Neverending Story

Nein, ich meine nicht die von Michael Ende und auch nicht die von Limahl, sondern einfach die Geschichte unserer neuen Küche.

Was bisher geschah:

  • Im Mai / Juni 2017 haben wir die Küche geplant und den Kaufvertrag abgeschlossen
  • Ende August / Anfang September sollte die Küche geliefert werden, später hieß es „Mitte September“
  • Aufbautermin 13. / 14. September … und fast alles geht schief. Die Maße stimmen nicht, Teile passen nicht. Anschließend gibt es Telefonate, Mails, Einschreiben und Gespräche mit dem Verkäufer und dem Kundendienst.
  • Am 5. Oktober Vor-Ort-Termin mit dem Kundendienstleiter, um das weitere Vorgehen zu besprechen.
  • 13. Oktober – Montagetermin, damit wir wenigstens die vorhanden Teile nutzen können. Das klappt immerhin, aber es fehlen weiterhin Oberschränke und Nischenrückwände, die Arbeitsplatten sind zu kurz.
  • 24. November – Termin für Endmontage, der dann am gleichen Morgen abgesagt werden soll, weil Teile fehlen bzw. beschädigt sind. Der Termin findet zwar statt, es ist aber natürlich keine Endmontage. Die nachbestellten und extra für uns gebauten Oberschränke sind zu breit.
  • Am 27. November rufe ich mal wieder beim Kundendienst an und bestehe auf einen zeitnahen (spätestens am 11. Dezember stattfindenden) neuen Termin, damit endlich die Nischenrückwände an die Wände kommen und der Elektriker am 12. Dezember die Steckdosen einbauen kann. Es ist der einzige Termin, der von Elektrikerseite vor Weihnachten noch verfügbar ist. Ich erfahre, dass die fehlenden Profilleisten in der 49. KW geliefert werden sollen – voraussichtlich am 5. oder 7. Dezember. „Prima“, sage ich, „dann können wir ja für Freitag, den 8. Dezember gleich einen Montagetermin machen.“ Nein, so einfach ist das natürlich alles nicht. Die Monteure sind ausgebucht bis sonstwann und überhaupt müsse er erstmal klären usw. usf.
    Am nächsten Tag kommt der Anruf, die Lieferung käme zwar wie geplant, die Monteure hätten aber erst am 2. Januar Zeit. WTF?!

    Ich entgegne, dass das inakzeptabel ist und bestehe darauf, zu Weihnachten in der Küche Steckdosen zu haben. Sollten sie nicht in der Lage sein, vorher jemanden zu schicken, beauftrage ich eine andere Firma, die sich mit so was auskennt … und sie dürfen es bezahlen. Fand er auch nicht lustig, aber ganz ehrlich, irgendwann ist auch bei mir Schluss mit lustig. Ein halbes Jahr nach Auftragserteilung würde ich ganz gern mal wieder eine komplette Küche haben. Und der Vorschlag, ich solle doch Verlängerungsschnuren quer durch die Wohnung verlegen, war ebenso inakzeptabel wie sein Vorschlag, sie würden am 2. Januar dann auch auf ihre Kosten einen Elektriker mitbringen. Das nützt mir zu Weihnachten exakt überhaupt NICHTS. Er fragte, wie er uns sonst zufrieden stellen könne. „Mit einem Montagetermin am 8., 9. oder 11. Dezember“, sage ich.

    Am nächsten Tag hatte er dann doch einen Termin für Freitag, den 8. Dezember ab 7 Uhr. Geht doch.

Ende.
Oder etwa doch nicht?

Natürlich nicht. Wäre doch auch langweilig. Ich nahm also Urlaubstag Nummer 6 und blieb daheim. Natürlich stand morgens um 7 keiner vor der Tür. Das wunderte mich nicht. Als um 8 auch keiner da war, wurde ich allmählich etwas ungeduldig. Um dreiviertel 9 rief ich dann an und fragte, ob der Termin denn noch stünde. „Ja, die Monteure suchen noch die Türen für die Oberschränke und die Sockelleisten.“ „Ist ja ’ne tolle Organisation bei Ihnen. Wann kann ich denn mit Ihren Leuten rechnen?“ „Na ja, geben Sie ihnen noch ’ne halbe Stunde zum Suchen und dann ’ne Dreiviertelstunde zu Ihnen …“ „Moment, WO suchen die denn? Ich dachte, Ihr Lager sei im Nachbarort – das sind doch nur 10 Minuten bis hierher.“ „Ach, so nah ist das. Das wusste ich nicht.“ (Nun gut, der Kundendienst sitzt etwa 350km entfernt.)

