KinderTeeniegeburtstag überlebt

Während uns das leidliche Dachthema noch immer reichlich Stress beschert, gab es nebenbei in den letzten Tagen und Wochen ja auch positiven Stress: Ein Geburtstag war vorzubereiten. Nachdem wir in den vergangenen Jahren immer irgendwo unterwegs waren, hatten wir in diesem Jahr beschlossen, mal im Ort zu bleiben und eine Schatzsuche zu veranstalten.

Heute war es endlich soweit: Nachdem Saskia am Mittwoch noch ihre Zahnspange bekommen hatte, konnte heute der erste Teeniegeburtstag ganz zünftig gefeiert werden. 😉

Hilfe, hier wohnt jetzt ein Teenager!

Geburtstagskuchen

Teddy!

Du isst uns aber nicht den Kuchen weg?!

Wir trafen uns auf einem Parkplatz am Waldrand und veranstalteten erstmal ein Picknick auf der Wiese gegenüber. Das Wetter war perfekt – sonnig und ca. 22°C und sogar die Wespen ließen uns weitgehend in Ruhe.

Am Ende des Picknicks brachte eine Eule den ersten Hinweis. Allerdings musste der erstmal erpuzzelt und entschlüsselt werden, was einige Zeit in Anspruch nahm.

Der erste Hinweis wurde auf der Picknickdecke enträtselt.

Was steht da?

Irgendwann ging es aber los und mit etwas Hilfe hier und da wurden in den nächsten anderthalb Stunden auch die anderen Hinweise gefunden.

Auf geht's!

An der „Baumbrücke“ waren schließlich nochmal alle Augen und Spürnasen gefragt,

Ist hier der Schatz?

aber schließlich wurde die Schatztruhe gefunden. (Das da ist natürlich ein „Archivbild“ von der Vorbereitung. 😉 )

Schatztruhe

Mit dem richtigen Code – der natürlich auch enträtselt werden musste – ließ sie sich schließlich auch öffnen und der glitzernde Inhalt löste nochmal einen solchen Begeisterungsschrei aus, dass nun wahrscheinlich die ganze Kleinstadt Bescheid weiß 😉

Mein Schaaaatz!

Im Garten wurde dann die Beute geteilt, ein bisschen gespielt, gegrillt, geschwatzt und gegessen … und dann hatten wir den 13. Geburtstag auch schon überstanden. Uff. Reicht jetzt auch, sagt mein Rücken 😉
(Aber es hat Spaß gemacht. 🙂 )

Ein freier Tag …

Nachdem ich mich gestern noch über meine neue Krone gefreut hatte, war da gleichzeitig das Gefühl: „Irgendwas ist da so komisch rau.“ Zahnarzt und Helferin guckten nach, fanden nichts Ungewöhnliches und empfahlen, erstmal abzuwarten, weil sich das seltsame Gefühl sicher in den nächsten Tagen geben würde. Sonst könne ich ja wieder kommen. Hmmm. Gestern Abend hatte ich dann plötzlich einen harten Krümel im Mund und die Zunge meldete: „Großes Loch in der Nähe der Krone.“ Ach nöö!

Heute früh war ich dann um 3 Uhr wach und statt mich einfach umzudrehen und wieder einzuschlafen, grübelte ich darüber nach, wann und wie ich heute einen Zahnarzttermin unterbringen kann. Irgendwann schlief ich dann auch wieder ein.

5:20 Uhr klingelte der Wecker, 7 Uhr stieg Saskia in den Schulbus und der beste Ehemann von allen brach zu seiner Dienstreise auf. Ich erledigte ein bisschen Kleinkram und rief kurz nach 8 zunächst den Zahnarzt an, um einen Termin für den Nachmittag zu vereinbaren, schrieb eine SMS an eine Freundin, um Saskia für diese Zeit unterzubringen und rief die Telefongesellschaft an, die es seit 3 Wochen immer noch nicht geschafft hat, mir eine Ersatzkarte für die im abhanden gekommenen Handy befindliche SIM-Karte zu schicken. Das nervt. Ich habe eine zweite Karte (anderer Anbieter), die nach 3 Tagen ersetzt war – bin also erreichbar, kenne aber meine derzeitige Nummer nicht und muss jedesmal irgendwo nachsehen. Die andere ist meine Hauptnummer, die auch auf sämtlichen Kontaktdaten in der Schule, beim Busunternehmen, bei der Lebenshilfe usw. angegeben ist. Und ich möchte endlich unter dieser Nummer wieder erreichbar sein. Kann doch nicht so schwer sein, meine Güte.

