Zahnärzte und Wartezeiten

Als Kind im Kindergartenalter hatte ich gute Zähne, irgendwann im Schulalter änderte sich das dann: Karies hier, ein Loch da, eine Füllung dort. Wenn der Schulzahnarzt kam, fand er (oder sie) eigentlich immer etwas und schickte mich dann zu der für mich zuständigen Zahnärztin. Diese Ärztin hatte leider ihren Beruf völlig verfehlt, war absolut empathielos und wäre wohl besser Metzger geworden als ausgerechnet Kinderzahnärztin. Wie oft sie mir tierisch weh getan hat, ich heulend und zitternd im Stuhl saß, habe ich nicht gezählt. Ich erinnere mich an eine Szene, als sie mir auf den Nerv bohrte, ich vor Schmerz und Schreck den Mund zu machte und sie nur meinte: „Du beißt mich nicht nochmal“, sich einen Metallfingerhut überstülpte und weiter bohrte. Dieser Frau verdanke ich viele unnötige Schmerzen und eine jahr(zehnt)elange Angst vorm Zahnarzt.

Inzwischen hat sich mein Verhältnis zu Zahnärzten gebessert – es ist nicht gerade mein liebstes Hobby, aber ich gehe halt hin. Und ich versuche, meine schlechten Erfahrungen nicht auf Saskia zu übertragen.

Nachdem der Schulzahnarzt in der Vergangenheit an Saskias Zähnen nichts auszusetzen hatte, bekamen wir im November einen Zettel, auf dem um Vorstellung beim Kieferorthopäden gebeten wurde mit der handschriftlichen Anmerkung „Spange?“. Das kam nicht überraschend, denn besonders Saskias Eckzähne haben völlig andere Pläne als sich mit anderen Zähnen in eine Reihe zu stellen. Jede Vampirmutter wäre stolz auf diese Zahnstellung … wir eher nicht so. Da wir den Zahnarzt ohnehin schon mal darauf angesprochen hatten und kurz vor Weihnachten noch ein Termin anstand, (wo es unter anderem auch um das Thema gehen sollte,) beschlossen wir, das dann nochmal anzusprechen. Allerdings war die Zahnarztpraxis im Dezember der Meinung, es sei nur eine Zahnreinigung geplant und keine Untersuchung oder ein Gespräch mit dem Doktor – wir sahen nur die Helferin (deren genaue Berufsbezeichnung ich leider schon wieder verdrängt habe „Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin“ ich gerade googeln musste), die Saskia die Zähne reinigte, der Zahnarzt war anderweitig beschäftigt.

Also machten wir einen neuen Termin, um gezielt über das Thema „Zahnspange für Saskia“ zu sprechen. Der Termin war am Montag und wir sprachen nach kurzem Blick in Saskias Mund dann tatsächlich 10 Minuten darüber, dass sie eine Spange benötigt, dass dafür Abdrücke und Röntgenbilder für den Antrag bei der Krankenkasse benötigt werden, dass die Kasse sich beteiligt, wenn die Fehlstellung so gravierend ist, dass es nicht nur ein optisches Problem ist und die Behandlung voraussichtlich ca. 1,5 Jahre dauern wird, wahrscheinlich wird mit einer herausnehmbaren Spange begonnen und später auf eine feste gewechselt.

Wer nun aber denkt: „Schön, dann machen wir doch gleich den Abdruck und die Röntgenbilder“, liegt falsch. Wir machten … einen neuen Termin für Ende Februar. Und ich bin von dieser Art der Terminplanung etwas genervt. Ja, früher saß ich manchmal stundenlang im Wartezimmer, aber dafür wurde dann auch gemacht, was anstand (und gerüchteweise waren auch damals nicht alle Zahnärzte so brutal wie meine). Wenn der Zahnarzt heutzutage beim Kontrollbesuch ein Loch findet, greift er nicht zum Bohrer, sondern zum Terminkalender und man muss wiederkommen. Dadurch minimieren sich zwar die Wartezeiten pro Besuch (meist sind es sowohl bei meinem als auch bei Saskias Zahnarzt weniger als 5 Minuten, diesmal war es eine unglaubliche Viertelstunde!), aber wenn ich dafür x-mal antreten muss, ist der Zeitgewinn dahin. Und wenn wir schon zum Gespräch wegen der Spange kommen, könnte man doch die Zeit für Abdruck und Röntgen gleich mit einplanen, oder?

