Verzweiflung und Hilflosigkeit

Heute war der Dachdecker da – nur zum Gucken, nachdem der beste Ehemann von allen ihn gestern angerufen hatte. Und er ist angefressen, weil wir einen Anwalt eingeschaltet haben. Ach was?! Wir haben ihm das Problem Anfang April gemeldet, dann war einer seiner Mitarbeiter auf dem Dach und fand nichts, dann passierte trotz unserer Bitte, dass der Chef sich melden möge wochenlang gar nichts. Dann riefen wiederum wir an, machten einen Termin, an dem er erschien, aber nur um einen neuen Termin zu machen, zu dem er nicht erschien und sehr kurzfristig absagte. Seitdem wieder anderthalb Wochen Funkstille und nun ist er sauer, weil wir einen Anwalt einschalten? Geht’s noch?

Hätte er vor zwei Jahren ordentlich gearbeitet, gäbe es die Probleme gar nicht. Und hätte er nicht versucht, das Problem auszusitzen und uns am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen, könnten wir uns die Anwaltskosten sparen. Wir sind ganz bestimmt nicht scharf darauf, es so zu regeln.

Der Termin heute verlief dann wie befürchtet: Vorm Urlaub passiert nichts mehr, das Dach gammelt also fröhlich weiter und er will unbedingt von oben aufmachen, was wir ausdrücklich nicht wollen. Also nächste Runde mit Anwalt und Sachverständigem. Ganz toll.

Ich schlafe inzwischen kaum noch, weil man die Gedanken nicht los wird, wahrscheinlich züchte ich mir ein feines Magengeschwür oder einen Nervenzusammenbruch und wir haben fast keinen Einfluss darauf, wann und wie es weiter geht.

Es ist absolut zum Kotzen!

Eingebauter Schaden?

Ich frage mich gerade, ob das Dach gar nicht undicht ist, sondern die Feuchtigkeit von vornherein im Dämmmaterial steckte. Immerhin lag das vor zwei Jahren ja wochenlang auf dem Dach – und zwar nicht immer gut und wasserdicht verpackt.

Wir erinnern uns:
Chaos auf dem Dach

Das mir mein Schlusssatz aus einem damaligen Blogbeitrag aber mal so böse auf die Füße fallen würde, hätte ich auch nicht gedacht.

Wenn also die Dämmung vorher feucht war und nun nahezu luft- und wasserdicht verpackt in unserer Decke steckte, könnte sich das Wasser ja wie in einem Schwamm im Laufe der Zeit nach unten bewegt haben. Der Vorteil wäre, dass wir in diesem Fall vielleicht nicht an die eigentliche Dachhaut ran müssten. Die Dämmung muss aber vermutlich auf jeden Fall raus … und die ketzerische Frage wäre dann: „Nur“ über dem Schlafzimmer oder auch über dem Rest des Hauses (falls es ein „systematischer Fehler“ ist)?

Der Anwalt hat jedenfalls einen freundlichen Brief an die Dachdecker geschrieben – schauen wir mal, ob sich jetzt irgendetwas bewegt.

 

Auf zum papierlosen Büro!

Wenn ich meinen Schreibtisch so ansehe (oder besser gesagt: die Papierberge, unter denen er verborgen sein dürfte), ist es bis zum papierlosen Büro noch ein ziemlich weiter Weg. Aber einen wesentlichen Schritt habe ich heute gemacht: Ich habe unsere Steuererklärung ausschließlich online abgegeben und angekreuzt, dass ich auch keine Dokumente nachreichen möchte. Das war so toll, dass mir mein Steuerprogramm spontan gratulierte:

Steuer

Die Frage, ob mir das Programm gefallen habe, halte ich allerdings für etwas schrägen Humor. Liebe Firma Buhl, ich mache seit 20 Jahren meine Steuererklärung mit dieser Software – Spaß macht es trotzdem nicht, aber das liegt weniger an der Software als an der Sache an sich. (Und dem eben nicht papierlosen Büro.)

