Wohnungssuche

Wenn man im eigenen Haus wohnt und einen unbefristeten Job hat, geht man ja eigentlich nicht davon aus, auf Wohnungssuche gehen zu müssen. Jedenfalls nicht für den eigenen Bedarf. Unser Dachschaden zwingt uns leider doch dazu und es macht jetzt schon keinen Spaß.

Eigentlich suchen wir ja eine möblierte Wohnung für einige Monate – bezahlbar sollte sie sein, groß genug für uns drei und nicht allzu weit von unserem Haus entfernt, damit wir (falls es irgendwann los geht) hier auch noch die Bauarbeiten koordinieren können. Aber möbliert und auf Zeit gibt es in der Nähe gar nichts und in der benachbarten Großstadt ist man dann so bei 1700€ im Monat für 2 Zimmer, was uns doch ein bisschen zuviel ist. Außerdem hätte die Großstadt den Nachteil, dass sie ein anderes Bundesland ist und bis wir dann den Transport zur Schule (wir erinnern uns: Schulbusse aus dem einen Bundesland zerfallen beim Überqueren der Landesgrenze oder wenn ein falscher Schüler an Bord ist, zu Staub) und ähnliche Bürokratie geklärt hätten, würde vermutlich ein halbes Jahr vergehen, also bleiben wir lieber im Umland.

Okay, dann eben eine ganz reguläre unmöblierte Mietwohnung. Wir haben beide gut bezahlte unbefristete Jobs, keine Schulden, keine Haustiere … das sollte also nicht so kompliziert sein. Ist es leider doch. Schon deshalb, weil die Vermieter hier gern jemanden für mindestens zwei oder drei Jahre haben möchten (was ich verstehen kann, so ist es ja nicht), wir aber ja „nur“ etwas für vielleicht ein halbes bis ein ganzes Jahr brauchen. (Hoffentlich – bisher ist das schwer abschätzbar.)

Zwei hübsche Wohnungen haben wir bisher besichtigt, Montag folgt die dritte – und besonders Saskia ist jetzt schon genervt. Tja. Man sehen, wie es weitergeht.

Viele Männer auf dem Dach

Nachdem am Montag hier ca. 1,5 mm Schnee lagen (ja, übereinander – aber nicht flächendeckend), wurde der Termin mit Dachdeckern und Gutachtern auf heute Mittag verschoben. Und so klingelte zunächst das Telefon, weil der Schulbusfahrer immer ein kurzes Zeichen gibt, wenn er Saskia rauswirft – einer von uns kann sich dann vor die Tür stellen und dem Fahrer winken, während das Kind die knapp 100m zum Haus läuft. (Das ist besonders im Herbst/Winter ganz praktisch, weil man nicht stundenlang an der Straße stehen und auf den Bus warten muss.)

Kurz nachdem Saskia nach Hause kam, klingelte es an der Tür und es erschien der erste Mann – unser „Parteigutachter“. Unmittelbar nach ihm erschienen zwei Dachdecker von einer Flachdachfirma in der Nähe, die vielleicht irgendwann den Auftrag bekommen, unser Dach zu reparieren. Während diese Männer schon mal einen Kaffee tranken, erschien dann noch der Chef der Dachdecker, die unser Dach 2016 gedeckt haben und schließlich noch ein Sachverständiger der Gegenseite. Uff.

Der beste Ehemann von allen übernahm die Führung durch die Tropfsteinhöhle – früher bekannt als Schlafzimmer – während ich mich zunächst mit Saskia und dann mit den beiden neuen Dachdeckern beschäftigte. Diese nahmen an der Führung nicht teil, da sie das Schlafzimmer bereits vorige Woche besichtigt hatten.

Nach der Besichtigung von innen wurde die Party aufs Dach verlegt und so kletterten 6 Männer die Leiter hoch und überlegten, wo eigentlich das ganze Wasser herkommt, das durch unsere Decke tropft. Nach ca. 2,5 Liter Wasser am 2. Advent und gut 4 Liter Wasser 6 Tage später befinden sich derzeit schon wieder ca. 2 Liter Wasser im Eimer – obwohl es keine starken Niederschläge gab (es nieselpieselt so vor sich hin) und wir den Raum schon seit Monaten nicht nutzen (was gegen solche Mengen Kondenswasser spricht).