Irgendwann tauchten dann tatsächlich Monteure auf und hatten sogar Schranktüren dabei. Und Abschlussprofile. Aber keine Sockelleisten, ob die vielleicht hier seien. Einige Leisten waren tatsächlich hier, leider nicht alles. Am Ende des Tages war die Küche dann aber doch weitgehend fertig. Der Elektriker brachte schließlich noch die Steckdosen an und Weihnachten konnte kommen.

Nun fehlen noch etwa anderthalb Meter Sockelleisten und ein paar Öffnungsbegrenzer für die Oberschränke, damit die Türen nicht an die Wand knallen. Aber das ist nun wirklich Kleinkram und wird irgendwann im neuen Jahr erledigt, dachten wir.

Vorige Woche fragte ich mal telefonisch nach, wie es denn aussähe. Oh, er habe einen Termin für uns, sprach der Kundendienstmitarbeiter. Dienstag, den 30. Januar – vormittags. (Ich habe nicht gefragt, wann sie uns den Termin denn mitteilen wollten, wenn ich nicht zufällig angerufen hätte.) „Nein“, sag ich, „vormittags ist ganz schlecht. Ich bin fast täglich ab 15 Uhr zu Hause, da können Sie gern kommen, aber ich nehme nicht schon wieder Urlaub.“ Das ginge nicht, entgegnete er, denn es seien noch 240 Minuten Arbeit. „Für anderthalb Meter Sockelleisten und eine Hand voll Öffnungsbegrenzer?! Das dauert ’ne halbe Stunde, wenn’s hoch kommt ’ne ganze, aber länger ganz sicher nicht.“ „Oh ja, hier steht was von 90 Minuten. Ich korrigier das mal im Computer und melde mich wieder bei Ihnen, sobald ich einen neuen Termin habe, aber ich kann nicht versprechen, dass es am Dienstag was wird.“ Es kam kein Rückruf, stattdessen eine Mail …

Mail vom Kundendienst

Dazu fiel uns nur noch das ein:

Antwortmail

Nach unserer Antwortmail hörten wir Freitag und Montag nichts mehr. „Muss ich wohl nachher mal anrufen und nachfragen.“, sagte ich noch, als wir das Haus verließen. Eine halbe Stunde später – mitten auf dem Weg zur Arbeit klingelte das Handy des besten Ehemanns von allen. Die Monteure standen bei uns daheim vor der Tür. Tja, wir nicht!

Unsere neue Küche

Ich habe noch gar nicht über unsere neue Küche berichtet. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass es sie noch nicht gibt. Jedenfalls nicht so wie geplant.

Aber von vorn: Im Mai besuchten wir ein großes Möbelhaus in unserer Nähe, um mal zu schauen, was es denn so für Möglichkeiten gibt, unsere in die Jahre gekommene Einbauküche durch ein aktuelles Modell zu ersetzen. Natürlich hatten wir vorher die Küche mal vermessen. Nun ist der Grundriss unseres Hauses nicht ganz unproblematisch: Die Küche ist etwa 3 Meter lang und an der breitesten Stelle 2,44m breit – an der schmalsten nur 1,75m. Das ist nicht sonderlich viel und der ganze Kram soll ja wieder irgendwo untergebracht werden. Irgendwann saßen wir dann mit einem Verkäufer zusammen und planten unsere neue Küche. Wie es in Küchenstudios und Möbelhäusern so üblich ist, schickte man uns Anfang Juni jemanden zum „Aufmaß“ vorbei.

