Ein freier Tag …

Nachdem ich mich gestern noch über meine neue Krone gefreut hatte, war da gleichzeitig das Gefühl: „Irgendwas ist da so komisch rau.“ Zahnarzt und Helferin guckten nach, fanden nichts Ungewöhnliches und empfahlen, erstmal abzuwarten, weil sich das seltsame Gefühl sicher in den nächsten Tagen geben würde. Sonst könne ich ja wieder kommen. Hmmm. Gestern Abend hatte ich dann plötzlich einen harten Krümel im Mund und die Zunge meldete: „Großes Loch in der Nähe der Krone.“ Ach nöö!

Heute früh war ich dann um 3 Uhr wach und statt mich einfach umzudrehen und wieder einzuschlafen, grübelte ich darüber nach, wann und wie ich heute einen Zahnarzttermin unterbringen kann. Irgendwann schlief ich dann auch wieder ein.

5:20 Uhr klingelte der Wecker, 7 Uhr stieg Saskia in den Schulbus und der beste Ehemann von allen brach zu seiner Dienstreise auf. Ich erledigte ein bisschen Kleinkram und rief kurz nach 8 zunächst den Zahnarzt an, um einen Termin für den Nachmittag zu vereinbaren, schrieb eine SMS an eine Freundin, um Saskia für diese Zeit unterzubringen und rief die Telefongesellschaft an, die es seit 3 Wochen immer noch nicht geschafft hat, mir eine Ersatzkarte für die im abhanden gekommenen Handy befindliche SIM-Karte zu schicken. Das nervt. Ich habe eine zweite Karte (anderer Anbieter), die nach 3 Tagen ersetzt war – bin also erreichbar, kenne aber meine derzeitige Nummer nicht und muss jedesmal irgendwo nachsehen. Die andere ist meine Hauptnummer, die auch auf sämtlichen Kontaktdaten in der Schule, beim Busunternehmen, bei der Lebenshilfe usw. angegeben ist. Und ich möchte endlich unter dieser Nummer wieder erreichbar sein. Kann doch nicht so schwer sein, meine Güte.

Dann war es dreiviertel 9 und ich fuhr zu Saskias Schule, holte meine Tochter ab, fuhr mit ihr zum SPZ, brachte sie zweieinhalb Stunden später zurück zur Schule, fuhr wieder nach Hause, erledigte unterwegs den Einkauf und machte mir ein schnelles Mittagessen.

Gegen 13 Uhr rief meine Mutti an und fragte, ob ich sie heute besuchen würde, was ich bejahte, dann wurde sie zu einer Untersuchung abgeholt. Ich fuhr wieder zur Schule, holte Saskia ab und fuhr mit ihr zu meiner Mutti ins Krankenhaus. Als wir kurz nach 3 auf der Station ankamen, war sie allerdings nicht da. „Sie ist beim CT.“ hieß es und man wisse nicht, wie lange das noch dauern würde. Na großartig. Uns lief leider die Zeit davon. Aber ändern konnten wir es nicht. Also nochmal raus und eine Runde gedreht bis zum nächsten Eisladen. Als wir eine halbe Stunde später wieder zurück waren, war auch meine Mutti im Zimmer und wir konnten noch 5 Sätze reden, bevor wir den Heimweg antreten mussten, denn schließlich hatte ich ja um 16:30 Uhr einen Zahnarzttermin. Wenn man am Krankenhaus 15:50 Uhr aufbricht, kann das allerdings knapp werden. Wenn auf der Autobahn ein größerer Stau ist, erst recht. Ich rief also beim Zahnarzt an, dass es später würde, warf um 16:47 Uhr Saskia bei der Freundin raus und war kurz vor 5 beim Zahnarzt (wo ich glücklicherweise nicht die Einzige war, die wegen des Staus zu spät kam).

Der verschluckte sich glatt an seinem Kaffee, als ich auf die Frage, ob die Krone zu hoch, zu breit oder sonstwie unangenehm sei und das abschließende: „Was haste?“ antwortete „Ein Loch im Zahn neben der Krone.“ Der Ersatz der rausgefallenen Füllung war dann zum Glück schnell erledigt und so war ich kurz nach 6 wieder bei der Freundin, um Saskia abzuholen. Wir blieben noch ein paar Minuten, weil die Kinder gerade schön spielten und waren schließlich kurz vor 7 daheim.

Insgesamt ca. 130 km Auto gefahren, gefühlt fast den ganzen Tag nur im Auto gesessen und viel zu wenig getrunken. Jetzt bin ich platt.

