Dies und das

Es tropft nach wie vor – obwohl es im Laufe der vergangenen Woche gar nicht wirklich geregnet hat, scheint noch reichlich Wasser im Dach zu sein. 4,1 l habe ich heute aus dem Eimer geschüttet – das war die Menge, die sich seit Montag angesammelt hatte. Finde ich irre viel. Wir haben jetzt Kontakt zu einer anderen Dachdeckerfirma aufgenommen, die hoffentlich in den nächsten Tagen ein paar vermutlich undichte Stellen abdichten kann. Ob das klappt, hängt aber noch von verschiedenen Dingen ab: Sie müssen Zeit haben (was derzeit ein echtes Problem zu sein scheint), der Sachverständige (als Zeuge) muss gleichzeitig Zeit haben, sie müssen das passende Material haben (was derzeit nicht der Fall ist) und das Wetter muss mitspielen (wonach es für die nächsten Tage nicht aussieht). Uff.

Vom Gericht haben wir inzwischen ein Aktenzeichen. Und vom Anwalt der Gegenpartei gibt es ein Schreiben, dass eine Streitverkündung (ich glaube so hieß das) gegen den damaligen Planer bevor steht. Das kann ja noch lustig werden.

Ansonsten haben wir für Mittwoch noch einen Zahnarzttermin gewonnen – es hat sich nämlich schon wieder ein Bracket gelöst und muss ersetzt werden. Die Zahnspange war nicht mal für eine Woche komplett.

Und zu guter Letzt haben wir heute Winterschuhe für Saskia gekauft – in Größe 42 :-O (ja, mein Kind lebt auf großem Fuß – allerdings würde normalerweise 40 reichen (Turnschuhe in 40 haben wir auch gekauft) – für ihre orthopädischen Einlagen brauchen wir aber mehr Platz. Aber 42 ist schon gaaaanz schön riesig!

Manchmal macht es gar keinen Spaß, Recht zu haben

Nachdem Saskia am Mittwoch früh beim Zahnarzt endlich das letzte Bracket befestigt bekam (einige hatten von Anfang an nicht richtig geklebt, mehrere hatten sich gelöst, einmal hatte sich der der Draht gelöst und zuletzt war auch noch die Befestigung am Backenzahn raus gefallen) – hat sie nun zum ersten Mal eine komplette Zahnspange. Mal sehen, ob das bis zum nächsten Termin Anfang Januar so bleibt oder wir zwischendurch doch nochmal spontan zum Zahnarzt müssen.

Anschließend ging es ins SPZ, wo uns ein neuer Arzt erwartete, der nicht ganz auf unserer Wellenlänge lag. Was wir damit machen, weiß ich noch nicht. Die bisherige Ärztin kannte Saskia seit deren 3. Lebensmonat. Also schon deutlich vor Beginn der Epilepsie, das war – gerade in schlimmen Zeiten – immer ganz gut, weil alle anderen Ärzte vieles auf die Epilepsie reduzierten (und Saskia eben auch nur mit Anfällen kannten). Nun ist die Ärztin in Rente und der neue Arzt hatte nichts Besseres zu tun, als sich mit uns Eltern ca. 45 Minuten über Saskias Epilepsie zu unterhalten und zu betonen, dass es schlecht wäre, wenn mehrere Ärzte die Epilepsie behandeln und dann unterschiedliche Wege gehen wollen. Wir haben mehrfach betont, dass wir NICHT wegen der Epilepsie bei ihm sind und mit unserem Neurologen zufrieden sind. Wir sind im SPZ wegen der sonstigen Baustellen: Entwicklungsverzögerung, selektiver Mutismus, orthopädische Einlagen usw. … Er kam immer wieder auf die Epilepsie zurück. Was wir damit machen, weiß ich noch nicht. In einem halben Jahr bekommt der Doktor noch eine Chance, wenn es dann wieder so läuft, müssen wir uns was überlegen.

Am gestrigen Donnerstag ging es dann zum Langzeit-EEG in die Epilepsie-Klinik. Wir waren dort zuletzt 2008 und seitdem hat sich dort alles komplett verändert. Damals gab es 4 Zimmer für Langzeit-EEG mit Videomonitoring, inzwischen sind es 15. Das Gebäude ist neu, die Räume sind nett (auch die Klappbetten für die Begleitperson sehen stabiler aus als die früheren Modelle), inzwischen sagt keiner mehr was gegen Handy-Benutzung … nur langweilig ist so ein Tag, an dem man das Zimmer nicht verlassen darf, natürlich trotzdem.