Wir änderten anschließend noch den einen oder anderen Schrank, ich ließ mir sagen, dass meine Wünsche ja sozusagen „karierte Maiglöckchen“ wären (aber in einer ohnehin sehr kleinen Küche möchte ich nicht sinnlos Platz verschenken, nur weil der Verkäufer andere Vorstellungen hat als ich), irgendwann war alles fertig geplant, der Vertrag unterschrieben und aus der ursprünglich geplanten Lieferung Ende August / Anfang September ein „etwa Mitte September“ geworden. Nun ja, dann müssten wir also noch etwas länger mit unseren Provisorien leben, aber bis zum 15.9. hatte ich Urlaub, das würde also gerade noch passen. Immerhin hatten wir so genügend Zeit für die Renovierung des Raumes.

Wir fuhren in den Urlaub, räumten anschließend die alte Küche aus, ließen die Schränke ausbauen und dann kamen auch schon die Elektriker, die eine Menge Schmutz machten und viele neue Kabel verlegten und einen neuen Sicherungskasten installierten. Anschließend erschienen die Fliesenleger, machten nochmal Dreck und verlegten schöne neue Bodenfliesen und zu guter Letzt durften die Maler ran, um die Wände neu zu verputzen und teilweise zu tapezieren und zu streichen. All das klappte reibungslos und inzwischen haben wir uns auch schon an unsere neue Wandfarbe gewöhnt. (Auch wenn sie etwas kräftiger ist als erwartet.) 😉

Am 13. September sollte dann endlich die neue Küche eingebaut werden. Um 7:40 Uhr klingelte es an der Tür und kurze Zeit später wurden die ersten Schränke reingetragen. Ich wies den Chef-Monteur noch darauf hin, dass sie die Füße der Schränke bitte ganz reindrehen sollten, weil die Schränke samt Arbeitsplatte sonst nicht unters Fenster passen. Er guckte, zückte den Zollstock, maß den Abstand von Fenster zum Boden, drehte die Füße rein, maß die Schrankhöhe und meinte: „Das passt nicht.“ „Machen Sie mich nicht schwach“, sagte ich, „das muss passen.“ Es passte nicht. Leider ließen sich die Füße auch nicht kürzen, da man dann entweder das Gewinde absägte oder sie keinen Halt mehr hatten. Also neue Füße. Ob sie die (in ausreichender Menge) am Lager haben? Er wusste es nicht – schließlich hat da jeder Hersteller andere Modelle und so eine Küche hat viele, viele Füße. Eine gute Stunde und zahlreiche Telefonate später hatten wir ausreichend Füße in der richtigen Höhe. Puhh…

Leider war das noch nicht das letzte Problem. Nachdem einige Schränke aufstellt waren und die Arbeitsplatten angepasst werden sollten, stellte sich heraus, dass das Aufmaß völlig falsch war. Statt 2,44m Raumbreite waren im Plan nur 2,39m angegeben, statt 1,09m Fensterbreite nur 1,04m. Das Ende vom Lied: Die Arbeitsplatten haben die falsche Länge (und sind wirklich zu kurz, müssen also neu bestellt werden). Da die Oberschränke an den Unterschränken und den zu kurzen Arbeitsplatten ausgerichtet wurden, ist nun zu wenig Platz, um die vorhandenen Oberschränke anzubringen. Für Schränke mit 40cm Breite ist nur noch 36cm Platz. Nun haben wir die Wahl, entweder alles nochmal ab zu bauen und zu versetzen oder neue Schränke (mit 35cm Breite) zu bestellen. Leider tut sich im Moment aber absolut gar nichts – Möbelhaus und Kundendienst lassen uns hier am langen Arm verhungern.

Die Teile, die aufgebaut wurden, können wir nur sehr eingeschränkt benutzen: Die Wandverkleidung fehlt komplett, damit auch die Steckdosen (da gucken derzeit also die Kabel aus großen Löchern in der nackten Wand), die Arbeitsplatten enden irgendwo 5cm vor der Wand, die Dunstabzugshaube ist nicht angeschlossen, die Türen fehlen teilweise auch noch und in einigen der Oberschränke liegt das restliche, noch unverbaute Montagematerial. Ganz, ganz großes Kino, wirklich.