Geklärt werden konnte es nicht, alle Beteiligten waren sich einig, dass sie es nicht wissen und dass man es auch nicht zerstörungsfrei feststellen könnte. Eventuell undichte Stellen konnten leider auch nicht abgedichtet werden, da Feuchtigkeit und Temperatur das nicht zuließen. Bleibt der Eimer also erstmal stehen und wir hoffen, dass das Wasser sich nicht noch andere Wege (als im Schlafzimmer) nach unten sucht. Und dann schauen wir im neuen Jahr mal, wie es weiter geht.

Dies und das

Es tropft nach wie vor – obwohl es im Laufe der vergangenen Woche gar nicht wirklich geregnet hat, scheint noch reichlich Wasser im Dach zu sein. 4,1 l habe ich heute aus dem Eimer geschüttet – das war die Menge, die sich seit Montag angesammelt hatte. Finde ich irre viel. Wir haben jetzt Kontakt zu einer anderen Dachdeckerfirma aufgenommen, die hoffentlich in den nächsten Tagen ein paar vermutlich undichte Stellen abdichten kann. Ob das klappt, hängt aber noch von verschiedenen Dingen ab: Sie müssen Zeit haben (was derzeit ein echtes Problem zu sein scheint), der Sachverständige (als Zeuge) muss gleichzeitig Zeit haben, sie müssen das passende Material haben (was derzeit nicht der Fall ist) und das Wetter muss mitspielen (wonach es für die nächsten Tage nicht aussieht). Uff.

Vom Gericht haben wir inzwischen ein Aktenzeichen. Und vom Anwalt der Gegenpartei gibt es ein Schreiben, dass eine Streitverkündung (ich glaube so hieß das) gegen den damaligen Planer bevor steht. Das kann ja noch lustig werden.

Ansonsten haben wir für Mittwoch noch einen Zahnarzttermin gewonnen – es hat sich nämlich schon wieder ein Bracket gelöst und muss ersetzt werden. Die Zahnspange war nicht mal für eine Woche komplett.

Und zu guter Letzt haben wir heute Winterschuhe für Saskia gekauft – in Größe 42 :-O (ja, mein Kind lebt auf großem Fuß – allerdings würde normalerweise 40 reichen (Turnschuhe in 40 haben wir auch gekauft) – für ihre orthopädischen Einlagen brauchen wir aber mehr Platz. Aber 42 ist schon gaaaanz schön riesig!

Es tropft

Nachdem ja nach wie vor unklar ist, wie das Wasser in unser Dach kommt, haben wir am Wochenende mindestens eine Ursache gefunden: Das Dach ist irgendwo undicht. Es hat nämlich ein paar mal sehr heftig geregnet und anschließend hatte sich auf der Folie, die im Moment den offenen Teil im Schlafzimmer verschließt (also dort, wo die Paneele und die Dämmung fehlen) eine größere Menge Wasser gesammelt. Die Folie hing deutlich durch und sollte sie irgendwo reißen oder sich die Befestigung am Rand lösen, hätten wir die ganze Brühe auf dem Fußboden.

Schon wieder Wasser!

Dann lieber einen definierten Schnitt, wonach sich ca. 2,5 Liter Wasser in einen Eimer ergossen und den Schnitt anschließend wieder zugeklebt. Letzteres hat leider nur bedingt funktioniert und so haben wir nun eine eigene Tropfsteinhöhle im ehemaligen Schlafzimmer. Mist!

Was wir sicher wissen: Das ist definitiv kein Kondenswasser, denn der Raum wird seit Monaten nicht genutzt (nur ich gehe ein paar mal am Tag durch, um ins Bad zu kommen). Ob uns das irgendwie weiter bringt, wissen wir nicht. Aber wir werden wohl irgendetwas tun müssen, damit nicht noch mehr Wasser in die Dachkonstruktion läuft. Gutachter hin oder her, hier ist unserer Meinung nach Gefahr im Verzug. Mal sehen, wie wir aus der Nummer rauskommen.

