Hygiene-Ampel?

Künftig soll es in Restaurants, Imbiss-Buden, Kneipen und später auch beim Bäcker oder Fleischer Hygiene-Ampeln an der Tür geben. Aufkleber, die anzeigen, ob die Hygiene eingehalten wird (grün), Mängel (gelb) oder schwere Mängel (rot) hat.

Ähmm .. ja.

Was soll mir als Verbraucher das sagen? Ein Kontrolleur stellt bei der Kontrolle schwere Mängel bei der Hygiene fest – so schlimm, dass der entsprechende Betrieb eine rote Ampel bekommt und an die Tür klebt. Aber offenbar ja nicht so schwer, dass man auch wirklich handeln muss. Oder wie? Also entweder die Hygiene ist in Ordnung, dann sollte da ein grüner Aufkleber kleben oder sie ist es nicht – aber dann sollte da kein bunter Aufkleber ran, sondern die Bude auf Vordermann gebracht werden. Ich gehe doch nicht in ein Restaurant mit ’ner roten Ampel an der Tür. Oder habe ich da jetzt ’nen Denkkfehler?

Geschockt

„Osama bin Laden wurde getötet“ war heute früh die erste Nachricht, die ich hörte. In Amerika feiert man und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel freut sich darüber, „dass es gelungen ist, bin Laden zu töten“.

Ich muss sagen, ich bin schockiert. Ich bin ganz gewiss kein Anhänger von bin Laden, aber sich über den gewaltsamen Tod eines Menschen zu freuen, geht mir doch deutlich zu weit. Als nach den Anschlägen am 11. September amerikanische Fahnen verbrannt wurden, war die Welt entsetzt – jetzt feiert man die gezielte Tötung eines Gegners?! Ich glaube kaum, dass das zur Deeskalation beiträgt.

Laufzeitverlängerung ausgesetzt?

Mal ein kurzer Themenwechsel zwischendurch.

Natürlich bekomme ich auch mit, was außerhalb meiner Familie passiert. Japan, Erdbeben, Tsunami und Explosionen in Kernkraftwerken sind auch hier Thema. Spannend finde ich, was deutsche Politiker so daraus machen. Frau Merkel ist also der Meinung, dass deutsche AKWs sicher sind, will sie aber sicherheitshalber doch nochmal überprüfen lassen. Ach!? Und bis dahin setzen wir die Laufzeitverlängerung aus. Aha! Und was bedeutet eine ausgesetzte Verlängerung in der Praxis? Ich verlängere die Laufzeit nicht heute, sondern erst morgen?! Hmm. Nein, mit anstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt, Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg hat das ganz bestimmt nichts zu tun. Wer würde denn so etwas denken?

„Wer Laufzeiten verlängert, verkürzt seine Regierungszeit“, meint der BUND. Schön wär’s, sage ich und glaube nicht mehr so richtig daran.

Hat es überhaupt Sinn, deutsche AKW abzuschalten, wenn es „nebenan“ (in Frankreich) noch massenhaft solche Teile gibt? Na ja, wenn alle so denken, kommen wir aus der Nummer nie raus. Und immerhin gibt es neben Deutschland ja auch einige andere Länder in Europa, die den Ausstieg planen oder schon ausgestiegen sind. Und wie decken wir unseren Strombedarf? Gute Frage und ich gebe zu, dass da wohl noch einige Investitionen an Zeit, Geld und Know How nötig sind. Aber ich bin davon überzeugt, dass das einerseits machbar ist und andererseits die Versorger und die Industrie dazu gezwungen werden müssen. Da ist die Politik gefordert, entsprechende Bedingungen zu schaffen und jeder Einzelne kann zumindest einen kleinen Beitrag leisten, indem er einen anderen Stromanbieter wählt. Wir haben vor reichlich einem Jahr gewechselt, es war ganz einfach, hat gar nicht weh getan und der Strom kommt noch immer aus der gleichen Steckdose. 😉

Ökostrom

20 Jahre Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion

Heute vor 20 Jahren trat der „Staatsvertrag über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion“ in Kraft, die D-Mark wurde offizielles Zahlungsmittel in der DDR, die Grenzkontrollen zwischen DDR und Bundesrepublik wurden abgeschafft. „Mit der Einführung einer gemeinsamen Währung und der Abschaffung der Grenzkontrollen ist die Einheit Deutschlands seit heute 0 Uhr praktisch vollzogen“, sagte Jan Hofer damals in der Tagesschau.

Wie lief das damals? Allgemein galt ein Wechselkurs von 2:1 (für 2 Mark der DDR gab es 1 D-Mark). Erwachsene durften bis zu 4.000, Kinder bis 14 Jahre bis zu 2.000, Menschen ab 60 Jahren bis zu 6.000 DDR-Mark zum Kurs von 1:1 umtauschen. Allerdings wurde nicht etwa Bargeld umgetauscht, sondern das Guthaben auf Spar- oder Girokonten. Das führte dazu, dass in den Wochen vor dem 1. Juli ein fröhliches Umbuchen von einem Konto aufs andere stattfand. Da wurden Konten für Kinder eingerichtet, die bis dahin noch keine hatten. Da wurde der Oma noch was aufs Konto gepackt, um einen möglichst großen Teil der eigenen Ersparnisse 1:1 umtauschen zu können.