Immerhin sind Kühlschrank, Herd und Spüle (inkl. Geschirrspüler) nutzbar, wir haben aber weder richtige Mülleimer noch ausreichend Schränke für Geschirr und Lebensmittel. Die Monteure verkündeten schon Mitte September, sie seien bis Mitte November ausgebucht und auf Anrufe, Mails und Briefe reagiert derzeit keiner. Ich bin soooo sauer. Am meisten ärgert mich ja, dass meine ursprünglich angegebenen Maße korrekt waren und die Firma schlicht und ergreifend das Aufmaß völlig versaut hat und die falschen Maße dann eben für die Planung benutzt hat. Nützt mir aber auch nichts.

Irgendwann wurde uns ein Vor-Ort-Termin mit dem Kundendienstleiter angeboten – 2,5 Wochen in der Zukunft (was uns damals sehr lang erschien – inzwischen sind die fast rum). Wir sind allerdings nicht sicher, ob der Kundendienstleiter die richtige Person dafür ist, denn die Frage, wie wir jetzt vorgehen, ist ja eher technischer Natur. Und selbst wenn der Mensch Ende dieser Woche erscheinen sollte, passiert ja dann auch erstmal nichts. Der guckt ja nur, dann wird vielleicht irgendwann etwas bestellt und bis das dann hergestellt ist und da ist und eingebaut werden kann, haben wir wahrscheinlich 2018. Na Danke auch!

Ganz schön staubig hier

Hust Hatschi Schnief
Kann hier mal jemand durchputzen? Ist ja ganz schön staubig hier. Monatelang kein einziger Beitrag. Geht eigentlich gar nicht.

Warum es hier so still war? Nun ja, da draußen im „echten Leben“ und in 3D ist es gerade gar nicht still. Es war und ist viel zu tun. Kleiner Einblick gefällig? Okay.

Nachdem unser Kühlschrank schon im Frühjahr ein paar Mal seltsame Dinge machte und plötzlich Fehler meldete, die sich zum Glück nach ein paar Mal ein- und ausschalten irgendwann, irgendwie wieder beheben ließen, uns aber seit längerem sämtliche Sachen im Gemüsefach einfach einfroren und die Luftfeuchtigkeit im Inneren viel zu hoch ist – was auch nicht so toll ist, beschlossen wir, dass wir es nun doch angehen und den Kühlschrank ersetzen müssen. Kühlschrank ersetzen geht in diesem Falle aber nicht ohne Küchenumbau. Der Kühlschrank wird seit 2002 nicht mehr hergestellt, ein anderer passt nicht in die entsprechende Ecke und ohne Abbau der umliegenden Schränke bekommen wir den Kühlschrank auch gar nicht aus der Ecke raus. Also wird die komplette Küche ersetzt. Und bei der Gelegenheit auch die hässlichen und unebenen Fliesen (auf denen wir seit dem Einzug PVC-Belag liegen hatten, um das Elend nicht zu sehen). Die (dunkelrotbraunen) Fliesen an sich wären nicht ganz so hässlich, wenn die Fugen nicht so riesig wären und es nicht so eine Buckelpiste wäre. Also raus mit dem Boden.

Wir suchten also nach neuen Fliesen, nach einer neuen Küche, nach Handwerkern, besprachen Termine, telefonierten mit allen möglichen Handwerkern und endlich stand fest: Am 22.8. wird die alte Küche ausgebaut, am 23. kommen die Elektriker (denn natürlich werden die Steckdosen für die neue Küche an ganz anderen Stellen benötigt als bisher). Die Elektriker erneuerten dann gleich noch sämtliche Leitungen von der Küche zum Keller, machten ganz viel Staub und Dreck und erneuerten dann noch den gesamten Sicherungskasten, damit wir nun für alle Stromkreise eigene FI-Schalter haben.

Fliesenabbruch

Elektrik

Anschließend erschienen die Fliesenleger, entfernten die alten Fliesen und verlegten neue. Als sie nach 3 Tagen fertig waren, erschienen die Maler. Die sind nun seit Donnerstag hier beschäftigt und werden hoffentlich morgen fertig.