Ansonsten hatten wir heute einen Termin beim Anwalt, der unseren Dachdeckern etwas Dampf machen soll, damit sie den Mist über unserem Kopf in Ordnung bringen. Und im Nachgang zu diesem Termin habe ich viele, viele Seiten Verträge und Rechnungen durchgesehen und versendet … zum Glück ebenfalls zur elektronisch.

Versetzt

Wenn einem die Dachdecker den seit Wochen geplanten Termin zur Dachöffnung per Mail am Vorabend um 18 Uhr (wegen Krankheit und Urlaub) absagen und nicht mal den Allerwertesten in der Hose haben, uns das auf irgendeiner unserer zahlreichen bekannten Telefonnummern persönlich (oder wenigstens per Anrufbeantworter) mitzuteilen, dann kann ich mir schon verschaukelt vorkommen, oder? Ich habe es am späteren Abend dann eher zufällig gelesen – zu spät, um dem Sachverständigen abzusagen, der auch mal einen Blick ins Dach werfen sollte. Tja.

Also warfen der beste Ehemann von allen und der Sachverständige ohne Dachdecker einen Blick unter die Dämmung und ich kann nur sagen: „Igitt, das ist wirklich eklig.“

Morgen führt uns der Weg dann zum Anwalt, was ich gern vermieden hätte, aber anscheinend geht es nicht anders. Die Dachdecker scheinen den Eindruck zu haben, sie können das aussitzen, denn bisher glauben sie ja ohnehin nicht, dass wir ein ernstes Problem haben.

Schwarze Suppe

Wasserschaden

Bevor morgen die Dachdecker kommen und das Dach aufreißen, um von oben reinzugucken, woher die Nässe kommt, hatten wir heute die Tischler zu Besuch, um einen Teil der Paneele an der Schlafzimmerdecke zu entfernen.

Unser Plan war, das möglichst mit wenig Schaden zu öffnen, die schadhafte Stelle zu suchen und zu finden und später die Decke wieder verschließen zu können. Im Moment sieht es so aus, als stünden wieder einmal größere Bauarbeiten an, denn die entfernten Paneele sehen nicht gut aus. Und der Geruch! Nicht schön.

Zunächst mal fielen mir heute morgen die Wellen an der Decke auf.

Wellen in der Decke

Die hatten wir bisher noch nicht entdeckt, aber nun, wo keine Lampe davor hängt, sah es sehr wellig aus. Dann entfernten die Tischler das erste Brett, dem man schon von unten die Feuchtigkeit ansah, von oben sah es auch nicht besser aus. Die Nachbarpaneele hatten teilweise schon leichte Schimmelanzeichen auf der Rückseite und der Geruch im Schlafzimmer ist derzeit selbst bei geöffnetem Fenster einfach „Bäh“.

Wasserfleck

Und auch die Befestigungshaken sahen aus, als hätten sie ein sehr feucht-fröhliches Leben an unserer Decke gehabt. Das sollte nach 2 Jahren unter einem frisch renovierten Dach nicht so sein.

Paneelbefestigung

Ich hab dann direkt mal den damaligen Bauleiter für morgen mit dazu gebeten und bin sehr gespannt, wie das alles weiter geht (wer das alles bezahlt, wann das wie repariert wird und überhaupt). Erstmal gehe ich dann wohl Umzugskartons packen. Und erwähnte ich schon, dass ich keinen Bock mehr auf diesen Mist habe?

Haus steht noch … und wir haben auch wieder Strom

Dienstag um 15 Uhr war der früheste Termin, an dem der Rollladen-Bauer Zeit hatte, um sich das Problem anzusehen. Na gut, den einen Tag würden wir nun auch noch ohne Spülmaschine und ohne funktionierende Steckdosen in der Küche durchhalten – immerhin haben wir da ja eine gewisse Übung.