Meiner Mutti geht es soweit gut, im Moment wird überlegt, ob sie morgen oder übermorgen entlassen wird. Ihre Arme haben allerdings so viele blaue Flecke und Einstichlöcher, dass sie besser in keine Drogenkontrolle geraten sollte.

Normale Station … und anderes

Meine Mutti hat die Nacht gut überstanden und wurde heute auf die normale Station verlegt. Danke an alle, die ihr die Daumen gedrückt haben. Heute Nachmittag sollte noch ein CT gemacht werden, vielleicht bringt das ja noch neue Erkenntnisse. Morgen werde ich sie mit Saskia besuchen gehen und dann sehen wir mal, wie es weiter geht. Dass sie ihren Geburtstag (am Donnerstag) daheim verbringt, halte ich allerdings für unwahrscheinlich.

Ich durfte mir heute meine neue Krone abholen und finde das Gefühl im Mund noch sehr ungewohnt.

Und die Krankenkasse teilt mit, dass sie gut 3000 € für Saskias kieferorthopädische Behandlung übernehmen wird. Dann kann es also losgehen. Ich bin sehr gespannt, wie es mit Saskia und der Zahnspange laufen wird. So schief wie ihre Zähne teilweise stehen, ist zumindest die Notwendigkeit der Behandlung unstrittig.

Moderne Medizin

Nachdem am Wochenende im Krankenhaus nichts passierte und meiner (mit den Überwachungskabeln buchstäblich ans Bett gefesselten) Mutti etwas langweilig war, wurde es heute wieder spannend. Am Morgen gab es Röntgenbilder vom Brustbereich, später dann Ultraschall und schließlich eine Herzkatheter-Untersuchung. Bei dieser wurde dann zunächst ein weiterer Arzt hinzugezogen und schließlich beschlossen, die Patientin aus dem Kleinstadt-Krankenhaus in ein sehr großes Krankenhaus in der Großstadt zu verlegen, wo es bei eventuellen Problemen mehr Möglichkeiten gibt. Dort gab es dann Katheter-Untersuchung Nummer 2 und bei der Gelegenheit auch gleich vier neue Stents.

Meine Mutti rief mich dann kurz nach Ende der Untersuchung an und ich war am Abend noch eine halbe Stunde bei ihr auf der Intensivstation. Wenn über Nacht keine Komplikationen auftreten, wird sie irgendwann morgen auf die normale Station verlegt. Also hoffe ich einfach mal, dass alles ruhig bleibt und ich sie das nächste Mal dort besuchen kann.

Zimmer mit Vollpension

Statt wie geplant zu einem Konzert fuhr ich heute Abend einem bunten Krankenwagen in den Nachbarort hinterher – der gelbe Hubschrauber hatte sich mit den zwei freundlichen Männern mit der Aufschrift „Luftrettung“ auf dem Rücken schon wieder davon gemacht. Den Rest des Abends verbrachte ich im Wesentlichen mit Warten: Erst eine relativ kurze Zeit im Wartebereich vor der Notaufnahme, später dann in einem Raum in der Notaufnahme, wo vor ziemlich genau 10 Jahren Saskias Augenbraue genäht wurde. Diesmal saß ich allerdings neben meiner Mutti, die mit allerei Sachen gedopt wurde, weil die Ärzte einen Blutdruck von über 200/100 und Schmerzen in der Brust nicht lustig fanden.

Es geht ihr gut, solange sie sitzt oder liegt, die kleinste Anstrengung ist allerdings mit ziemlichen (brennenden) Schmerzen verbunden. Mal sehen, was den Ärzten in den nächsten Tagen dazu einfällt, zunächst mal hat sie jetzt ein Zimmer mit Vollpension gewonnen.

2. Adventswochenende

Da es mir am Wochenende zwar besser ging als an den Tagen davor, ich aber von „gut“ noch ein Stück entfernt bin und der beste Ehemann von allen inzwischen auch etwas angeschlagen ist, verbrachten wir ein recht ruhiges Wochenende. Es war relativ kalt, aber freundlich – der Raureif auf Pflanzen auf der Nordseite hielt sich den ganzen Tag.

Raureif

Kurz vor Sonnenuntergang gingen wir gestern dann doch mal ein bisschen raus. Es war angenehm, mal wieder richtig durchatmen zu können – ohne zu husten und ohne das Gefühl zu haben, der ganze Hals ist voller Schleim. Die kalte Luft war wirklich angenehm.

Dass der Teich zugefroren war, überraschte uns dann aber doch.