Der große Nachteil eines Hauses in offener Bauweise ist, dass, wenn einer Dreck macht, man keine Chance hat, irgendwo zum Schutz einfach die Tür zuzumachen. Wir räumten also alles, was wir an Küchendingen in der nächsten Zeit brauchen würden, ins Wohnzimmer (den Rest in den Keller) und klebten den Durchgang zwischen Essecke und Wohnzimmer so dicht wie möglich zu und deckten alle Wohnzimmermöbel und den Teppich mit Folien ab.

Wohnzimmer

Um ins Wohnzimmer (und an den Kühlschrank u.ä.) zu kommen, ohne die hübsche Klebetechnik zu zerstören, führte der Weg außen ums Haus rum und über die Terrasse wieder rein. Zum Glück war schönes Wetter und Saskia hatten wir für die Zeit der schmutzigsten Arbeiten für 10 Tage an die Lebenshilfe zur Kurzzeitpflege-Freizeit „verkauft“. Sie ist erst seit Freitag Nachmittag wieder daheim, am Samstag haben wir ihren Geburtstag (außer Haus) gefeiert und gestern den Nachmittag bei Freunden verbracht. Trotzdem wird es Zeit, dass das Chaos hier ein Ende hat. Bis wir wieder eine Küche haben, dauert es allerdings noch mindestens bis zum 13.9.

Bis dahin improvisieren wir also noch ein bisschen.

Spüle

Herd

Vor den Bauarbeiten hier haben wir uns etwas mit der Schule rumgeärgert, bevor dann die Ferien begannen und der Ärger erstmal „vertagt“ wurde. Ein bisschen Urlaub hatten wir dann auch noch – aber der ist einen eigenen Beitrag wert.

Sanierungsfazit

Auf vielfachen Wunsch eines einzelnen Herrn (und weil es mich auch mal selbst interessierte) ;), hier mal die Verbrauchswerte für Strom und Gas für das vergangene Jahr. Ich habe leider in der Vergangenheit nicht immer genau am 1.1. des Jahres abgelesen, deshalb hab ich nicht aus jedem Jahr komplette Vergleichswerte, aber zumindest eine Tendenz ist trotzdem sichtbar, denke ich.

Zur Info: Wir leben zu dritt in einem Endreihenhaus mit 110m² Wohnfläche. Geheizt wird mit Gas, auch Warmwasser wird über die Gasheizung erwärmt. Gekocht und gebacken wird mit Strom.

2011 haben wir sämtliche Fenster ersetzt, im Sommer 2015 die Heizung ausgetauscht, das Bad umgebaut und die Außenwände gedämmt. Im Sommer 2016 wurde das Dach neu gedeckt und gedämmt. 2015 war hier eigentlich kein Winter und für ein komplettes Fazit müssen wir dann auch noch mindestens bis Ende 2017 warten, damit das Dach auch komplett in die Rechnung eingeht.

Hier aber trotzdem mal ein paar Verbrauchszahlen:

Stromverbrauch pro Jahr:
2010 – 3491 kWh
2011 – 3555 kWh
2012 – 3735 kWh
2013 – 3150 kWh (berechneter Wert aus 2 Jahren)
2014 – 3150 kWh (berechneter Wert aus 2 Jahren)
2015 – 3193 kWh
2016 – 3064 kWh

Gasverbrauch pro Jahr
2009 – 2599 m³
2010 – 3046 m³
2011 – 2351 m³
2012 – 2523 m³
2013 – 2710 m³ (berechneter Wert aus 2 Jahren)
2014 – 2710 m³ (berechneter Wert aus 2 Jahren)
2015 – 2039 m³
2016 – 1660 m³ (entspricht ca. 18.150 kWh)

Fazit:
Der Stromverbrauch ist geringfügig, der Gasverbrauch doch recht deutlich gesunken. Gegenüber dem Abrechnungszeitraum 2013 / 2014, wo wir bei knapp 1800€ / Jahr fürs Gas lagen, dürften es in diesem Jahr zwischen 1000€ und 1100€ pro Jahr sein (Abrechnung erfolgt jeweils im März / April).