Als ich kurz nach halb drei nach Hause kam, wurde ich schon erwartet. Der Rollladen-Bauer guckte sich alles an, verstand genau wie wir nicht, was das eigentlich los war, schloss schließlich die Rollläden an einen anderen Stromkreis an und stellte fest, dass sie problemlos funktionierten. Hmmm?! Und nun? Die Rollläden funktionierten, der Stromkreis jedoch funktionierte auch ohne die Rollläden nicht. Auch nicht nach Aus- und Wiedereinschalten der Sicherungen und FI-Schalter. Der Fi-Schalter reagierte auch nach wie vor nicht auf Drücken der Test-Taste und irgendetwas knisterte im Stromkasten, wenn man die Taste ein paar Mal drückte. Seltsam. Aber wohl doch eher ein Fall für den Elektriker, entschieden wir schließlich. Den rief ich dann noch im Beisein des Rollladen-Bauers an und bekam den Tipp, lieber die komplette Stromversorgung vom Netz zu nehmen. Okayyy… Ich schaltete also die Hauptsicherung aus, schickte den Rollladen-Bauer nach Hause und wartete auf den Elektriker-Notdienst.

Der erschien gegen 16:30 Uhr, hörte sich das Problem an und tauschte schließlich den FI-Schalter. Auch wenn der normalerweise nicht kaputt ginge. Strom wieder an und hier und da noch gemessen und zur Sicherheit noch geguckt, ob sich der FI-Schalter denn nun durch die Taste auslösen lässt. Ließ er nicht. Ähh.. Wie jetzt?

Verteilerkasten

Also nochmal gesucht und siehe da, das Problem lag eine Ebene weiter oben – vom FI-Schalter dort ging ein schwarzes Kabel nach unten zum betroffenen Stromkreis, der Neutralleiter. Und aus irgendeinem Grunde hatte der wohl Kontaktprobleme gehabt. Ergebnis:

FI-Schalter - verschmort

Autsch! Ich traue ja der Elektroinstallation in unserem Haus generell nicht (da liegt sehr Vieles im Argen), aber gerade die gesamte Küchenverkabelung und der Verteilerkasten im Keller sind ja im Herbst 2017 erst erneuert worden. Hier hatte ich daher wirklich nicht mit Problemen gerechnet.

Schließlich wurde der verschmorte FI-Schalter getauscht und der Strom wieder eingeschaltet. Nun funktionieren sowohl die Steckdosen als auch die Rollläden. Hurra! Die Heizung meldete einige Zeit einen Fehler, arbeitete aber zum Glück weiter, ich hoffe also, das war es jetzt erstmal mit Strom-Problemen. Nächste Woche geht es an die Erkundung unseres Dachschadens.

Das ist jetzt nicht wahr!

Als wir 2011 unsere Fenster und Türen erneuerten, wurden an der (nördlichen) Eingangsseite des Hauses auch die bis dahin manuell bedienbaren Rollläden durch elektrische ersetzt. Das war toll, allerdings war die Firma, die sie einbaute nicht so toll und hinterließ größere Flurschäden (wie Löcher in der Wand und heraushängende Kabel). Als wir später die anderen Rollläden erneuern ließen, nahmen wir unsere „Stamm-Rollladen-Bauer“, auch wenn das bedeutete, dass wir nun zwei verschiedene Systeme im Haus haben (Selve und Somfy – unsere Stamm-Firma verbaut nur Somfy). Nebenbei bemerkt finde ich die Somfy-Fernbedienung mit Zeitsteuerung unterirdisch vom Bedienkomfort – die ist so gar nicht intuitiv bedienbar und ich muss jedes Mal, wenn ich was umprogrammieren will (was man ja nicht täglich macht), erst nach der Bedienungsanleitung googeln.