Zahnersatz

Seit ihrem Sturz im März waren wir mit Saskia einige Male beim Zahnarzt – damit sie die Menschen, Räume und Geräte dort kennen lernt, hoffentlich ein Vertrauensverhältnis entsteht und man dann sehen kann, ob und wie weit die Behandlung funktioniert. Wenn gar nichts ginge, bliebe nur die Vollnarkose zur Behandlung, dann müssten wir aber woanders hin.

Bei den Terminen wurden die Zähne poliert, die Instrumente vorgestellt, rumgealbert und viel Zeit investiert. Saskia motzte zwar jedes Mal vorher, dass sie keine Lust hätte und warum wir gerade heute hingehen sollten, sie wolle lieber morgen oder nächste Woche (oder nie), aber wenn wir einmal in der Praxis waren, lief es meistens ziemlich gut.

Vor einer Woche war es dann so weit, die abgebrochenen Zähne sollten wieder aufgebaut werden. Dazu mussten die Zähne gereinigt und angeschliffen, der Mund mit einer „Bettdecke“ abgedeckt und dann eben Schicht für Schicht ein neuer Zahn aus der „Kunststoffknete“ geformt und immer wieder gehärtet werden und am Ende poliert werden. Und das Ganze natürlich bei zwei Zähnen. Etwa eine halbe Stunde sollte die Behandlung dauern.

Saskia kletterte auf den Behandlungsstuhl und irgendwann lag sie auch so, dass der Zahnarzt in ihren Mund gucken konnte. Zunächst wurde das Zahnfleisch mit einem winzigen Wattebausch betäubt – das klappte gut. Dann kam der Arzt mit einer doch recht großen Spritze. Spritze? Das war vorher nicht ausgemacht und entsprechend war Saskia auch nicht darauf vorbereitet. Fand ich ungünstig, aber jetzt war kein guter Zeitpunkt für eine Diskussion. Der Arzt hielt die Spritze so, dass Saskia sie nicht sah und durch die vorherige Betäubung des Zahnfleischs, hat sie vermutlich nicht sooo viel davon gemerkt. Während die Spritze zu wirken begann, guckte Saskia zwar ziemlich unglücklich (das ist ja auch ein fieses Gefühl, wenn die Lippe und der halbe Mund taub wird), konnte aber dadurch abgelenkt werden, dass nun auch Robbie eine Betäubung bekam.

Betäubung

Als die Spritze dann richtig wirkte, wurde der Mundraum mit einem Latextuch („Bettdecke“) abgedeckt, damit die Zähne während der Behandlung trocken bleiben und nicht irgendwelche Krümel verschluckt werden. Außerdem wurden die Zähne nochmal gereinigt und die Oberfläche aufgeraut..

Vorher

Nun ging es mit dem eigentlichen Aufbau los. Immer wieder wurde aus der Kunststoffmasse ein kleines Stückchen an den Zahn geklebt und mittels UV-Licht gehärtet.

Härten

Nach etwas mehr als einer halben Stunde war es geschafft und Saskia hatte sich ein Eis verdient.

Nachher

Ich finde, es sieht gut aus und hoffe, dass dieser Aufbau nun einige Jahre hält. Als Dauerlösung werden die Zähne voraussichtlich nach Ende der Pubertät überkront werden müssen. Ich hatte (und habe) ja etwas Bedenken, dass der Kunststoff bei Belastung abgehebelt wird, bisher wirkt es aber stabil. Nachdem Saskia an den ersten Tagen nach der Behandlung sehr vorsichtig war und immer wieder fragte, ob sie dies oder das essen dürfe (sie durfte von Anfang an alles essen, hatte der Zahnarzt gesagt) und die „neuen“ Zähne eher nicht benutzte, isst und kaut sie inzwischen wieder normal.

Dass die Zähne noch etwas schief stehen, wird in den nächsten Jahren noch korrigiert werden müssen. Der Zahnarzt meinte aber, da sollten wir den Zahnwechsel erst komplett abwarten, es würde sich da sicher noch einiges verschieben und so schlimm, dass man jetzt schon behandeln müsse, sei die Fehlstellung nicht.