Ergänzung 6.1.2017:
Bei einer Außentemperatur von -12°C herrschen in der ehemals kältesten Ecke des ungeheizten Schlafzimmers 21°C. Ob das so bliebe, wenn es draußen längere Zeit kalt wäre, weiß ich nicht, aber zumindest kurzfristig ist es ein schöner Effekt. Wir hatten die Heizung im Schlafzimmer seit Anfang 2016 nicht mehr eingeschaltet.

Und? Haben sich die Bauarbeiten gelohnt?

Diese oder ähnliche Fragen kommen immer wieder mal, deshalb heute mal ein (Zwischen-)Fazit, weil nun erstmal alle Rechnungen bezahlt sind und ich heute den Antrag für den KfW-Zuschuss nach dem Programm „Energieeffizient sanieren – Sanierung zum Effizienzhaus 115“ eingetütet und abgeschickt habe. Wenn alles gut läuft, bekommen wir am 15. Februar damit noch einen netten Zuschuss.

Trotzdem hat die ganze Sanierung natürlich eine Menge Geld und Nerven gekostet – war es das wert?
Ob bzw. wann es uns wirklich finanzielle Vorteile bringt, weiß ich nicht. Die Heizung haben wir zwar bereits 2015 erneuert und auch die Außenwände gedämmt, aber da wir im vorigen Jahr ja keinen echten Winter hatten, kann ich nicht ernsthaft beurteilen, wieviel Gas wir gespart haben. Ich habe mir aber vorgenommen, spätestens im Frühjahr 2017 mal zu vergleichen. Vielleicht mache ich es auch schon zum Jahreswechsel – je nachdem, wie sich der Winter bis dahin so entwickelt. Die Verbrauchswerte lese ich ja ohnehin immer am 1.1. ab.

Subjektiv ist es in einigen Räumen deutlich wärmer und vor allem ausgeglichener. Das Schlafzimmer mit seiner Nord-Ost-Außenecke war immer ein Problemfall – denn selbst mit eingeschalteter Heizung fühlte sich diese Zimmerecke immer kalt (und etwas feucht) an. Den ganzen Raum stärker zu heizen ist im Schlafzimmer auch eine blöde Idee. Inzwischen ist der Raum gleichmäßig warm … und wir haben die Heizung in dieser Saison noch nicht in Betrieb gehabt, dafür aber jede Nacht mit offenem oder zumindest gekipptem Fenster geschlafen. Das ist auf jeden Fall ein Gewinn.

Im Arbeits- und Kinderzimmer, die zur Südseite liegen, merkt man, dass hier die Wärmeverteilung nicht so gleichmäßig ist. Die Südseite haben wir ja nicht gedämmt, weil sie im Wesentlichen aus Balkon, Terrasse, Kaminschornstein und großen (3-fach-verglasten) Fenstern besteht. Man bekommt die Räume warm, aber im Arbeitszimmer gibt es nach wie vor Uneinigkeit, wann die Temperatur angenehm ist. Steht die Heizung auf „3“, finde ich es (an meinem Platz an der Tür) in Ordnung, dem besten Ehemann von allen, der neben Heizung und Fenster sitzt, ist dann aber oft noch zu kalt. Also dreht er die Heizung auf und vergisst gern, sie später wenigstens wieder runter zu regeln – so dass ich es dann eher als Sauna empfinde (besonders, wenn man zwischendurch den Raum verlässt). Eigentlich sollten wir die Arbeitsplätze tauschen, aber das ist aus verschiedenen Gründen nicht so einfach, wie es sich schreibt. 😉 Das Kinderzimmer wird nur recht selten als Aufenthaltsraum genutzt (dazu ist Saskia einfach zu wenig zu Hause) und wenn doch, dann muss man den Thermostat eben mal von 1,5 auf 2,5 oder 3 drehen – dann wird es auch warm (das müssen wir jetzt nur noch Saskia beibringen). Das ist also jammern auf hohem Niveau. Morgen kommt der Rollladenbauer, dann bekommt die Südseite endlich noch neue Rollläden und dann ist wirklich Schluss mit Sanierung für dieses Jahr. Reicht dann auch und das Konto ist jetzt auch leer.