Dann war es dreiviertel 9 und ich fuhr zu Saskias Schule, holte meine Tochter ab, fuhr mit ihr zum SPZ, brachte sie zweieinhalb Stunden später zurück zur Schule, fuhr wieder nach Hause, erledigte unterwegs den Einkauf und machte mir ein schnelles Mittagessen.

Gegen 13 Uhr rief meine Mutti an und fragte, ob ich sie heute besuchen würde, was ich bejahte, dann wurde sie zu einer Untersuchung abgeholt. Ich fuhr wieder zur Schule, holte Saskia ab und fuhr mit ihr zu meiner Mutti ins Krankenhaus. Als wir kurz nach 3 auf der Station ankamen, war sie allerdings nicht da. „Sie ist beim CT.“ hieß es und man wisse nicht, wie lange das noch dauern würde. Na großartig. Uns lief leider die Zeit davon. Aber ändern konnten wir es nicht. Also nochmal raus und eine Runde gedreht bis zum nächsten Eisladen. Als wir eine halbe Stunde später wieder zurück waren, war auch meine Mutti im Zimmer und wir konnten noch 5 Sätze reden, bevor wir den Heimweg antreten mussten, denn schließlich hatte ich ja um 16:30 Uhr einen Zahnarzttermin. Wenn man am Krankenhaus 15:50 Uhr aufbricht, kann das allerdings knapp werden. Wenn auf der Autobahn ein größerer Stau ist, erst recht. Ich rief also beim Zahnarzt an, dass es später würde, warf um 16:47 Uhr Saskia bei der Freundin raus und war kurz vor 5 beim Zahnarzt (wo ich glücklicherweise nicht die Einzige war, die wegen des Staus zu spät kam).

Der verschluckte sich glatt an seinem Kaffee, als ich auf die Frage, ob die Krone zu hoch, zu breit oder sonstwie unangenehm sei und das abschließende: „Was haste?“ antwortete „Ein Loch im Zahn neben der Krone.“ Der Ersatz der rausgefallenen Füllung war dann zum Glück schnell erledigt und so war ich kurz nach 6 wieder bei der Freundin, um Saskia abzuholen. Wir blieben noch ein paar Minuten, weil die Kinder gerade schön spielten und waren schließlich kurz vor 7 daheim.

Insgesamt ca. 130 km Auto gefahren, gefühlt fast den ganzen Tag nur im Auto gesessen und viel zu wenig getrunken. Jetzt bin ich platt.

Meiner Mutti geht es soweit gut, im Moment wird überlegt, ob sie morgen oder übermorgen entlassen wird. Ihre Arme haben allerdings so viele blaue Flecke und Einstichlöcher, dass sie besser in keine Drogenkontrolle geraten sollte.

Normale Station … und anderes

Meine Mutti hat die Nacht gut überstanden und wurde heute auf die normale Station verlegt. Danke an alle, die ihr die Daumen gedrückt haben. Heute Nachmittag sollte noch ein CT gemacht werden, vielleicht bringt das ja noch neue Erkenntnisse. Morgen werde ich sie mit Saskia besuchen gehen und dann sehen wir mal, wie es weiter geht. Dass sie ihren Geburtstag (am Donnerstag) daheim verbringt, halte ich allerdings für unwahrscheinlich.

Ich durfte mir heute meine neue Krone abholen und finde das Gefühl im Mund noch sehr ungewohnt.

Und die Krankenkasse teilt mit, dass sie gut 3000 € für Saskias kieferorthopädische Behandlung übernehmen wird. Dann kann es also losgehen. Ich bin sehr gespannt, wie es mit Saskia und der Zahnspange laufen wird. So schief wie ihre Zähne teilweise stehen, ist zumindest die Notwendigkeit der Behandlung unstrittig.

