Wieder daheim

Am Montag Vormittag sind wir gut wieder in der Heimat gelandet. Norddeutschland empfing uns mit exakt dem gleichen Wetter, bei dem wir 17 Tage vorher abgeflogen waren: Nasskalt, grau und Nieselpiesel. Igitt! Immerhin waren es am Montag knapp 10°C, bei der Abreise nur 4°C.

Inzwischen hat sich das Wetter zu Glück gebessert und uns hat der Alltag fast wieder. Saskia ist seit Dienstag wieder in der Schule, der beste Ehemann von allen ist seit gestern auf Dienstreise und ich bin nach 2 „Haushaltstagen“ heute das erste Mal wieder im Büro.

Wenn ich irgendwann die 4000 Fotos gesichtet habe, kommen auch ein paar davon ins Blog.

12 von 12 – im März 2017 – live aus der Karibik

Jeden Monat am 12. gibt es 12 Fotos von diesem Tag. Caro von „Draußen nur Kännchen“, erklärt die Regeln, sammelt alle Links … und ich wollte schon immer mal mitmachen. Jedes Mal denke ich zu spät daran und habe dann keine 12 passenden Bilder. Aber heute klappt es endlich. (Und wenn mein Laptop-Akku mich nicht im Stich gelassen hätte, wäre der Beitrag auch pünktlich erschienen.)

Los geht’s:

Nachdem von Montag bis Samstag der Wecker jeden Morgen um 6:15 Uhr geklingelt hatte, konnten wir am Sonntag endlich ausschlafen, was dazu führte, dass ich pünktlich um 6:14 Uhr wach war. Nun ja. Noch etwas rumliegen, dann habe ich mich lieber zu den Mücken auf die Terrasse gesetzt und die Fotos der letzten Tage von der Speicherkarte auf den Laptop geladen.

Morgens, wenn alle noch schlafen

Gesellschaft hatte ich (auch abgesehen von den Mücken) reichlich. Zum Beispiel diesen gefiederten Gesellen und seine Verwandtschaft, die sich gern ein Zuckertütchen klauen oder auch ein Blüten von den Sträuchern zupfen.

Gefiederter Zuckerdieb

Am Pool war es noch ziemlich ruhig.

Ruhe am Pool

Irgendwann war dann auch der Rest meiner Familie wach und ein paar Stunden später gab es auch endlich Frühstück.

Endlich Frühstück

Ein weiterer Besucher kam auf der Terrasse vorbei.

Grüner Besucher

Nachdem der Samstag mit einem Besuch im Nationalpark Shete Boka (sehr zu empfehlen übrigens!) recht anstrengend gewesen war, verbrachten wir den Sonntag faul im Hotel, am Pool und nebenan bei der Delfinshow. Geht ja nicht, dass wir den Tag so komplett ohne Delfine verbringen. Da der Eintritt für uns frei ist, kann man auch mal den weiten gefährlichen Weg (von ca. 200m) durch die Sonne gehen und sich die Show-Delfine ansehen.

Showdelfine

Es waren wesentlich weniger Delfine als vor zweieinhalb Jahren (zwei Mütter und ihre Babys), aber sehr schön springen konnten sie auch.

Synchronspringen der (Delfin-)Damen

Neben netten Tierchen gibt es übrigens auch hübsche Pflanzen mit Blüten in schönsten Farben.

Bunte Blüten

Am „Praktikantenschiff“ vorbei ging es zurück zum Hotel…

Praktikantenunterkunft

… und nach kurzer Zwischenstation noch ein bisschen bummeln. Hier gibt es zwar in fußläufiger Entfernung keine Lebensmittel, aber dafür mehrere Läden, die ausschließlich Flip-Flops verkaufen – ist wahrscheinlich eine Frage der Prioritäten. 😉

Waren des täglichen Bedarfs

Für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es ja genügend Strandbars und kleine und große Restaurants.

Strandbar

Und wenn man will, kann man dann natürlich auch noch Party machen. Warm genug ist es auf jeden Fall auch nach Sonnenuntergang.

