Kiek ins, wat is de Heben so rot?

Morgenrot

Kiek ins, wat is de Heben so rot?
Dat sünd de Engels, de backt dat Brot.
De backt den Wiehnachtsmann sin Stuten,
för all de lütten Leckersnuten.

Das Gedicht hörte ich gestern zufällig im Radio und es passte so schön zum roten Himmel von gestern früh, dass ich es euch nicht vorenthalten wollte. Normalerweise snack ik keen platt 😉

Das komplette Gedicht geht übrigens so:

Kiek ins, wat is de Heben so rot?
Dat sünd de Engels, de backt dat Brot.
De backt den Wiehnachtsmann sin Stuten,
för all de lütten Leckersnuten.

Nu flink de Teller ünnert Bett,
und legg ju hen und wes recht nett.
De Sünnerklas steit för de Dör,
de Wiehnachtsmann de schickt em her.

Wat de Engels hebbt backt, dat schöllt ji probeern
und schmeckt dat good, denn hört se dat gern
und de Wiehnachtsmann smunzelt:
„Nu backt man mehr,“
ach, wenn doch blos ers Wiehnacht weer.

(Altes plattdeutsches Volksgedicht, mündlich überliefert von Elfriede Schreiber aus einem Schullesebuch, 1935 Schleswig-Holstein.)

Auflösung des Sockenrätsels

Gar nicht so einfach, wenn man den Kontext nicht kennt. 😉

Weil die vorhandenen fast alle zu klein waren, haben wir neue Söckchen für Saskia gekauft. Dabei war ein Fünferpack weißer Söckchen, mit Pünktchen in unterschiedlichen Farben (weiß-rot, weiß-orange, weiß-rosa …). Ein Paar hatte Punkte in orange – auf einer dieser Socken fehlten allerdings einige Punkte, was wir dann beim Anziehen feststellten – an diesen Stellen war die Socke dann auch nahezu durchsichtig, hier war also bei der Herstellung etwas schief gegangen und der entsprechende Faden fehlte komplett. Da ich neue Socken mit „Sollbruchstelle“ nicht so gut fand, sagte ich zu Saskia, dass wir die Socken umtauschen gehen, weil einige Punkte fehlen.

“Nange Sotte Punge fähle” (= „der orangenen Socke fehlen Punkte“), erzählte Saskia dann Papa und allen, die es hören wollten.

Echo

Saskias Sprachentwicklung geht in eine neue Runde: Neuerdings wiederholt sie Dinge, die wir sagen. Das hat sie bisher eigentlich nie gemacht – neuerdings kommt aber häufig ein Echo, wenn wir uns mit ihr unterhalten oder sie korrigieren. Nachdem sie erzählte, ein Kuscheltier sei weg (durchaus bewusst von ihr versteckt, um es spielerisch zu suchen), antwortete ich mit „Na sowas!“ und bekam als Echo „Sowas.“ Das kommt jetzt bei zahlreichen Gelegenheiten (und mir war gar nicht bewusst, wie häufig wir Eltern das verwenden 😉 ).

Eine andere Form von Echo gibt es am Ende aller Worte, die auf Plosivlaute enden. Da hängt Saskia als Echo „t – t – t“ an. Egal ob es „bald-t-t-t“ oder „gute Nacht-t-t“ heißt, es ist etwas irritierend.

Abgesehen davon erzählt sie aber ingesamt momentan recht viel – darunter auch so nette Sachen wie „Nange Sotte Punge fähle“, was sie seit Montag sehr beschäftigt und immer mal wieder erwähnt wird. Ihr dürft gern mal raten, was sie damit wohl meint 😉