Boah, das dauert!

Am 20.9. lief die letzte Frist ab, die der Anwalt den Dachdeckern gesetzt hatte und seitdem ist nichts passiert.

Nein, das stimmt nicht: Wir hatten eine Luftkeimmessung, die ergab, dass der Schimmel offenbar nicht unser Hauptproblem ist, sondern Bakterien. Wenn man sich ein bisschen über Schimmel informiert, ist das auch logisch: Schimmel wächst bei 70-80% Luftfeuchtigkeit – bei 100% Feuchtigkeit wächst kein Schimmel mehr, da wachsen Bakterien. Und wir haben (nach wie vor) ein stehendes Gewässer im Schlafzimmer.

Eventuell erklärt das auch, dass sowohl der beste Ehemann von allen als auch ich selbst seit Monaten abwechselnd krank sind und verschiedenste Antibiotika benötigen. (Und ich kann mich nicht erinnern, wann einer von uns vorher jemals Antibiotika benötigt hat – das muss Jahr(zehnt)e her sein.)

Leider konnte die Art der Bakterien im Labor nicht bestimmt werden, weil es so viele (oder so schnell wachsende) waren, dass sich ein „Bakterienrasen“ gebildet hatte. Das ist etwas unbefriedigend und nach einigem Hin und Her mit der Firma wurde die Messung vorige Woche wiederholt. Die Ergebnisse dieser Messung haben wir noch nicht.

Der Anwalt hat im Oktober ein Schreiben ans Gericht vorbereitet, dass wir ein „Beweissicherungsverfahren“ starten wollen. Wir hatten noch zwei kleine Korrekturen, haben ihm die gemailt und dann erstmal nichts mehr gehört – es stellte sich schließlich raus, dass er ein paar Tage im Urlaub war. (Das sei ihm ja gegönnt, aber für uns verzögert es eben wieder alles.)

Kurz bevor er wieder zurück war, erhielten wir einen Brief von der Haftpflichtversicherung der Dachdecker, in dem nach den Kontaktdaten des Anwalts gefragt wird. Haben wir beantwortet … und seitdem nichts mehr gehört. Im besten Falle würde es bedeuten, dass die Versicherung willens ist, den Schaden zu regulieren (davon steht allerdings nichts im Brief). Im schlimmsten Fall bedeutet es, dass sie einfach wissen wollen, zu wem sie ihren Anwalt schicken müssen. Die Frage, ob sie bereit sind, den Schaden zu regulieren, hat der Anwalt dann auch gestellt und bis zum 9.11. um Antwort gebeten. Gehört haben wir bisher natürlich nichts. Aber der 9. ist ja auch erst morgen. :-/

Andererseits ist der Brief der Versicherung meiner Meinung nach zumindest ein klitzekleiner Lichtblick, denn offenbar haben die Dachdecker es ja zumindest inzwischen an ihre Versicherung gemeldet. (Ist das ein Schuldeingeständnis? Ich weiß es nicht.) Das heißt, dass sie die Sache zumindest nicht mehr einfach auszusitzen versuchen. (Seit Ende August herrschte ja komplette Funkstille, nachdem sie erklärt hatten, sie seien ihrer Meinung nach nicht schuld.) Andererseits verzögert das Warten auf die Antwort der Versicherung nun wieder den Brief ans Gericht, denn der wurde nun erstmal nicht abgeschickt, da ja die winzige Hoffnung auf eine außergerichtliche Einigung besteht.

Dachschaden – ein Drama in (viel zu) vielen Akten

Ja, ich weiß, die meisten wollen am liebsten über Saskia lesen, aber im Moment ist das Dach hier einfach unser Topthema.

Deshalb ein kurzes Update. Es gibt leider wenig Neues. Nachdem Dachdecker, Sachverständiger und der beste Ehemann von allen sich Ende August das ganze Drama von unten (also Schlafzimmer) und oben (also außen auf dem Dach) angesehen hatten, wurde vereinbart, dass die Dachdecker das Dach an einer Ecke ca. 4 m x 4 m über dem Schlafzimmer bis zum Dachfenster im Flur über dem Treppenhaus öffnen und mal von oben nachsehen, wie weit der Schaden geht. Er geht nämlich definitiv im Schlafzimmer bis zur Flurwand und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass das Problem dort nicht endet. Als Termin wurde der 4. September vereinbart, denn den Kindergeburtstag wollten wir vorher noch ohne offenes Dach hinter uns bringen.