Lagebericht

Saskia hat ihren Unfall offenbar gut überstanden. Sie ist fröhlich und völlig normal, tobt rum, scheint keine Probleme zu haben. Die Lippe ist inzwischen abgeschwollen und solange sie den Mund geschlossen lässt, sieht alles normal aus. Der Anblick bei geöffnetem Mund ist ziemlich gewöhnungsbedürftig: Der äußere Schneidezahn rechts ist ohnehin völlig schief, dann kommt der innere Schneidezahn rechts, der zwar beschädigt ist, aber zumindest nicht auf den ersten Blick sichtbar. Dann der innere Schneidezahn links, von dem nur noch ca. ein Drittel da ist (dann fehlt noch der äußere Schneidezahn, der einfach noch nicht da ist) und dann der linke Eckzahn, dem ein Stück fehlt. Ganz zauberhaft!

Ich habe mir am Freitag nochmal die ganze Geschichte aus Sicht des jungen Mannes, der beim Unfall dabei war, erzählen lassen: Saskia und ihre Freundin haben auf der Bühne Theater gespielt und wollten die oben stehenden Stühle „für ihr Publikum“ nach unten (vor die Bühne) stellen. Die Bühne ist (zum Glück) nicht sehr hoch – ich schätze ca. 50cm – sie hat aber vorn eine Kante, damit die Rollifahrer nicht abstürzen. An dieser Kante ist Saskia hängen geblieben und nach vorn geknallt. Mit dem Gesicht Vollbremsung auf dem Boden. Da sie den Stuhl in den Händen hatte, war auch nichts mit abstützen. Ich habe den Mann noch explizit gefragt, ob er den Unfall gesehen oder nur den Knall gehört hat, er sagte, er hätte es gesehen. Auf meine Frage, ob es ein Anfall gewesen sein könne und ob Saskia kurz vor dem Sturz irgendwie anders gewesen sei, verneinte er. (Ist natürlich keine 100%ige Sicherheit, klingt aber tatsächlich eher nach „blöd gelaufen“.)

Was die Versicherung angeht: Ich war erstaunt, dass das (selbst wenn sie das mit den Zähnen noch nicht gesehen hatten) noch niemand automatisch gemacht hatte. Mir wird das auf Arbeit regelrecht eingebläut, dass man auch beim kleinsten Arbeitsunfall nicht etwa nur ein Pflaster auf den Kratzer kleben solle, sondern den Unfall mindestens im Verbandbuch eintragen oder besser noch zum Betriebsarzt gehen sollte. Es könne ja sein, dass sich irgendwas entzünde und im schlimmsten Fall was Größeres draus wird. Insofern waren die ersten Gedanke, als ich die dicke Lippe sah, ungefähr so: „Scheiße, mein armes Kind.“ „Hoffentlich sind die Zähne heil.“ „Wo ist der Unfallbericht?“

Ich bin auch überrascht, dass mich (oder den besten Ehemann von allen) niemand angerufen hat. Selbst, wenn die verletzten Zähne noch niemanden aufgefallen sind, aber bei so einem heftigen Sturz würde ich eigentlich einen Anruf bei den Eltern erwarten. Immerhin war der Unfall bereits in der Mittagszeit um 10:40 Uhr, wie ich inzwischen weiß – abgeholt habe ich Saskia um 16 Uhr. Falls man etwas hätte reparieren können (bei komplett ausgeschlagenen Zähnen geht das ja teilweise), wäre es nach dieser Zeit vermutlich auch zu spät gewesen. Hab ich dann gestern der stellvertretenden Leiterin auch gesagt – vielleicht verhalten sie sich beim nächsten Unfall anders.

Was den Zahnarzt betrifft: Bisher waren wir in einer Kinderzahnarztpraxis in der Großstadt (ca. 25 Minuten Autofahrt) mit superschönem Wartezimmer und kindgerechten Behandlungszimmern – da hatten wir früher eine sehr liebe Ärztin, die aber leider (soweit ich weiß wegen Schwangerschaft und Elternzeit) nicht mehr da ist. Danach wechselte es immer wieder – es waren zwar alle nett, aber teilweise hatte eine Ärztin dann nicht alle Infos, was beim letzten Mal besprochen wurde, das war etwas nervig. Bisher wurde aber immer nur geguckt und höchstens fluoridiert – eine wirkliche Behandlung war nie nötig. Wegen der Zahnschmelzstörung und weil der eine Schneidezahn noch immer nicht da ist, obwohl der entsprechende Milchzahn schon lange raus ist, sollte im Sommer ja ein Röntgenbild gemacht werden. Da war Saskia leider gar nicht kooperativ. Auch beim zweiten Termin hat sie den Röntgenraum nicht mal betreten. Kurze Zeit danach sah ich hier beim Einkaufen ein mir bis dahin unbekanntes Zahnarztschild (wir haben ca. 10 Zahnarztpraxen mit mindestens 15 Zahnärzten in unserem kleinen Ort), auf dem u.a. was von Zahnputzschule, Zahnwichteln und Kinderzahnmedizin stand. Wir könnten ja mal dahin gehen und nach ’ner zweiten Meinung fragen und vielleicht würde es hier ja mit dem Röntgenbild klappen, sagten wir damals … und machten erstmal nichts. Und am Donnerstag sind wir halt dann dorthin – sind zumindest nur 10 Minuten Fußweg von daheim. Die Praxis ist mir zwar fast einen Tick zu „edel“, aber zumindest am Donnerstag waren alle sehr nett und wir haben höchstens 10 Minuten gewartet. Ob Saskia hier kooperativer ist, muss sich erst zeigen. Eine SquareDance-„Kollegin“ schwärmte mir allerdings neulich von genau diesem Zahnarzt vor – sie sei seit dem Sommer bei ihm, nachdem sie (als Angstpatientin) jahrelang gar nicht war. Schaun wir mal.