Raureif am zugefrorerenen Teich

Die Enten hatten sich alle an einer Ecke des Teiches versammelt, die nicht zugefroren war und machten einen ziemlich ausgehungerten Eindruck, als wir dort erschienen. Ich glaube, satt geworden sind diesmal nicht alle.

Enten-Überfall

Abendstimmung

Als wir heimgingen, zogen Nebelschwaden über die Wiesen – es wirkte sehr verwunschen. Der Mond war aufgegangen und hatte noch einen kleinen Stern mitgebracht. (Seht ihr ihn zwischen den Zweigen? Es dürfte die Venus gewesen sein, die sich da im Süden zeigte.)

Der Mond ist aufgegangen ...

Der heutige 2. Advent verlief ähnlich ruhig – ohne Weihnachtsmarktbesuch o.ä., was wir eigentlich geplant hatten. Und auch noch immer mit sehr wenig Weihnachtsdeko am und im Haus. Inzwischen geht es mir aber (abgesehen von sehr üblen Hustenanfällen) besser, der Kopf ist wieder klar, ich werde die „Männergrippe“ wahrscheinlich überleben und vielleicht morgen doch mal für etwas vorweihnachtliche Dekoration im Hause sorgen.

Heute reichte die Energie nur zum Ausschneiden virtueller Schneeflocken.

Schneeflöckchen ...

Wer sich daran auch mal versuchen möchte: Bitteschön – hier geht es lang.

In diesem Sinne allen einen schönen zweiten Advent!

Gleichberechtigung mal anders

Es gibt ja immer mal wieder Lästereien über Männer, die an einer „Männergrippe“ – auch bekannt als „gewöhnliche Erkältung“ fast sterben. Das kann man lustig oder männerfeindlich finden. Die meisten Männer überleben dann doch und dann ist es auch wieder gut. Beim besten Ehemann von allen habe ich noch keine übermäßige Neigung zur Männergrippe festgestellt, dafür hat es mich diesmal ziemlich übel erwischt.

Freitag vor einer Woche waren wir abends noch spontan im Restaurant essen und ich saß etwas ungemütlich „im Zug“. Das führte zu leichtem Kratzen im Hals, aber damit hätte es eigentlich auch gut sein können. Am Sonntag hatte es dann allerdings Saskia erwischt. So sehr, dass sie am Nachmittag nicht wie geplant zum Kindergeburtstag gehen konnte, sondern schlapp auf dem Sofa rumlag. Mit Beginn der neuen Woche ging es dann allen wieder relativ gut … bis am Mittwoch die Handwerker kamen und die Rollläden austauschten. Was zur Folge hatte, dass ab 8:30 Uhr bis gegen 17 Uhr permanent die Terrassentür und mindestens ein Fenster im Arbeitszimmer oder die Balkontür im Kinderzimmer offen standen. Mit dem Ergebnis, dass es im ganzen Haus eiskalt war und ich mir bei der Gelegenheit den Rest geholt hab, der mir zu einer ausgewachsenen Rüsselpest noch fehlte.

Donnerstag habe ich mich morgens noch zum Arzt geschleppt und ansonsten die vergangenen zwei Tage auf dem Sofa oder im Bett verbracht. Für „nur eine normale Erkältung“ fühl(t)e ich mich ganz schön erschlagen und frage mich: Kann man (im Zuge der Gleichberechtigung) als Frau eigentlich ’ne fast tödliche Männergrippe bekommen?

Blutspender dringend gesucht!

Dieser Artikel hat nicht unmittelbar mit meiner eigenen Familie zu tun. Wir sind im Moment alle gesund.

Es gibt aber Menschen, die Unfälle haben, operiert werden müssen oder krankheitsbedingt auf bestimmte Blutpräparate angewiesen sind. Und die Blutkonserven sind derzeit (teilweise extrem) knapp. Daher mache ich hier und heute einmal Werbung fürs Blutspenden. Das geht zum Beispiel beim DRK – auf der Webseite www.blutspende.de erfährt man, wann und wo man in der Nähe spenden kann und was man wissen muss.

Blutspende-Barometer Nordost

Dieses Bild des Blutspende-Barometers stammt vom Blutspendedienst Nordost, in anderen Gebieten Deutschlands sieht es aber nur geringfügig anders aus. Also rafft euch auf, wenn ihr über 18 und unter 65 Jahre alt und gesund seid und gebt euer Bestes, denn für Blut gibt es keinen künstlichen Ersatz.

P.S.: Falls sich jemand fragt, ob ich mit gutem Beispiel voran gehe – ich war vor 4 Wochen spenden, darf also frühestens Mitte Oktober erneut.