habe ich mich meine 10.000 Schritte öfter mal nicht erreicht und das nervt mich. Im Durchschnitt liege ich aber darüber.

Die teuerste Anschaffung?

Eine neue Küche. Die noch nicht bezahlt ist – aus Gründen.

Die meiste Zeit verbracht mit?

Saskia und dem besten Ehemann von allen. Und leider zu wenig Zeit mit Freunden – da besteht Änderungsbedarf.

Vorherrschendes Gefühl 2017?

Uff. Reicht jetzt langsam. Ich bin urlaubsreif.

2017 nach langer Zeit wieder getan?

Lange Zeit ist ja relativ.
Nach 2,5 Jahren wieder mit der Familie auf Curaçao gewesen und mit Delfinen geschwommen.
Nach 20 Jahren wieder mal eine Küche geplant und gekauft.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

Die Magen-Darm-Geschichte, die mich im Sommer für einen Tag völlig umgehauen hat.
Das Theater mit der Küche.
Die neuen Schulzeiten.

Lieblingsblogs des Jahres?

Seit Jahren und immer noch: Suomalainen Päiväkirja – Karens finnisches Tagebuch

Ebenfalls seit Jahren:
Gut gebrüllt und
Elisabeth mit Robert
Frau … ähh … Mutti macht leider gerade eine längere Blogpause. Ich hoffe, sie kommt (bald) zurück. Instagram ist einfach nicht das Gleiche!
Rabensalat – Frau Rabes Jahr war noch viel anstrengender als meins. Ich wünsche ihr sehr, dass sich der Stress gelohnt hat. Alles Gute für die Verteidigung und den hoffentlich bald gefundenen neuen Job!

Tanja mit Niklas
Oles Blog
Liebe Andrea, ich mache mir Sorgen und hoffe, dass 2018 besser wird als 2017. Krebs braucht wirklich kein Mensch – ab jetzt bitte nur noch „Ponyhof“.

Fazit:

2017 war anstrengender als erwartet. Etwas mehr Ruhe und Zeit für uns als Familie und für jeden Einzelnen wäre im neuen Jahr schön.

Fürs neue Jahr ist noch wenig geplant – große Reisen stehen 2018 eher nicht an. Bauarbeiten? Vielleicht. Treppenhaus und Windfang wären da noch. Eigentlich überschaubar, aber das habe ich beim Küchenkauf auch gedacht und dann hat es uns viel länger beschäftigt als gedacht.

Größter Wunsch fürs kommende Jahr?

Weiterhin gesund bleiben. Weiterhin ein anfallsfreies Kind und noch mehr Fortschritte in Saskias Entwicklung (und mehr Selbstvertrauen für sie). Mehr Zeit für uns. Mehr Zeit mit Freunden. Und endlich weniger Chaos im Haus.
Ach ja – der Weltfrieden wäre da natürlich auch noch.

Ich wünsche uns allen ein gesundes neues Jahr!

2011, 2012, 2013, 2014 ,2015, 2016

Alle Jahre wieder …

Auch in diesem Jahr war ich mit Saskia am Mittag in der Kirche zum Krippenspiel und Weihnachtsliedersingen und es war klar, dass es irgendwann Geschenke geben würde. Bei uns bringt die der Weihnachtsmann und auch wenn Saskia überzeugt war, dass er sie sicher in der Nacht vom 23. zum 24. Dezember bringen würde, mussten wir ihr erklären, dass es ganz bestimmt nicht vor dem 24. Dezember nachmittags sein würde.

„Wir trinken mit der Oma Kaffee und essen Plätzchen (die Saskia und der beste Ehemann von allen nach dem Kirchbesuch noch gebacken hatten), dann gehen wir noch ein bisschen raus und dann kommt irgendwann auch der Weihnachtsmann.“

„Bestimmt kommt er, wenn wir gerade spazieren gehen.“ (Ja, seltsamerweise war das in den vergangenen Jahren immer der Fall. Warum eigentlich? 😉 )

Saskia hat dafür auch eine Erklärung: Die Wichtel gucken nach, wann die Menschen das Haus verlassen. Und wenn dann niemand zu Hause ist, sagen sie ganz schnell dem Weihnachtsmann Bescheid, damit er die Geschenke bringen kann, ohne gesehen zu werden. Denn zum einen ist er fotoscheu und zum anderen hat der Weihnachtsmann zu Heiligabend natürlich wahnsinnig viel zu tun, da kann er nicht noch mit allen plaudern.

In diesem Jahr stand allerdings kein Sack mit Geschenken unterm Baum – dafür gab es eine Karte:

Gruß vom Weihnachtsmann

Scherzkeks

und nach irritiertem Blick dann doch noch eine Menge Geschenke.

Geschenke

Hier kommt die Maus

Frohe Weihnachten allerseits!

Oh Tannenbaum