Wir haben also viel fern gesehen, ein bisschen auf dem Tablet gespielt, Weihnachtsdeko gemalt und versucht, die Zeit totzuschlagen. Die Nachtschicht übernahm der beste Ehemann von allen und der konnte dann heute früh auch berichten, dass der Aufenthalt nicht umsonst war. Auch gestern Abend machte Saskia seltsame Geräusche nach dem Einschlafen und seit heute Vormittag wissen wir: Ja, es sind kurze Anfälle (wir hatten es ja befürchtet). Tja. Starten wir also wieder mit Tag 0.

Wir werden das Levetiracetam also nicht wie geplant ausschleichen, sondern die Dosis um ein Drittel erhöhen. Die bisherige Dosierung bekommt Saskia seit Januar 2013 – damals wog sie die Hälfte und war 30 cm kleiner als heute – hoffen wir also, dass es ausreicht, die Dosis anzupassen.

KinderTeeniegeburtstag überlebt

Während uns das leidliche Dachthema noch immer reichlich Stress beschert, gab es nebenbei in den letzten Tagen und Wochen ja auch positiven Stress: Ein Geburtstag war vorzubereiten. Nachdem wir in den vergangenen Jahren immer irgendwo unterwegs waren, hatten wir in diesem Jahr beschlossen, mal im Ort zu bleiben und eine Schatzsuche zu veranstalten.

Heute war es endlich soweit: Nachdem Saskia am Mittwoch noch ihre Zahnspange bekommen hatte, konnte heute der erste Teeniegeburtstag ganz zünftig gefeiert werden. 😉

Hilfe, hier wohnt jetzt ein Teenager!

Geburtstagskuchen

Teddy!

Du isst uns aber nicht den Kuchen weg?!

Wir trafen uns auf einem Parkplatz am Waldrand und veranstalteten erstmal ein Picknick auf der Wiese gegenüber. Das Wetter war perfekt – sonnig und ca. 22°C und sogar die Wespen ließen uns weitgehend in Ruhe.

Am Ende des Picknicks brachte eine Eule den ersten Hinweis. Allerdings musste der erstmal erpuzzelt und entschlüsselt werden, was einige Zeit in Anspruch nahm.

Der erste Hinweis wurde auf der Picknickdecke enträtselt.

Was steht da?

Irgendwann ging es aber los und mit etwas Hilfe hier und da wurden in den nächsten anderthalb Stunden auch die anderen Hinweise gefunden.

Auf geht's!

An der „Baumbrücke“ waren schließlich nochmal alle Augen und Spürnasen gefragt,

Ist hier der Schatz?

aber schließlich wurde die Schatztruhe gefunden. (Das da ist natürlich ein „Archivbild“ von der Vorbereitung. 😉 )

Schatztruhe

Mit dem richtigen Code – der natürlich auch enträtselt werden musste – ließ sie sich schließlich auch öffnen und der glitzernde Inhalt löste nochmal einen solchen Begeisterungsschrei aus, dass nun wahrscheinlich die ganze Kleinstadt Bescheid weiß 😉

Mein Schaaaatz!

Im Garten wurde dann die Beute geteilt, ein bisschen gespielt, gegrillt, geschwatzt und gegessen … und dann hatten wir den 13. Geburtstag auch schon überstanden. Uff. Reicht jetzt auch, sagt mein Rücken 😉
(Aber es hat Spaß gemacht. 🙂 )

Ein freier Tag …

Nachdem ich mich gestern noch über meine neue Krone gefreut hatte, war da gleichzeitig das Gefühl: „Irgendwas ist da so komisch rau.“ Zahnarzt und Helferin guckten nach, fanden nichts Ungewöhnliches und empfahlen, erstmal abzuwarten, weil sich das seltsame Gefühl sicher in den nächsten Tagen geben würde. Sonst könne ich ja wieder kommen. Hmmm. Gestern Abend hatte ich dann plötzlich einen harten Krümel im Mund und die Zunge meldete: „Großes Loch in der Nähe der Krone.“ Ach nöö!

Heute früh war ich dann um 3 Uhr wach und statt mich einfach umzudrehen und wieder einzuschlafen, grübelte ich darüber nach, wann und wie ich heute einen Zahnarzttermin unterbringen kann. Irgendwann schlief ich dann auch wieder ein.

