Zahnspange raus

Nachdem der Zahnarzt-Termin im Dezember leider kurzfristig abgesagt wurde, war es gestern Nachmittag soweit: Die Brackets wurden entfernt und Saskia ist nach gut 16 Monaten ihre Zahnspange los. Nachdem es am Anfang ja viele Probleme mit sich ablösenden Brackets gab, lief es in den letzten Monaten ziemlich gut. Ich hatte (auch nach Erfahrungen mit Jugendlichen im Bekanntenkreis) mit einer deutlich längeren Behandlungsdauer gerechnet. Das Ergebnis sieht gut aus, die Zähne wirken ohne die Brackets gerade sehr riesig, finde ich 😉

Für einen Abdruck (der zur Anfertigung des Retainers benötigt wird) reichte Saskias Kooperationsbereitschaft dann leider nicht mehr, wir dürfen deshalb am Montag nochmal antreten. Nach längerer Überlegung werden wir der Empfehlung des Zahnarztes folgen und uns für eine Kunststoffschiene entscheiden, die immer nachts getragen wird. Die Alternative wäre ein fester Draht auf der Rückseite der Zähne, der über Jahre drin bliebe, allerdings das gründliche Zähneputzen deutlich erschwert.

Ich muss dann heute mal Möhren kaufen, wo das Kind endlich wieder unbeschwert knabbern darf 😉

Ein ganz besonderes Kind

Zum ersten Mal seit 14 Jahren habe ich in diesem Jahr meinen Geburtstag ohne meine Tochter gefeiert, denn sie war zu der Zeit in einer Klinik. Nichts Akutes, ein geplanter Aufenthalt für 10 Tage und zum ersten Mal ohne Eltern in einer Klinik. Das war einerseits seltsam, andererseits fährt Saskia ja auch ohne Probleme (und ohne Eltern) regelmäßig auf Kurzzeitpflege-Freizeiten und vielleicht wäre es für das Ziel des Aufenthaltes ja sogar besser, wenn die Eltern nicht helikopternderweise dabei sind und sich der Teenie lieber an den etwa gleichaltrigen MitpatientInnen orientieren kann als an Papa und Mama zu kleben, dachten wir uns.

Letztlich war es die richtige Entscheidung. Saskia teilte sich (auf eigenen Wunsch) ein recht kleines Zimmer mit zwei weiteren Mädels und die drei waren schnell ein eingeschworenes Team. Wir Eltern nutzten das Angebot der Klinik, eine Gästewohnung auf dem Gelände zu mieten und konnten so an den ersten Tagen in der Nähe (etwa 100m Luftlinie) sein und ein paar Gespräche mit Ärzten, Psychologin und Pflegepersonal führen, bevor wir nach Hause fuhren und Saskia für die restliche Zeit in fremder Obhut ließen.

Wir hatten nach den ersten Tagen dort einen sehr positiven Eindruck von der Einrichtung, der sich auch bei den Arztgesprächen am letzten Tag bestätigte. Man nahm uns Eltern ernst, hörte zu, sprach offenbar im Team tatsächlich auch miteinander, so dass wir nicht alles x mal erzählen mussten und stellte sinnvolle Fragen zu den vorher eingereichten zahlreichen Arztbriefen. Auch der Umgang mit den Patienten war toll: Am Wochenende waren beispielsweise nur die 3 Mädchen aus Saskias Zimmer auf der Station, zwei andere Kinder waren schon morgens von den Eltern abgeholt worden. Als wir kamen, zum Saskia zu einem Ausflug abzuholen, saßen Saskia und ihre Zimmergenossinnen gemeinsam mit zwei ÄrztInnen und zwei PflegerInnen im Aufenthaltsraum um einen recht kleinen Tisch, unterhielten sich fröhlich und frühstückten gemeinsam. Sah sehr gemütlich und familiär aus.

Sinn der Aktion war es, ein paar psychologischen Besonderheiten unserer Tochter auf die Spur zu kommen und vielleicht ein paar Ansätze für den Alltag zu finden. Wir leben hier im Moment mit einer Epilepsie, die relativ wenig Probleme macht (außer, dass sie leider überhaupt wieder aktiv ist), aber auch mit einer Mischung aus Mutismus, irgendwas aus dem Bereich Autismus, irgendwelchen Ängsten oder mangelndem Selbstvertrauen, Verweigerung und Pubertät. Das ist … ähmm … anstrengend. Und ermüdend.