Der Keller ist subjektiv etwas wärmer und trockener, aber noch viel zu vollgerümpelt, um ihn nutzen zu können. (Sagte ich schon, dass ich zu nichts komme?)

Was mir am besten gefällt, wenn es draußen kalt ist, ist aber der Anblick unserer gedämmten Wände: Heute früh bei -9°C (laut Thermometer im Auto) war das gesamte Haus reifbedeckt – als einziges Haus in der Reihe.

Raureif am Morgen

Bereifte Wand

Huch, das ist ja ganz nackt!

Nacktes Haus

Heute früh, zwischen halb und dreiviertel 8 – Saskia und ich wollten gerade frühstücken, der beste Ehemann von allen war noch nicht aus dem Schlaflabor zurück – klingelte es und der Dachdecker-Chef stand vor der Tür. Wow. Damit konnte ja keiner rechnen. Nachdem das eigentliche Dach seit Ende Juni fertig war, fehlte ja noch eine Menge Kleinkram drumrum. Unter anderen die Metallkanten, die den Abschluss bilden. Für deren Herstellung sollten „etwa 3 bis 4 Tage“ ins Land gehen, dann sollten sie nach anderthalb Wochen vorigen Freitag angebracht werden und am Donnerstag hieß es, das Material käme erst am Freitag Mittag. Also wurden die Kanten am Montag montiert … na ja … die, die da waren, jedenfalls. Denn man hatte sich mal wieder vermessen (und ich frage mich mal wieder, wie das bei diesem rechteckigen Haus möglich ist) – wahrscheinlich liegt es daran, dass der Zollstock nur 2 Meter lang ist, vermutete jemand. Es hieß also wieder warten – bis heute.

Heute früh kamen sie also. Ich unterhielt mich kurz mit dem Chef, frühstückte dann schnell mit Saskia und brachte sie zum Bus. Auf dem Weg zur Straße begegnete mir der Dachdecker-Chef wieder und meinte, die Gerüstbauer seien auch gerade erschienen. Das kam nun komplett unerwartet, denn schließlich waren die Dachdecker ja noch gar nicht fertig. Mein letzter Stand war, dass das Gerüst am Montag abgebaut werden soll. Aber die Gerüstbauer scheinen eine eigene Zeitrechnung zu haben, denn auch beim Aufbau erschienen sie ja unerwartet am Freitag statt am Montag – da war das heute (10 Wochen später) ja nur konsequent. :/

Ich äußerte meine Bedenken und ließ sie machen. Sind ja alle erwachsen, was soll ich mich da einmischen?

Als ich am Nachmittag nach Hause kam, war das Haus also nackt. Sehr ungewohnter Anblick und man kann nun wieder in den Garten, ohne sich unter irgendwelchen Stangen durchbücken zu müssen. Nun müssen die Gerüsthaltelöcher noch verschlossen, die Dachrinne an den Gartenhäusern repariert, die Laterne ersetzt, und die Terrassenwand gedämmt werden. Ich habe mich dann erstmal ein Stündchen dem reichlich gewachsenen Unkraut gewidmet. Toll, wie das alles wuchert, wenn es (lau)warm und feucht ist und man wochenlang nirgends ran kommt.

Erfreuliche Post

Vor ein paar Tagen erhielten wir Post von der KfW. Genauer gesagt: vom „Team Zuschuss“ der KfW. Unser Antrag für den Zuschuss zum ersten Bauabschnitt wurde bearbeitet und Mitte August gibt es Geld. Hurra!

Team_Zuschuss

Vom Antrag für den zweiten Bauabschnitt haben wir leider noch nichts gehört, was mir etwas Sorgen macht. Aber da es derzeit ohnehin schon wieder mal nicht voran geht, zieht sich das alles eh noch in die Länge. Ich hoffe, dass wir da wenigstens bis Ende September alles fertig haben (=Ende 3. Quartal) – und es natürlich vorher überhaupt genehmigt wird – so dass wir das Geld dann noch in diesem Jahr bekämen. (Als wir die Pläne machten, dachte ich noch, das schaffen wir locker bis Ende Juni. Nun ja.)