Zahnärzte und Wartezeiten

Als Kind im Kindergartenalter hatte ich gute Zähne, irgendwann im Schulalter änderte sich das dann: Karies hier, ein Loch da, eine Füllung dort. Wenn der Schulzahnarzt kam, fand er (oder sie) eigentlich immer etwas und schickte mich dann zu der für mich zuständigen Zahnärztin. Diese Ärztin hatte leider ihren Beruf völlig verfehlt, war absolut empathielos und wäre wohl besser Metzger geworden als ausgerechnet Kinderzahnärztin. Wie oft sie mir tierisch weh getan hat, ich heulend und zitternd im Stuhl saß, habe ich nicht gezählt. Ich erinnere mich an eine Szene, als sie mir auf den Nerv bohrte, ich vor Schmerz und Schreck den Mund zu machte und sie nur meinte: „Du beißt mich nicht nochmal“, sich einen Metallfingerhut überstülpte und weiter bohrte. Dieser Frau verdanke ich viele unnötige Schmerzen und eine jahr(zehnt)elange Angst vorm Zahnarzt.

Inzwischen hat sich mein Verhältnis zu Zahnärzten gebessert – es ist nicht gerade mein liebstes Hobby, aber ich gehe halt hin. Und ich versuche, meine schlechten Erfahrungen nicht auf Saskia zu übertragen.

Nachdem der Schulzahnarzt in der Vergangenheit an Saskias Zähnen nichts auszusetzen hatte, bekamen wir im November einen Zettel, auf dem um Vorstellung beim Kieferorthopäden gebeten wurde mit der handschriftlichen Anmerkung „Spange?“. Das kam nicht überraschend, denn besonders Saskias Eckzähne haben völlig andere Pläne als sich mit anderen Zähnen in eine Reihe zu stellen. Jede Vampirmutter wäre stolz auf diese Zahnstellung … wir eher nicht so. Da wir den Zahnarzt ohnehin schon mal darauf angesprochen hatten und kurz vor Weihnachten noch ein Termin anstand, (wo es unter anderem auch um das Thema gehen sollte,) beschlossen wir, das dann nochmal anzusprechen. Allerdings war die Zahnarztpraxis im Dezember der Meinung, es sei nur eine Zahnreinigung geplant und keine Untersuchung oder ein Gespräch mit dem Doktor – wir sahen nur die Helferin (deren genaue Berufsbezeichnung ich leider schon wieder verdrängt habe „Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin“ ich gerade googeln musste), die Saskia die Zähne reinigte, der Zahnarzt war anderweitig beschäftigt.

Also machten wir einen neuen Termin, um gezielt über das Thema „Zahnspange für Saskia“ zu sprechen. Der Termin war am Montag und wir sprachen nach kurzem Blick in Saskias Mund dann tatsächlich 10 Minuten darüber, dass sie eine Spange benötigt, dass dafür Abdrücke und Röntgenbilder für den Antrag bei der Krankenkasse benötigt werden, dass die Kasse sich beteiligt, wenn die Fehlstellung so gravierend ist, dass es nicht nur ein optisches Problem ist und die Behandlung voraussichtlich ca. 1,5 Jahre dauern wird, wahrscheinlich wird mit einer herausnehmbaren Spange begonnen und später auf eine feste gewechselt.

Wer nun aber denkt: „Schön, dann machen wir doch gleich den Abdruck und die Röntgenbilder“, liegt falsch. Wir machten … einen neuen Termin für Ende Februar. Und ich bin von dieser Art der Terminplanung etwas genervt. Ja, früher saß ich manchmal stundenlang im Wartezimmer, aber dafür wurde dann auch gemacht, was anstand (und gerüchteweise waren auch damals nicht alle Zahnärzte so brutal wie meine). Wenn der Zahnarzt heutzutage beim Kontrollbesuch ein Loch findet, greift er nicht zum Bohrer, sondern zum Terminkalender und man muss wiederkommen. Dadurch minimieren sich zwar die Wartezeiten pro Besuch (meist sind es sowohl bei meinem als auch bei Saskias Zahnarzt weniger als 5 Minuten, diesmal war es eine unglaubliche Viertelstunde!), aber wenn ich dafür x-mal antreten muss, ist der Zeitgewinn dahin. Und wenn wir schon zum Gespräch wegen der Spange kommen, könnte man doch die Zeit für Abdruck und Röntgen gleich mit einplanen, oder?