Leider wurden die nördlichen Rollläden bei der Dämmung des Hauses 2015 kurzerhand mit „eingedämmt“ – sie stecken also zum Teil unter dem Dämmmaterial, was doof ist, wenn mal etwas damit ist. Irgendwann 2016 begann der obere Rollladen gelegentlich Zicken zu machen und erst auf mehrfachen Knopfdruck zu reagieren. Noch nicht so richtig schlimm, aber etwas nervig. Mitte 2017 war dann der Punkt erreicht, an dem es immer mehrere (und zum Teil sehr viele) Versuche brauchte, bis er sich bewegte. Wegen der Lage unter der Dämmung beschlossen wir, das Thema lieber nicht im Herbst/Winter anzugehen, denn wenn die Dämmung beschädigt würde und neu geklebt werden müsste, bräuchten wir 24 Stunden lang Temperaturen über 5°C. Wir parkten den Rollladen also in einer Position, mit der wir einigermaßen leben konnten: Etwa 3/4 geschlossen – das ist dunkel genug, um auch im Sommer schlafen zu können, wenn die Sonne am späten Abend noch weit ums Haus kommt und andererseits hell genug, um sich tagsüber zumindest im Raum orientieren zu können, ohne erst Licht zu machen und um bei geöffnetem Fenster etwas Frischluft zu bekommen. Im Frühjahr 2018 zickte dann auch der untere Rollladen immer wieder und da wir keine Lust auf eine Küche ohne Tageslicht hatten, nutzten wir ihn sicherheitshalber gar nicht mehr – auch nicht im Sinne des Erfinders.

Irgendwann fanden wir dann aber doch mal Zeit, das Thema in Angriff zu nehmen und so tauchten am Freitag Morgen um kurz nach 8 zwei Rollladen-Bauer auf, flexten die Kästen auf, tauschten die Rollladenmotoren und verschlossen alles wieder. Zweieinhalb Stunden später waren sie fertig und wir hatten funktionierende Rollläden. Hallejujah! Ich programmierte die Zeitsteuerung und sie fuhren am Abend brav nach unten … und am Samstag Morgen … leider nicht wieder nach oben. Beide! Stattdessen machten sie seltsame Geräusche, als würde sich der Motor drehen, aber es nicht schaffen, den Rollladen zu öffnen. Nach leichter „Perkussionswartung“ von außen am unteren Rollladen hatten wir dann zumindest in der Küche wieder Tageslicht. Im Schlafzimmer blieb es dunkel. Ach nöö!

Ich drückte noch eine Weile auf der Fernbedienung rum, aber erfolglos. Etwas später stellten wir fest, dass der Kühlschrank keinen Strom hatte. „Dann ist dann wohl ’ne Sicherung geflogen“, vermuteten wir. Allerdings war sowohl die Sicherung des Stromkreises, an dem die Küchensteckdosen und Überraschung! auch die Rollläden hängen, als auch der zugehörige FI-Schalter in eingeschalteter (also oberer) Position, Test mit dem Phasenprüfer ergab „Leuchten auf beiden Phasen“. WTF?! Wir entschieden uns dann, die Sicherungen erstmal auszuschalten, den Kühlschrank mit einem Verlängerungskabel aus der Essecke zu versorgen … und warten nun darauf, dass morgen Nachmittag die Rollladen-Bauer auftauchen und den Mist in Ordnung bringen. Wo auch immer das genaue Problem liegt. Wenn es ein Kurzschluss ist, sollte eigentlich eine Sicherung oder der FI auslösen. Und wieso liegt auf beiden Steckdosen-Phasen Spannung an? Und wieso kann ich den FI-Schalter nicht mal mit seinem Test-Knopf ausschalten? Fragen über Fragen. (Genau dieser Stromkreis wurde übrigens gerade erst komplett erneuert, als die Küche renoviert wurde.)

Der beste Ehemann von allen ist inzwischen noch genervter als ich und allmählich überlegen wir, ob wir das Haus nicht einfach abreißen und neu bauen sollten. Es macht echt keinen Spaß mehr.