Der Sachverständige schrieb einen Bericht und nach diesem Bericht waren die Dachdecker plötzlich der Meinung, sie seien ja gar nicht Schuld an dem ganzen Dilemma. Sie würden deshalb durchaus das Dach öffnen, aber nur gegen Einwurf von reichlich Münzen. Da wir wiederum der Meinung sind, wir haben vor 2 Jahren knapp 40.000 € für ein neues Dach bezahlt und das sollte länger als zwei Jahre halten, sind wir nicht bereit, schon wieder Geld zu bezahlen, nur weil nicht sachgemäß gearbeitet wurde. Also erschienen die Dachdecker nicht und das Dach blieb zu.

Die von unserem Anwalt gesetzte Frist verstrich am Donnerstag, ohne dass die Dachdecker sich in irgendeiner Weise meldeten. Damit geht es nun wohl in die nächste Runde. Das bedeutet: Beweissicherungsverfahren, in dem ein vom Gericht beauftragter Gutachter sich das Ganze nochmal ansieht (und ggf. auch noch ein weiteres Mal) und dann hoffentlich zur Erkenntnis kommt, dass die Dachdecker den Mist in Ordnung bringen (und obendrein unsere Kosten tragen) müssen. Nachteil an der Geschichte: Einerseits sind die Gerichte überlastet und das ganze Verfahren kann schon mal 8-12 Monate dauern. Und wir hängen jetzt in der Luft und können im Moment nicht mal den Schimmel entfernen, weil wir damit ja Beweise vernichten würden. Andererseits kann es sein, dass der Gutachter zu keinem eindeutigen Ergebnis kommt (und die Beweislast liegt bei uns).  Es kann also sein, dass wir irgendwann die Dachsanierung (möglicherweise für das komplette Dach, falls sich herausstellt, dass das Problem nicht nur das Schlafzimmer betrifft) nochmal bezahlen müssen. Plus Anwaltskosten. Plus Gutachter. Plus Schimmelbeseitigung. Plus Verfahrenskosten.

Es. Kotzt. Mich. An.

Verzweiflung und Hilflosigkeit

Heute war der Dachdecker da – nur zum Gucken, nachdem der beste Ehemann von allen ihn gestern angerufen hatte. Und er ist angefressen, weil wir einen Anwalt eingeschaltet haben. Ach was?! Wir haben ihm das Problem Anfang April gemeldet, dann war einer seiner Mitarbeiter auf dem Dach und fand nichts, dann passierte trotz unserer Bitte, dass der Chef sich melden möge wochenlang gar nichts. Dann riefen wiederum wir an, machten einen Termin, an dem er erschien, aber nur um einen neuen Termin zu machen, zu dem er nicht erschien und sehr kurzfristig absagte. Seitdem wieder anderthalb Wochen Funkstille und nun ist er sauer, weil wir einen Anwalt einschalten? Geht’s noch?

Hätte er vor zwei Jahren ordentlich gearbeitet, gäbe es die Probleme gar nicht. Und hätte er nicht versucht, das Problem auszusitzen und uns am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen, könnten wir uns die Anwaltskosten sparen. Wir sind ganz bestimmt nicht scharf darauf, es so zu regeln.

Der Termin heute verlief dann wie befürchtet: Vorm Urlaub passiert nichts mehr, das Dach gammelt also fröhlich weiter und er will unbedingt von oben aufmachen, was wir ausdrücklich nicht wollen. Also nächste Runde mit Anwalt und Sachverständigem. Ganz toll.

Ich schlafe inzwischen kaum noch, weil man die Gedanken nicht los wird, wahrscheinlich züchte ich mir ein feines Magengeschwür oder einen Nervenzusammenbruch und wir haben fast keinen Einfluss darauf, wann und wie es weiter geht.

Es ist absolut zum Kotzen!