5:20 Uhr klingelte der Wecker, 7 Uhr stieg Saskia in den Schulbus und der beste Ehemann von allen brach zu seiner Dienstreise auf. Ich erledigte ein bisschen Kleinkram und rief kurz nach 8 zunächst den Zahnarzt an, um einen Termin für den Nachmittag zu vereinbaren, schrieb eine SMS an eine Freundin, um Saskia für diese Zeit unterzubringen und rief die Telefongesellschaft an, die es seit 3 Wochen immer noch nicht geschafft hat, mir eine Ersatzkarte für die im abhanden gekommenen Handy befindliche SIM-Karte zu schicken. Das nervt. Ich habe eine zweite Karte (anderer Anbieter), die nach 3 Tagen ersetzt war – bin also erreichbar, kenne aber meine derzeitige Nummer nicht und muss jedesmal irgendwo nachsehen. Die andere ist meine Hauptnummer, die auch auf sämtlichen Kontaktdaten in der Schule, beim Busunternehmen, bei der Lebenshilfe usw. angegeben ist. Und ich möchte endlich unter dieser Nummer wieder erreichbar sein. Kann doch nicht so schwer sein, meine Güte.

Dann war es dreiviertel 9 und ich fuhr zu Saskias Schule, holte meine Tochter ab, fuhr mit ihr zum SPZ, brachte sie zweieinhalb Stunden später zurück zur Schule, fuhr wieder nach Hause, erledigte unterwegs den Einkauf und machte mir ein schnelles Mittagessen.

Gegen 13 Uhr rief meine Mutti an und fragte, ob ich sie heute besuchen würde, was ich bejahte, dann wurde sie zu einer Untersuchung abgeholt. Ich fuhr wieder zur Schule, holte Saskia ab und fuhr mit ihr zu meiner Mutti ins Krankenhaus. Als wir kurz nach 3 auf der Station ankamen, war sie allerdings nicht da. „Sie ist beim CT.“ hieß es und man wisse nicht, wie lange das noch dauern würde. Na großartig. Uns lief leider die Zeit davon. Aber ändern konnten wir es nicht. Also nochmal raus und eine Runde gedreht bis zum nächsten Eisladen. Als wir eine halbe Stunde später wieder zurück waren, war auch meine Mutti im Zimmer und wir konnten noch 5 Sätze reden, bevor wir den Heimweg antreten mussten, denn schließlich hatte ich ja um 16:30 Uhr einen Zahnarzttermin. Wenn man am Krankenhaus 15:50 Uhr aufbricht, kann das allerdings knapp werden. Wenn auf der Autobahn ein größerer Stau ist, erst recht. Ich rief also beim Zahnarzt an, dass es später würde, warf um 16:47 Uhr Saskia bei der Freundin raus und war kurz vor 5 beim Zahnarzt (wo ich glücklicherweise nicht die Einzige war, die wegen des Staus zu spät kam).

Der verschluckte sich glatt an seinem Kaffee, als ich auf die Frage, ob die Krone zu hoch, zu breit oder sonstwie unangenehm sei und das abschließende: „Was haste?“ antwortete „Ein Loch im Zahn neben der Krone.“ Der Ersatz der rausgefallenen Füllung war dann zum Glück schnell erledigt und so war ich kurz nach 6 wieder bei der Freundin, um Saskia abzuholen. Wir blieben noch ein paar Minuten, weil die Kinder gerade schön spielten und waren schließlich kurz vor 7 daheim.

Insgesamt ca. 130 km Auto gefahren, gefühlt fast den ganzen Tag nur im Auto gesessen und viel zu wenig getrunken. Jetzt bin ich platt.

Meiner Mutti geht es soweit gut, im Moment wird überlegt, ob sie morgen oder übermorgen entlassen wird. Ihre Arme haben allerdings so viele blaue Flecke und Einstichlöcher, dass sie besser in keine Drogenkontrolle geraten sollte.

Normale Station … und anderes

Meine Mutti hat die Nacht gut überstanden und wurde heute auf die normale Station verlegt. Danke an alle, die ihr die Daumen gedrückt haben. Heute Nachmittag sollte noch ein CT gemacht werden, vielleicht bringt das ja noch neue Erkenntnisse. Morgen werde ich sie mit Saskia besuchen gehen und dann sehen wir mal, wie es weiter geht. Dass sie ihren Geburtstag (am Donnerstag) daheim verbringt, halte ich allerdings für unwahrscheinlich.

Ich durfte mir heute meine neue Krone abholen und finde das Gefühl im Mund noch sehr ungewohnt.