Löhne und Gehälter wurden zum Kurs von 1:1 umgestellt. Das heißt, ich hätte im Juli 1990 mein letztes Lehrlingsgehalt in D-Mark bekommen. Immerhin 180 Mark netto (200 Mark brutto) waren das im dritten Lehrjahr. 🙂 Allerdings hatte ich vorzeitig ausgelernt und bekam so schon etwas eher mein Facharbeitergehalt – immerhin 650 Mark (brutto) plus Nachtzuschläge. Gleichzeitig mit dem Zusammenwachsen von Ost und West begann auch der Zusammenbruch und die „Abwicklung“ vieler Betriebe im Osten. Dort, wo zu DDR-Zeiten riesige Werkhallen standen, wo ich im „Blaumann“ zum „Maschinen- und Anlagenmonteur mit Abitur“ ausgebildet wurde, sind heute blühende Landschaften entstanden, so wie Helmut Kohl es damals versprochen hatte. Aber ob er das wirklich so gemeint hatte?

Gleichberechtigung

Heute Nachmittag hörte ich im Radio, dass die Stundenverdienste von Frauen auch 2009 durchschnittlich 23% niedriger sind als bei Männern. Wow! 23% ist ja eine ganze Menge. Hinterfragt man diese Meldung allerdings, erfährt man auch: „Die Zahlen beziehen sich entsprechend einer EU-einheitlichen Methodik explizit auf den unbereinigten Verdienstunterschied von Männern und Frauen.“ Das heißt, es geht hier gar nicht um gleichen Lohn für gleiche Arbeit, sondern tatsächlich nur um die absoluten Zahlen. Aber was macht man dann mit solch einer Statistik? Man erkennt, dass es offenbar weniger Frauen in gut bezahlten Jobs gibt als Männer. Ja. Das ist ja nun wirklich nichts Neues und ich finde es etwas seltsam, dass es nun so dargestellt wird, als ob Frauen sich generell unter Wert verkauften oder bei den Gehaltsverhandlungen über den Tisch gezogen würden. Das kann natürlich trotzdem passieren, diese Statistik sagt darüber aber eben nichts aus.

Interessieren würde mich eher, ob es tatsächlich messbare Gehaltsunterschiede bei vergleichbaren Tätigkeiten gibt, denn den Stundenlohn eines Mannes in Führungsposition mit dem einer Frau mit 400€-Job im Supermarkt* zu vergleichen, bringt doch nicht wirklich irgendwas. Oder übersehe ich da etwas?

Interessant fand ich noch, dass der Unterschied in den neuen Bundesländern nur 6% beträgt. Allerdings verdienen die Frauen dort nicht etwa besser, sondern die Männer schlechter. (Und eventuell ist die Lücke im Erwerbsleben, die durch Kindererziehung entsteht, im Osten nicht ganz so groß – schon deshalb, weil die Infrastruktur bezüglich Krippen und Kindergärten eine andere ist.)


*Klischee, ich weiß. Aber es sind nun mal häufig Frauen, die die Regale auffüllen, während die Kinder im Kindergarten oder in der Schule sind.

„Danke“, liebe Bundesregierung!

Die Bundesregierung hat am Mittwoch den Entwurf eines Wehrrechtsänderungsgesetzes 2010 beschlossen. Die Dauer des Grundwehrdienstes soll auf sechs Monate verkürzt werden.

Na Danke auch, kann ich da nur sagen. Denn mit dem Wehrdienst verkürzt sich auch der Zivildienst. Das heißt, dass auch die Zivis im Kindergarten künftig nur noch 6 Monate zur Verfügung stehen, statt bisher 9 (was eh‘ schon zu wenig war). Denkt da auch mal jemand mit? Viele Zivildienstleistende arbeiten in der Pflege oder eben in Kindergärten. Während ihrer Zivildienstzeit müssen sie natürlich erstmal eingearbeitet werden, dann an bestimmten Kursen teilnehmen (hier sind das 3 Wochen) und haben auch Anspruch auf Urlaub. So richtig viel Zeit bleibt da gar nicht übrig, bis sich das schwerbehinderte Kind oder auch die pflegebedürftige alte Person wieder an einen neuen Zivi gewöhnen muss. Jetzt soll diese Zeit also weiter verkürzt werden, was noch weniger Kontinuität bedeutet. Ja, die Zivis können verlängern – ob sie das tun, weiß ich nicht. Da die Verlängerung frühestens nach 2 Monaten im Dienst beantragt werden kann, kann man das ja noch nicht mal zu Vertragsabschluss vereinbaren.

Warum eigentlich nicht ein soziales Jahr (egal ob als Zivildienst, soziales oder ökologisches Jahr oder was es da noch alles gibt) als Pflicht für alle und wer unbedingt möchte, kann das verweigern und zur Bundeswehr gehen?