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben

Heute Nachmittag schrieb ich noch, der Tag sei besser als der gestrige, dann fuhr ich Saskia abholen. Von draußen sah ich sie allein am Tisch sitzen, den Kopf auf dem Tisch (oder den Armen) liegend. Hmm!?

Als ich rein kam, kam sie zu mir und kuschelte sich an mich (ungewöhnlich genug) und die Hortbetreuer berichteten, Saskia hätte ein paar Stühle von der Bühne heben wollen und sei gestürzt. Sie hätten die Lippe schon gekühlt und sie sei schon nicht mehr so dick. Immer noch dick genug, fand ich. Als ich genauer hinsah, stellte ich fest, dass die Schneidezähne irgendwie unterschiedlich lang aussahen. Also entweder einer total locker oder der andere abgebrochen. Genauer konnte und wollte ich wegen der dicken Lippe nicht gucken. Ich fragte also, ob es bereits einen Unfallbericht gäbe und rief den besten Ehemann von allen im Büro an mit der Bitte doch mal nach der Telefonnummer des neuen Kinderzahnarztes (den wir neulich beim Einkaufen bei uns am Markt entdeckt hatten) zu googlen und dort mal anzurufen, ob wir gleich vorbei kommen können. Wir konnten.

Eine Stunde später steht fest: Ein Schneidezahn (oben links Nr. 21) abgebrochen. Ein Schneidezahn (oben rechts Nr. 11) durchgebrochen. Einem Eckzahn (links Nr. 23) fehlt vermutlich eine Ecke. Korrektur: Es war nicht der Eckzahn, sondern der äußere Schneidezahn (links Nr. 22), dem die Ecke fehlt. Der Eckzahn ist noch nicht vorhanden.

Im Moment kann man nichts machen. Es liegen zumindest keine Nerven frei, Saskia ist gut drauf. Wir lassen die Lippe jetzt abheilen und dürfen Mitte April zur Kontrolle erscheinen. Dann wird entschieden, was und wie gemacht werden kann.

Braucht kein Mensch, sowas!

(Und jetzt hoffe ich, dass Ferienhort als „Schule“ zählt und es wenigstens ein Fall für die Unfallversicherung der Schule ist.)

Update: So sieht es aus: Von schräg unten und von vorn.
Ich binde die Bilder vorsichtshalber mal nicht direkt ein.

Es macht mich irre

Im April sollten Saskias Zähne geröntgt werden, was Saskia verweigerte. Gestern Abend fiel mir auf, dass der neue Termin ja heute ist – das passte aus verschiedenen Gründen eigentlich war nicht, aber zum Absagen bzw. Verschieben war es auch zu spät, also musste ich da wohl durch.

Zahnarzt um 17 Uhr bedeutet, dass es nicht ausreicht, wenn Saskia ganz normal mit dem Bus nach Hause kommt. Ich muss sie also von der Schule abholen, was wiederum bedeutet, dass ich mit dem Auto zur Arbeit fahren muss, was ich ungern mache. Praktisch sah das heute so aus: Auf dem Weg zur Arbeit (gut 20 km durch die Stadt) eine Viertelstunde im Stau gestanden, bei der Arbeit 2 Minuten vor Feierabend noch angerufen worden, weil es Probleme gab, die sich natürlich nicht in 2 Minuten lösen ließen. Also eine halbe Stunde später als geplant Feierabend gemacht. Zu Saskias Schule gefahren (ca. 10 km bzw. 35 Minuten im Berufsverkehr) und Punkt 16 Uhr mein Kind in Empfang genommen, dann mit ihr weiter zum Zahnarzt (nochmal gut 20 km und nochmal 35 Minuten).