Und die Krankenkasse teilt mit, dass sie gut 3000 € für Saskias kieferorthopädische Behandlung übernehmen wird. Dann kann es also losgehen. Ich bin sehr gespannt, wie es mit Saskia und der Zahnspange laufen wird. So schief wie ihre Zähne teilweise stehen, ist zumindest die Notwendigkeit der Behandlung unstrittig.

Zahnärzte und Wartezeiten

Als Kind im Kindergartenalter hatte ich gute Zähne, irgendwann im Schulalter änderte sich das dann: Karies hier, ein Loch da, eine Füllung dort. Wenn der Schulzahnarzt kam, fand er (oder sie) eigentlich immer etwas und schickte mich dann zu der für mich zuständigen Zahnärztin. Diese Ärztin hatte leider ihren Beruf völlig verfehlt, war absolut empathielos und wäre wohl besser Metzger geworden als ausgerechnet Kinderzahnärztin. Wie oft sie mir tierisch weh getan hat, ich heulend und zitternd im Stuhl saß, habe ich nicht gezählt. Ich erinnere mich an eine Szene, als sie mir auf den Nerv bohrte, ich vor Schmerz und Schreck den Mund zu machte und sie nur meinte: „Du beißt mich nicht nochmal“, sich einen Metallfingerhut überstülpte und weiter bohrte. Dieser Frau verdanke ich viele unnötige Schmerzen und eine jahr(zehnt)elange Angst vorm Zahnarzt.

Inzwischen hat sich mein Verhältnis zu Zahnärzten gebessert – es ist nicht gerade mein liebstes Hobby, aber ich gehe halt hin. Und ich versuche, meine schlechten Erfahrungen nicht auf Saskia zu übertragen.

Nachdem der Schulzahnarzt in der Vergangenheit an Saskias Zähnen nichts auszusetzen hatte, bekamen wir im November einen Zettel, auf dem um Vorstellung beim Kieferorthopäden gebeten wurde mit der handschriftlichen Anmerkung „Spange?“. Das kam nicht überraschend, denn besonders Saskias Eckzähne haben völlig andere Pläne als sich mit anderen Zähnen in eine Reihe zu stellen. Jede Vampirmutter wäre stolz auf diese Zahnstellung … wir eher nicht so. Da wir den Zahnarzt ohnehin schon mal darauf angesprochen hatten und kurz vor Weihnachten noch ein Termin anstand, (wo es unter anderem auch um das Thema gehen sollte,) beschlossen wir, das dann nochmal anzusprechen. Allerdings war die Zahnarztpraxis im Dezember der Meinung, es sei nur eine Zahnreinigung geplant und keine Untersuchung oder ein Gespräch mit dem Doktor – wir sahen nur die Helferin (deren genaue Berufsbezeichnung ich leider schon wieder verdrängt habe „Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin“ ich gerade googeln musste), die Saskia die Zähne reinigte, der Zahnarzt war anderweitig beschäftigt.

Also machten wir einen neuen Termin, um gezielt über das Thema „Zahnspange für Saskia“ zu sprechen. Der Termin war am Montag und wir sprachen nach kurzem Blick in Saskias Mund dann tatsächlich 10 Minuten darüber, dass sie eine Spange benötigt, dass dafür Abdrücke und Röntgenbilder für den Antrag bei der Krankenkasse benötigt werden, dass die Kasse sich beteiligt, wenn die Fehlstellung so gravierend ist, dass es nicht nur ein optisches Problem ist und die Behandlung voraussichtlich ca. 1,5 Jahre dauern wird, wahrscheinlich wird mit einer herausnehmbaren Spange begonnen und später auf eine feste gewechselt.

Wer nun aber denkt: „Schön, dann machen wir doch gleich den Abdruck und die Röntgenbilder“, liegt falsch. Wir machten … einen neuen Termin für Ende Februar. Und ich bin von dieser Art der Terminplanung etwas genervt. Ja, früher saß ich manchmal stundenlang im Wartezimmer, aber dafür wurde dann auch gemacht, was anstand (und gerüchteweise waren auch damals nicht alle Zahnärzte so brutal wie meine). Wenn der Zahnarzt heutzutage beim Kontrollbesuch ein Loch findet, greift er nicht zum Bohrer, sondern zum Terminkalender und man muss wiederkommen. Dadurch minimieren sich zwar die Wartezeiten pro Besuch (meist sind es sowohl bei meinem als auch bei Saskias Zahnarzt weniger als 5 Minuten, diesmal war es eine unglaubliche Viertelstunde!), aber wenn ich dafür x-mal antreten muss, ist der Zeitgewinn dahin. Und wenn wir schon zum Gespräch wegen der Spange kommen, könnte man doch die Zeit für Abdruck und Röntgen gleich mit einplanen, oder?