Zahnersatz

Seit ihrem Sturz im März waren wir mit Saskia einige Male beim Zahnarzt – damit sie die Menschen, Räume und Geräte dort kennen lernt, hoffentlich ein Vertrauensverhältnis entsteht und man dann sehen kann, ob und wie weit die Behandlung funktioniert. Wenn gar nichts ginge, bliebe nur die Vollnarkose zur Behandlung, dann müssten wir aber woanders hin.

Bei den Terminen wurden die Zähne poliert, die Instrumente vorgestellt, rumgealbert und viel Zeit investiert. Saskia motzte zwar jedes Mal vorher, dass sie keine Lust hätte und warum wir gerade heute hingehen sollten, sie wolle lieber morgen oder nächste Woche (oder nie), aber wenn wir einmal in der Praxis waren, lief es meistens ziemlich gut.

Vor einer Woche war es dann so weit, die abgebrochenen Zähne sollten wieder aufgebaut werden. Dazu mussten die Zähne gereinigt und angeschliffen, der Mund mit einer „Bettdecke“ abgedeckt und dann eben Schicht für Schicht ein neuer Zahn aus der „Kunststoffknete“ geformt und immer wieder gehärtet werden und am Ende poliert werden. Und das Ganze natürlich bei zwei Zähnen. Etwa eine halbe Stunde sollte die Behandlung dauern.

Saskia kletterte auf den Behandlungsstuhl und irgendwann lag sie auch so, dass der Zahnarzt in ihren Mund gucken konnte. Zunächst wurde das Zahnfleisch mit einem winzigen Wattebausch betäubt – das klappte gut. Dann kam der Arzt mit einer doch recht großen Spritze. Spritze? Das war vorher nicht ausgemacht und entsprechend war Saskia auch nicht darauf vorbereitet. Fand ich ungünstig, aber jetzt war kein guter Zeitpunkt für eine Diskussion. Der Arzt hielt die Spritze so, dass Saskia sie nicht sah und durch die vorherige Betäubung des Zahnfleischs, hat sie vermutlich nicht sooo viel davon gemerkt. Während die Spritze zu wirken begann, guckte Saskia zwar ziemlich unglücklich (das ist ja auch ein fieses Gefühl, wenn die Lippe und der halbe Mund taub wird), konnte aber dadurch abgelenkt werden, dass nun auch Robbie eine Betäubung bekam.

Betäubung

Als die Spritze dann richtig wirkte, wurde der Mundraum mit einem Latextuch („Bettdecke“) abgedeckt, damit die Zähne während der Behandlung trocken bleiben und nicht irgendwelche Krümel verschluckt werden. Außerdem wurden die Zähne nochmal gereinigt und die Oberfläche aufgeraut..

Vorher

Nun ging es mit dem eigentlichen Aufbau los. Immer wieder wurde aus der Kunststoffmasse ein kleines Stückchen an den Zahn geklebt und mittels UV-Licht gehärtet.

Härten

Nach etwas mehr als einer halben Stunde war es geschafft und Saskia hatte sich ein Eis verdient.

Nachher

Ich finde, es sieht gut aus und hoffe, dass dieser Aufbau nun einige Jahre hält. Als Dauerlösung werden die Zähne voraussichtlich nach Ende der Pubertät überkront werden müssen. Ich hatte (und habe) ja etwas Bedenken, dass der Kunststoff bei Belastung abgehebelt wird, bisher wirkt es aber stabil. Nachdem Saskia an den ersten Tagen nach der Behandlung sehr vorsichtig war und immer wieder fragte, ob sie dies oder das essen dürfe (sie durfte von Anfang an alles essen, hatte der Zahnarzt gesagt) und die „neuen“ Zähne eher nicht benutzte, isst und kaut sie inzwischen wieder normal.

Dass die Zähne noch etwas schief stehen, wird in den nächsten Jahren noch korrigiert werden müssen. Der Zahnarzt meinte aber, da sollten wir den Zahnwechsel erst komplett abwarten, es würde sich da sicher noch einiges verschieben und so schlimm, dass man jetzt schon behandeln müsse, sei die Fehlstellung nicht.