Der Versuch, hier vor Ort psychologische Hilfe zu bekommen, scheiterte zunächst an der Aussage, bei Intelligenzminderung sei Psychotherapie nicht sinnvoll (bzw. nicht möglich) und schließlich an zu wenig freien Terminen bei der einzigen Psychologin, die bereit war, auch mit einem behinderten Kind zu arbeiten. Sie meinte, mit einer Stunde pro Woche (die sie auch nicht hätte) kämen wir nicht weiter, wir sollten es doch mal mit einer stationären Reha probieren. Der Aufenthalt in der Klinik war ein erster Schritt in diese Richtung.

Interessant war, dass Saskia in der Klinik von Anfang recht offen und zugänglich war – eigentlich untypisch für sie. Andererseits machte sie auch in der Klinik in bestimmten Situationen dicht – so sehr, dass niemand mehr an sie ran kam, konnte aber innerhalb von Sekunden zurück zum „Normalmodus“ wechseln, wenn die Situation sich änderte und man mit ihr beispielsweise Unsinn machte. So ließ sie 20 Minuten lang nicht zu, dass ihr VNS ausgelesen wird, unterhielt sich dann aber fröhlich mit den ÄrztInnen über Einhörner. Tja.

Die Psychologin konnte wohl einige Tests mit Saskia machen, in denen sie auch richtig gut war. Andere verweigerte sie völlig. Ein klares Bild ergä sich so nicht, meinte die Psychologin. Saskia falle durch alle Raster. Wir hätten da tatsächlich ein ganz besonderes Kind (das wussten wir natürlich schon 😉 ). Für den Förderschwerpunkt „GE“ (Geistige Entwicklung) sei sie aber auf jeden Fall zu fit, das sollten wir auf „L“ (Lernen) ändern lassen. Mal sehen, was die zuständigen Ämter dazu sagen…

14 Jahr – kurzes Haar …

Geburtstagsticker

Wieder ein Geburtstag überstanden. Leider brachte Saskia drei Tage vor ihrem Geburtstag irgendeinen fiesen Virus aus der Schule mit und begann am Samstag heftig und häufig zu niesen. Am Sonntag lag sie dann flach. Am Nachmittag ging es ihr besser und so weckten wir sie am Montag Morgen, um festzustellen, dass sie an diesem Tag wohl lieber nicht in die Schule geht. Also Busfahrer, Schule und Chef benachrichtigt und dann gaaanz viel Zeit zum Geschenke-Auspacken gehabt. Einen Kurz-Besuch in der Schule gab es (auf ausdrücklichen Wunsch des Geburtstagskindes) dann auch noch, denn an diesem Tag fand eine Veranstaltung statt, die Saskia gern sehen wollte. Bei der Gelegenheit erfuhr ich von ihrer Klassenlehrerin dann auch, dass in der Vorwoche einige Schüler krank waren.

Ansonsten verbrachten wir den Tag ruhig daheim, am Nachmittag kam die Oma dazu und als der beste Ehemann von allen wieder zurück war, gab’s dann noch Kaffee und Kuchen. Das war’s dann auch. Am nächsten Tag gingen dann auch alle brav in die Schule bzw. zur Arbeit … um am Abend festzustellen, dass das eine blöde Idee war. In meinem Hals kratzte es gewaltig und auch Saskia hustete und prustete heftig vor sich hin. Also lagen wir am Mittwoch alle drei krank und geschafft auf dem Sofa. Und am Donnerstag und Freitag auch gleich. Dieser Infekt hatte es echt in sich – ich habe auch in dieser Woche noch etwas davon und bin erst seit gestern wieder arbeitsfähig.

Kuchen von außen

Kuchen von innen

Immerhin waren wir dann am Samstag alle fit genug für Saskias Geburtstagsfeier. Außer bunten Selterskuchen (ausdrücklich gewünscht vom Geburtstags-Teenie) war nichts vorzubereiten, denn wir feierten im Drachenlabyrinth und konnten die Teenies weitgehend sich selbst und den anwesenden Elfen, Monstern und Drachen überlassen. Sehr angenehm. (Obwohl mir nach 3 Stunden doch ganz schön die Ohren klingelten. Ruhig gehen solche Schlachten irgendwie nicht ab 😉 ) Am Ende gingen 3 KriegerInnen, eine Heilerin und 4 MagierInnen erschöpft und zufrieden nach Hause und wir beschlossen, demnächst in kleinerer Runde dort weiter zu spielen.

Gefährlich!

Ach ja – die in der Überschrift erwähnten kurzen Haare waren ein ausdrücklicher Wunsch von Saskia. Nachdem sie schon im vorigen Jahr irgendwann erwähnte, sie wolle kurze Haare (wie einer ihrer Schulfreunde – was mir dann allerdings etwas zu kurz war), war das Thema dann lange Zeit vom Tisch, bis es in diesem Sommer wieder aufkam. Eine Woche vor ihrem Geburtstag haben wir den Wunsch dann in die Tat umgesetzt und so sind die Haare jetzt etwa 35cm kürzer.