Zahnersatz

Seit ihrem Sturz im März waren wir mit Saskia einige Male beim Zahnarzt – damit sie die Menschen, Räume und Geräte dort kennen lernt, hoffentlich ein Vertrauensverhältnis entsteht und man dann sehen kann, ob und wie weit die Behandlung funktioniert. Wenn gar nichts ginge, bliebe nur die Vollnarkose zur Behandlung, dann müssten wir aber woanders hin.

Bei den Terminen wurden die Zähne poliert, die Instrumente vorgestellt, rumgealbert und viel Zeit investiert. Saskia motzte zwar jedes Mal vorher, dass sie keine Lust hätte und warum wir gerade heute hingehen sollten, sie wolle lieber morgen oder nächste Woche (oder nie), aber wenn wir einmal in der Praxis waren, lief es meistens ziemlich gut.

Vor einer Woche war es dann so weit, die abgebrochenen Zähne sollten wieder aufgebaut werden. Dazu mussten die Zähne gereinigt und angeschliffen, der Mund mit einer „Bettdecke“ abgedeckt und dann eben Schicht für Schicht ein neuer Zahn aus der „Kunststoffknete“ geformt und immer wieder gehärtet werden und am Ende poliert werden. Und das Ganze natürlich bei zwei Zähnen. Etwa eine halbe Stunde sollte die Behandlung dauern.

Saskia kletterte auf den Behandlungsstuhl und irgendwann lag sie auch so, dass der Zahnarzt in ihren Mund gucken konnte. Zunächst wurde das Zahnfleisch mit einem winzigen Wattebausch betäubt – das klappte gut. Dann kam der Arzt mit einer doch recht großen Spritze. Spritze? Das war vorher nicht ausgemacht und entsprechend war Saskia auch nicht darauf vorbereitet. Fand ich ungünstig, aber jetzt war kein guter Zeitpunkt für eine Diskussion. Der Arzt hielt die Spritze so, dass Saskia sie nicht sah und durch die vorherige Betäubung des Zahnfleischs, hat sie vermutlich nicht sooo viel davon gemerkt. Während die Spritze zu wirken begann, guckte Saskia zwar ziemlich unglücklich (das ist ja auch ein fieses Gefühl, wenn die Lippe und der halbe Mund taub wird), konnte aber dadurch abgelenkt werden, dass nun auch Robbie eine Betäubung bekam.

Betäubung

Als die Spritze dann richtig wirkte, wurde der Mundraum mit einem Latextuch („Bettdecke“) abgedeckt, damit die Zähne während der Behandlung trocken bleiben und nicht irgendwelche Krümel verschluckt werden. Außerdem wurden die Zähne nochmal gereinigt und die Oberfläche aufgeraut..

Vorher

Nun ging es mit dem eigentlichen Aufbau los. Immer wieder wurde aus der Kunststoffmasse ein kleines Stückchen an den Zahn geklebt und mittels UV-Licht gehärtet.

Härten

Nach etwas mehr als einer halben Stunde war es geschafft und Saskia hatte sich ein Eis verdient.

Nachher

Ich finde, es sieht gut aus und hoffe, dass dieser Aufbau nun einige Jahre hält. Als Dauerlösung werden die Zähne voraussichtlich nach Ende der Pubertät überkront werden müssen. Ich hatte (und habe) ja etwas Bedenken, dass der Kunststoff bei Belastung abgehebelt wird, bisher wirkt es aber stabil. Nachdem Saskia an den ersten Tagen nach der Behandlung sehr vorsichtig war und immer wieder fragte, ob sie dies oder das essen dürfe (sie durfte von Anfang an alles essen, hatte der Zahnarzt gesagt) und die „neuen“ Zähne eher nicht benutzte, isst und kaut sie inzwischen wieder normal.

Dass die Zähne noch etwas schief stehen, wird in den nächsten Jahren noch korrigiert werden müssen. Der Zahnarzt meinte aber, da sollten wir den Zahnwechsel erst komplett abwarten, es würde sich da sicher noch einiges verschieben und so schlimm, dass man jetzt schon behandeln müsse, sei die Fehlstellung nicht.