16:55 Uhr kommen wir in die Zahnarztpraxis und erfahren als erstes, dass die Zahnärztin krank sei und man uns um 15 Uhr (zu Hause) angerufen habe, um den Termin abzusagen (Irgendwie nicht mein Tag, glaube ich.) Nach kurzer Diskussion konnte aber eine andere Zahnärztin übernehmen. Wir machten uns also wieder auf den Weg in Richtung Röntgenraum, denn heute sollte ja nun das Foto gemacht werden.

Saskia war allerdings der Meinung: „Ich will nicht.“ und blieb im Flur stehen. Kopf nach unten, nicht ansprechbar. Die Ärztin (oder Röntgen-Assistentin, ich weiß es leider nicht) war supernett und nahm sich Zeit, redete mit Saskia, mit mir, ich redete mit Saskia – außer „Ich will nicht.“ erfuhren wir nichts von ihr. Nach über einer halben Stunde(!) hatten wir Saskia zwar so weit, dass sie den Raum betrat und sich umsah und als die Ärztin den Raum verließ durchaus auch mit mir sprach und an den Geräten interessiert war – sie war allerdings nicht bereit, das Kinn auf die entsprechende Halterung zu legen (etwa 13 bis 15 Sekunden dauert die Aufnahme – dann wäre alles erledigt gewesen).

Eine weitere halbe Stunde später war die Sprechstunde zu Ende und wir verließen – erneut ohne Foto – die Praxis. Während wir die Treppe herunter gingen, plapperte Saskia auf mich ein. Als wir aus dem Haus kamen und in der Fußgängerzone standen, rief Saskia fröhlich: „Guck mal Mama, wollen wir uns dort was zu Essen holen?!“ In dem Moment hätte ich sie hauen können. Stattdessen antwortete ich nur: „Ganz sicher nicht.“ und fuhr mit ihr nach Hause (nochmal 10 km).

Mich macht dieses „Ich will nicht.“ inzwischen echt aggressiv, zumal man absolut nicht an sie rankommt. Ich weiß nicht, wie wir jetzt weiter vorgehen. Einen neuen Termin habe ich noch nicht, die Anmeldung war nicht mehr besetzt, als wir gingen. Aber selbst wenn – wer sagt mir, dass es nicht wieder so liefe? So war es vergeudete Zeit, sinnlos verfahrene Kilometer und am Ende „außer Spesen nichts gewesen“.

Kein Foto für mich

Gestern: Zahnarzt-Termin mit Saskia

Saskia klettert auf die Liege, lässt sich in den Mund gucken, die Zahnärztin macht die übliche Bestandsaufnahme, die Assistentin klickt auf dem Zahnschema im Computer rum. Soweit alles Okay, der schadhafte Schneidezahn macht offenbar keine Probleme und wird weiter beobachtet. Neu in der Bestandsaufnahme war „Engstand“: Die neuen Eckzähne fehlen bisher noch, allerdings werden sie es schwer haben, einen Platz zu finden, den die zugehörigen Lücken sind schmaler als die erwarteten Zähne. Zur genaueren Abklärung und Therapieplanung sollte nun also spontan ein Röntgenbild gemacht werden.

Saskia hüpfte fröhlich von der Behandlungsliege und trottete dann neben mir hinter der Assistentin in Richtung Röntgenraum – die Schultern nach vorn gezogen, den Kopf nach unten. Bis zur Tür ging es gut, den Raum hat sie nicht betreten. Nicht für „Geld und gute Worte“. Wir sind nochmal ins Wartezimmer, haben noch ein Bilderbuch vorgelesen, nochmal drüber gesprochen, dass ich bei ihr bleibe, dass die Zahnärztin sich auch die Zähne ansehen will, die sich noch verstecken, dass der Teddy (der unbedingt mit musste) doch auch gern mal gucken möchte … es führte kein Weg rein. Sie mag das nicht, erklärte Saskia und „wir machen das morgen“. Ich erklärte ihr, dass „morgen“ keine Option sei und sie entweder jetzt mitmachen könne oder wir einen neuen Termin ausmachen müssen und jetzt ganz umsonst durch die halbe Stadt gefahren sind … Es änderte nichts. Kein Röntgen-Foto für die Zahnärztin oder für mich.

Nächster Termin Mitte Juli.