Lagebericht

Saskia hat ihren Unfall offenbar gut überstanden. Sie ist fröhlich und völlig normal, tobt rum, scheint keine Probleme zu haben. Die Lippe ist inzwischen abgeschwollen und solange sie den Mund geschlossen lässt, sieht alles normal aus. Der Anblick bei geöffnetem Mund ist ziemlich gewöhnungsbedürftig: Der äußere Schneidezahn rechts ist ohnehin völlig schief, dann kommt der innere Schneidezahn rechts, der zwar beschädigt ist, aber zumindest nicht auf den ersten Blick sichtbar. Dann der innere Schneidezahn links, von dem nur noch ca. ein Drittel da ist (dann fehlt noch der äußere Schneidezahn, der einfach noch nicht da ist) und dann der linke Eckzahn, dem ein Stück fehlt. Ganz zauberhaft!

Ich habe mir am Freitag nochmal die ganze Geschichte aus Sicht des jungen Mannes, der beim Unfall dabei war, erzählen lassen: Saskia und ihre Freundin haben auf der Bühne Theater gespielt und wollten die oben stehenden Stühle „für ihr Publikum“ nach unten (vor die Bühne) stellen. Die Bühne ist (zum Glück) nicht sehr hoch – ich schätze ca. 50cm – sie hat aber vorn eine Kante, damit die Rollifahrer nicht abstürzen. An dieser Kante ist Saskia hängen geblieben und nach vorn geknallt. Mit dem Gesicht Vollbremsung auf dem Boden. Da sie den Stuhl in den Händen hatte, war auch nichts mit abstützen. Ich habe den Mann noch explizit gefragt, ob er den Unfall gesehen oder nur den Knall gehört hat, er sagte, er hätte es gesehen. Auf meine Frage, ob es ein Anfall gewesen sein könne und ob Saskia kurz vor dem Sturz irgendwie anders gewesen sei, verneinte er. (Ist natürlich keine 100%ige Sicherheit, klingt aber tatsächlich eher nach „blöd gelaufen“.)

Was die Versicherung angeht: Ich war erstaunt, dass das (selbst wenn sie das mit den Zähnen noch nicht gesehen hatten) noch niemand automatisch gemacht hatte. Mir wird das auf Arbeit regelrecht eingebläut, dass man auch beim kleinsten Arbeitsunfall nicht etwa nur ein Pflaster auf den Kratzer kleben solle, sondern den Unfall mindestens im Verbandbuch eintragen oder besser noch zum Betriebsarzt gehen sollte. Es könne ja sein, dass sich irgendwas entzünde und im schlimmsten Fall was Größeres draus wird. Insofern waren die ersten Gedanke, als ich die dicke Lippe sah, ungefähr so: „Scheiße, mein armes Kind.“ „Hoffentlich sind die Zähne heil.“ „Wo ist der Unfallbericht?“

Ich bin auch überrascht, dass mich (oder den besten Ehemann von allen) niemand angerufen hat. Selbst, wenn die verletzten Zähne noch niemanden aufgefallen sind, aber bei so einem heftigen Sturz würde ich eigentlich einen Anruf bei den Eltern erwarten. Immerhin war der Unfall bereits in der Mittagszeit um 10:40 Uhr, wie ich inzwischen weiß – abgeholt habe ich Saskia um 16 Uhr. Falls man etwas hätte reparieren können (bei komplett ausgeschlagenen Zähnen geht das ja teilweise), wäre es nach dieser Zeit vermutlich auch zu spät gewesen. Hab ich dann gestern der stellvertretenden Leiterin auch gesagt – vielleicht verhalten sie sich beim nächsten Unfall anders.