Vorher

Schnipp - Schnapp - Haare ab

Nachher

Zopf ... ohne Kopf ;)

Für dieses Jahrzehnt fertig

Mission complete

Am Donnerstag bekam Saskia die 2. HPV-Impfung und damit sind wir für dieses Jahrzehnt fertig mit Impfen. 2023 steht dann eine Auffrischung für Tetanus und Co. an.

Impfen fertig

Die vorletzte Vorsorgeuntersuchung (J1) liegt auch hinter uns – allerdings weniger erfolgreich als das Impfen. Mein Kind Teenie hat sich nämlich nahezu komplett verweigert, obwohl sowohl wir Eltern als auch die Kinderärztin ihr wirklich sehr, sehr viele Brücken gebaut haben. Die Kinderärztin bot sogar an, einen zweiten Termin ein paar Wochen später am späten Nachmittag (unmittelbar vor bzw. teilweise auch nach ihrem Feierabend) zu machen, so dass wir keinen Zeitdruck haben. Auch dieser Termin endete ohne Untersuchung. Ich kann es nicht ändern.

Manchmal macht es gar keinen Spaß, Recht zu haben

Nachdem Saskia am Mittwoch früh beim Zahnarzt endlich das letzte Bracket befestigt bekam (einige hatten von Anfang an nicht richtig geklebt, mehrere hatten sich gelöst, einmal hatte sich der der Draht gelöst und zuletzt war auch noch die Befestigung am Backenzahn raus gefallen) – hat sie nun zum ersten Mal eine komplette Zahnspange. Mal sehen, ob das bis zum nächsten Termin Anfang Januar so bleibt oder wir zwischendurch doch nochmal spontan zum Zahnarzt müssen.

Anschließend ging es ins SPZ, wo uns ein neuer Arzt erwartete, der nicht ganz auf unserer Wellenlänge lag. Was wir damit machen, weiß ich noch nicht. Die bisherige Ärztin kannte Saskia seit deren 3. Lebensmonat. Also schon deutlich vor Beginn der Epilepsie, das war – gerade in schlimmen Zeiten – immer ganz gut, weil alle anderen Ärzte vieles auf die Epilepsie reduzierten (und Saskia eben auch nur mit Anfällen kannten). Nun ist die Ärztin in Rente und der neue Arzt hatte nichts Besseres zu tun, als sich mit uns Eltern ca. 45 Minuten über Saskias Epilepsie zu unterhalten und zu betonen, dass es schlecht wäre, wenn mehrere Ärzte die Epilepsie behandeln und dann unterschiedliche Wege gehen wollen. Wir haben mehrfach betont, dass wir NICHT wegen der Epilepsie bei ihm sind und mit unserem Neurologen zufrieden sind. Wir sind im SPZ wegen der sonstigen Baustellen: Entwicklungsverzögerung, selektiver Mutismus, orthopädische Einlagen usw. … Er kam immer wieder auf die Epilepsie zurück. Was wir damit machen, weiß ich noch nicht. In einem halben Jahr bekommt der Doktor noch eine Chance, wenn es dann wieder so läuft, müssen wir uns was überlegen.

Am gestrigen Donnerstag ging es dann zum Langzeit-EEG in die Epilepsie-Klinik. Wir waren dort zuletzt 2008 und seitdem hat sich dort alles komplett verändert. Damals gab es 4 Zimmer für Langzeit-EEG mit Videomonitoring, inzwischen sind es 15. Das Gebäude ist neu, die Räume sind nett (auch die Klappbetten für die Begleitperson sehen stabiler aus als die früheren Modelle), inzwischen sagt keiner mehr was gegen Handy-Benutzung … nur langweilig ist so ein Tag, an dem man das Zimmer nicht verlassen darf, natürlich trotzdem.

Wir haben also viel fern gesehen, ein bisschen auf dem Tablet gespielt, Weihnachtsdeko gemalt und versucht, die Zeit totzuschlagen. Die Nachtschicht übernahm der beste Ehemann von allen und der konnte dann heute früh auch berichten, dass der Aufenthalt nicht umsonst war. Auch gestern Abend machte Saskia seltsame Geräusche nach dem Einschlafen und seit heute Vormittag wissen wir: Ja, es sind kurze Anfälle (wir hatten es ja befürchtet). Tja. Starten wir also wieder mit Tag 0.