Party unter Palmen

4 Jahre

Heute haben wir 4-jähriges Jubiläum der Anfallsfreiheit (wenn ich richtig gerechnet habe, sind das 1461 Tage). Diesmal gab es keine große Party (ist ja auch eine total krumme Zahl 😉 ) – wir freuen uns aber natürlich trotzdem.

Wenn ich mich mit Menschen über Saskia unterhalte, kommt ganz oft die Begeisterung, wie gut es ihr inzwischen geht und wie toll sie sich entwickelt hat. Und genauso oft die Frage, was die Ursache der Anfallsfreiheit ist. Die Wahrheit ist: Wir wissen es nicht genau. Der VNS? Die richtige Medikamentenkombination (insbesondere das Levetiracetam, das ein paar Wochen vorher wieder dazu kam) oder einfach die Zeit, die Gehirnentwicklung … ? Vielleicht auch eine Kombination verschiedener Faktoren. „Die Hauptsache ist der Effekt!“, würde ich sagen. 😉

In den vergangenen vier Jahren haben wir ein Medikament komplett ausgeschlichen, ein anderes auf die Hälfte reduziert. Der Plan sieht vor, dieses Medikament ebenfalls komplett auszuschleichen. Wenn das gelingt, hätten wir nach vielen Jahren endlich nur noch ein Dauermedikament. Das fände ich ziemlich toll.

Schlechtes Gewissen

Heute bekam ich Post vom Blutspendedienst des DRK, dass meine Blutgruppe besonders dringend benötigt wird und ich doch bitte den nächsten Termin zur Blutspende nutzen soll. Schade nur, dass ich mich zum genannten Termin ca. 8000 km entfernt aufhalten werde. Da bekomme ich ja glatt ein schlechtes Gewissen.

Blutspende

Absagen werde ich unsere Reise deshalb allerdings trotzdem nicht.

Schwimmurkunde

Gestern kam Saskia mit einer Schwimmurkunde nach Hause. Nein, kein Seepferdchen, denn Schwimmen kann sie nach wie vor nicht (und weigert sich auch, es zu versuchen). Saskia ist jetzt also eine Kaulquappe. Aha.

Schwimmurkunde

Einige Mitschüler sind ebenfalls Kaulquappen geworden, (mindestens) einer ist wohl ein Frosch – ich weiß allerdings nicht, was man dafür können muss.

Unterhaltung am Frühstückstisch

Am Ende des Frühstücks und des Abendessens gibt es für Saskia Medikamente. Das ist seit 10 Jahren so und läuft inzwischen fast automatisch – die Tablettendose, der Obstbrei und ein Plastiklöffel werden beim Tischdecken mit hingestellt bzw. -gelegt, Saskia nimmt die Medikamente dann (entweder komplett selbstständig oder nach kurzer Erinnerung). Derzeit neben Diacomit und Levetiracetam auch Vigantoletten, da ihr Vitamin-D-Spiegel bei der letzten Blutuntersuchung sehr niedrig war. Meiner auch – deshalb bekomme ich im Moment ebenfalls Vitamin D in Tablettenform – allerdings ohne extra Tablettendöschen, weil sich das für eine Tablette einfach nicht lohnt. Dafür vergesse ich es auch gelegentlich. (Der beste Ehemann von allen bekommt keine, weil bei ihm der Spiegel noch nicht kontrolliert wurde. Sollte er mal machen lassen 😉 )

Heute morgen, das Frühstück war beendet, der beste Ehemann von allen steht auf und beginnt, den Tisch abzuräumen. „Hast du deine Tablette schon?“, fragt er mich. Ich verneine, nehme sie dann und erwähne noch, dass wir die (auch bei Saskia) dann demnächst im Urlaub ja weglassen können. Auf Curaçao ist es ja sonnig genug.

Saskia wird hellhörig. „Die weiße?“, fragt sie. „Ja“, sage ich „und nach dem Urlaub können wir dann ja mal drüber nachdenken, das Diacomit weiter zu reduzieren.“ Wir erklären dann noch, dass man Medikamente ja nur nimmt, wenn man sie wirklich braucht und dass sie sie vielleicht nicht mehr braucht. „Die orange oder die rosarote?“ „Die rosarote.“

Saskia guckt etwas unglücklich auf ihre Medikamente und meint:
„Ich finde die viel zu schön, um die weg zu tun.“