Was den Zahnarzt betrifft: Bisher waren wir in einer Kinderzahnarztpraxis in der Großstadt (ca. 25 Minuten Autofahrt) mit superschönem Wartezimmer und kindgerechten Behandlungszimmern – da hatten wir früher eine sehr liebe Ärztin, die aber leider (soweit ich weiß wegen Schwangerschaft und Elternzeit) nicht mehr da ist. Danach wechselte es immer wieder – es waren zwar alle nett, aber teilweise hatte eine Ärztin dann nicht alle Infos, was beim letzten Mal besprochen wurde, das war etwas nervig. Bisher wurde aber immer nur geguckt und höchstens fluoridiert – eine wirkliche Behandlung war nie nötig. Wegen der Zahnschmelzstörung und weil der eine Schneidezahn noch immer nicht da ist, obwohl der entsprechende Milchzahn schon lange raus ist, sollte im Sommer ja ein Röntgenbild gemacht werden. Da war Saskia leider gar nicht kooperativ. Auch beim zweiten Termin hat sie den Röntgenraum nicht mal betreten. Kurze Zeit danach sah ich hier beim Einkaufen ein mir bis dahin unbekanntes Zahnarztschild (wir haben ca. 10 Zahnarztpraxen mit mindestens 15 Zahnärzten in unserem kleinen Ort), auf dem u.a. was von Zahnputzschule, Zahnwichteln und Kinderzahnmedizin stand. Wir könnten ja mal dahin gehen und nach ’ner zweiten Meinung fragen und vielleicht würde es hier ja mit dem Röntgenbild klappen, sagten wir damals … und machten erstmal nichts. Und am Donnerstag sind wir halt dann dorthin – sind zumindest nur 10 Minuten Fußweg von daheim. Die Praxis ist mir zwar fast einen Tick zu „edel“, aber zumindest am Donnerstag waren alle sehr nett und wir haben höchstens 10 Minuten gewartet. Ob Saskia hier kooperativer ist, muss sich erst zeigen. Eine SquareDance-„Kollegin“ schwärmte mir allerdings neulich von genau diesem Zahnarzt vor – sie sei seit dem Sommer bei ihm, nachdem sie (als Angstpatientin) jahrelang gar nicht war. Schaun wir mal.

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben

Heute Nachmittag schrieb ich noch, der Tag sei besser als der gestrige, dann fuhr ich Saskia abholen. Von draußen sah ich sie allein am Tisch sitzen, den Kopf auf dem Tisch (oder den Armen) liegend. Hmm!?

Als ich rein kam, kam sie zu mir und kuschelte sich an mich (ungewöhnlich genug) und die Hortbetreuer berichteten, Saskia hätte ein paar Stühle von der Bühne heben wollen und sei gestürzt. Sie hätten die Lippe schon gekühlt und sie sei schon nicht mehr so dick. Immer noch dick genug, fand ich. Als ich genauer hinsah, stellte ich fest, dass die Schneidezähne irgendwie unterschiedlich lang aussahen. Also entweder einer total locker oder der andere abgebrochen. Genauer konnte und wollte ich wegen der dicken Lippe nicht gucken. Ich fragte also, ob es bereits einen Unfallbericht gäbe und rief den besten Ehemann von allen im Büro an mit der Bitte doch mal nach der Telefonnummer des neuen Kinderzahnarztes (den wir neulich beim Einkaufen bei uns am Markt entdeckt hatten) zu googlen und dort mal anzurufen, ob wir gleich vorbei kommen können. Wir konnten.

Eine Stunde später steht fest: Ein Schneidezahn (oben links Nr. 21) abgebrochen. Ein Schneidezahn (oben rechts Nr. 11) durchgebrochen. Einem Eckzahn (links Nr. 23) fehlt vermutlich eine Ecke. Korrektur: Es war nicht der Eckzahn, sondern der äußere Schneidezahn (links Nr. 22), dem die Ecke fehlt. Der Eckzahn ist noch nicht vorhanden.

Im Moment kann man nichts machen. Es liegen zumindest keine Nerven frei, Saskia ist gut drauf. Wir lassen die Lippe jetzt abheilen und dürfen Mitte April zur Kontrolle erscheinen. Dann wird entschieden, was und wie gemacht werden kann.

Braucht kein Mensch, sowas!

(Und jetzt hoffe ich, dass Ferienhort als „Schule“ zählt und es wenigstens ein Fall für die Unfallversicherung der Schule ist.)

Update: So sieht es aus: Von schräg unten und von vorn.
Ich binde die Bilder vorsichtshalber mal nicht direkt ein.