Wir werden das Levetiracetam also nicht wie geplant ausschleichen, sondern die Dosis um ein Drittel erhöhen. Die bisherige Dosierung bekommt Saskia seit Januar 2013 – damals wog sie die Hälfte und war 30 cm kleiner als heute – hoffen wir also, dass es ausreicht, die Dosis anzupassen.

KinderTeeniegeburtstag überlebt

Während uns das leidliche Dachthema noch immer reichlich Stress beschert, gab es nebenbei in den letzten Tagen und Wochen ja auch positiven Stress: Ein Geburtstag war vorzubereiten. Nachdem wir in den vergangenen Jahren immer irgendwo unterwegs waren, hatten wir in diesem Jahr beschlossen, mal im Ort zu bleiben und eine Schatzsuche zu veranstalten.

Heute war es endlich soweit: Nachdem Saskia am Mittwoch noch ihre Zahnspange bekommen hatte, konnte heute der erste Teeniegeburtstag ganz zünftig gefeiert werden. 😉

Hilfe, hier wohnt jetzt ein Teenager!

Geburtstagskuchen

Teddy!

Du isst uns aber nicht den Kuchen weg?!

Wir trafen uns auf einem Parkplatz am Waldrand und veranstalteten erstmal ein Picknick auf der Wiese gegenüber. Das Wetter war perfekt – sonnig und ca. 22°C und sogar die Wespen ließen uns weitgehend in Ruhe.

Am Ende des Picknicks brachte eine Eule den ersten Hinweis. Allerdings musste der erstmal erpuzzelt und entschlüsselt werden, was einige Zeit in Anspruch nahm.

Der erste Hinweis wurde auf der Picknickdecke enträtselt.

Was steht da?

Irgendwann ging es aber los und mit etwas Hilfe hier und da wurden in den nächsten anderthalb Stunden auch die anderen Hinweise gefunden.

Auf geht's!

An der „Baumbrücke“ waren schließlich nochmal alle Augen und Spürnasen gefragt,

Ist hier der Schatz?

aber schließlich wurde die Schatztruhe gefunden. (Das da ist natürlich ein „Archivbild“ von der Vorbereitung. 😉 )

Schatztruhe

Mit dem richtigen Code – der natürlich auch enträtselt werden musste – ließ sie sich schließlich auch öffnen und der glitzernde Inhalt löste nochmal einen solchen Begeisterungsschrei aus, dass nun wahrscheinlich die ganze Kleinstadt Bescheid weiß 😉

Mein Schaaaatz!

Im Garten wurde dann die Beute geteilt, ein bisschen gespielt, gegrillt, geschwatzt und gegessen … und dann hatten wir den 13. Geburtstag auch schon überstanden. Uff. Reicht jetzt auch, sagt mein Rücken 😉
(Aber es hat Spaß gemacht. 🙂 )

Bananen und die BZgA – oder: Let’s talk about Sex

Wenn einem auf dem Weg durch die Stadt Comic-Plakate der BZgA begegnen, dann ist es nur eine Frage der Zeit, wann ein Kind danach fragt, worum es eigentlich geht. Die aktuelle Kampagne gegen STI läuft ja schon eine Weile und die Plakate sind ziemlich häufig zu sehen, insofern war es eher überraschend, dass Saskia vorher nie gefragt hat. Heute auf dem Heimweg vom Hort war dieses hübsche Plakat …

Dauerbrenner

… dann aber doch Auslöser eines netten Gesprächs im Auto.
Was machen die da? Und worum geht es überhaupt? Und wie erklärt man sexuell übertragbare Krankheiten und den Sinn von Kondomen, wenn das Kind gar nicht weiß, was das überhaupt ist? Musste ich also dann doch mal erklären, wie die Babys in den Bauch reinkommen und warum man vom „miteinander schlafen“ auch krank werden kann. Und wie man das (im Sinne der Kampagne) verhindern kann, erklärt sich dann doch am besten mit einer Banane.
Wär das auch geklärt. 😉

Und weil die Frage aufkam, was ich ihr denn erzählt hätte: Dass Sex etwas ist, das Erwachsene machen, wenn sie ein Baby haben möchten oder auch, weil es einfach ein sehr schönes Gefühl ist, wenn man das mit jemandem macht, den man sehr, sehr gern hat. Dass nur erlaubt ist, was beide wollen und sie nein sagen soll, wenn ihr irgendjemand näher kommt, als sie in dem Moment möchte. Wie die Babys in den Bauch kommen und was man tut, um nicht ungewollt schwanger zu werden oder sich mit schlimmen Krankheiten anzustecken – womit sich der Kreis zum Plakat schloss und die Banane ins Spiel kam. Dass sie für Sex noch zu jung ist.