Gespräche im Auto

„Mama, wenn ich mal Kinder habe, dann kaufe ich mir keinen Smart. Der ist viel zu klein und man muss immer diskutieren, wer als erstes einsteigen darf.“

😀

„Bevor du dir ein Auto kaufst, brauchst du aber erstmal einen Führerschein.“

„Ich gucke euch doch immer zu!“

Ich hab dann erklärt, dass das nicht ausreicht und wie das mit Fahrschule und Führerschein läuft. Ein Smart soll es trotzdem nicht sein. Und Kinder?

„Ich weiß nicht. Ja und nein. So in der Mitte.“

„Na, du hast ja auch noch ein bisschen Zeit. Und bis dahin ist so ein kleines Auto gar nicht so unpraktisch: Es braucht nur ein kleinen Parkplatz, weniger Benzin als ein großes und reicht für 1-2 Leute locker aus. Der Papa und ich hatten, bevor du geboren wurdest, auch nur ein kleines Auto (Peugeot 106), das uns aber brav überall hingebracht hat. Das war noch kleiner als Omas Auto“ (Peugeot 207, der gar nicht so klein ist, aber nur zwei Türen hat und von dem Saskia neulich feststellte, er sei das Kind von unserem Auto).

„Dann ist das vielleicht das Kind von Omas Auto! Dann hat unser Auto zwei Kinder.“

„Nein, dann hätte unser Auto ein Kind und ein Enkelkind, genau wie die Oma.“ 😉

Verlassen

Plötzlich – wenn auch nicht gänzlich unerwartet – hat uns gestern unsere Saskia-Betreuung verlassen. Als sie vor 8 Jahren bei uns anfing, betreute sie noch andere Kinder, zuletzt (neben einem Vollzeitjob) nur noch Saskia. Jeden Donnerstag von 18 Uhr bis 21:30 Uhr – ein bisschen spielen, dann Abendessen, ins Bad und Bett schicken und darauf achten, dass Saskia dann auch wirklich geduscht ist, Zähne geputzt hat und zwischen 20:30 und 21 Uhr im Bett liegt. Länger bleiben konnte sie nicht, weil sie eine halbe Stunde Heimweg hat und am nächsten Morgen gegen halb 5 ihr Wecker klingelt. Die Zeit reichte für uns also gerade für die 2 Stunden Square Dance hier in der Kleinstadt, für Kino oder ähnliches mit etwas Anfahrt (falls gerade mal kein Square Dance war), reichte es nicht. Trotzdem: Sie hat das all die Jahre toll gemacht – früher, als es körperlich noch viel anstrengender war, weil Saskia am Abend die Treppe hochgeschleppt werden musste und auch jetzt, als ihr selbst manchmal nicht so gut ging. Ich verstehe sie, wenn sie sagt, neben Vollzeitjob und mit immermal Zipperlein hier und da, wegen der sie in letzter Zeit öfter mal absagen musste und jetzt erstmal wieder 6 Wochen Reha, möchte sie es nicht mehr machen. Aber wir alle werden sie sehr vermissen (und hätten uns ein bisschen Vorwarnzeit gewünscht), um vielleicht einen Ersatz zu suchen.

Jetzt müssen wir erstmal sehen, was wir daraus machen. Wir werden wohl bei der Lebenshilfe nachfragen, ob sie wieder jemanden für uns haben und hoffen, dass es die nächsten Jahre auch wieder so gut läuft wie mit M. (oder ganz früher mit E.)
Bis wir jemanden gefunden haben, fallen die gemeinsamen Abende wohl erstmal aus. Saskia zum Square Dance mitzunehmen, klappt nur in Ausnahmefällen (wenn am nächsten Tag keine Schule ist). Allein bleiben kann (und will) sie nach wie vor nicht – auch tagsüber nicht. Schaun wir mal, wie sich das alles entwickelt.

Urlaub in Dänemark – Teil 1

In diesem Jahr hat Saskia unser Urlaubsland ausgewählt – sie wollte unbedingt nach Dänemark. Wir wissen zwar nicht, was sie dort erwartet, aber da es nicht zu weit ist und wir (abgesehen von einer Durchreise auf der Fahrt nach Norwegen 2004) noch nie hier waren, beschlossen wir, ihr diesen Wunsch zu erfüllen.

Am Mittwoch, dem 1. August ging es los. Wie üblich packten, räumten und kramten wir wieder bis zur letzten Minute und verließen die Heimat erst am Mittag. Immerhin war die Autobahn staufrei und so waren wir völlig entspannt anderthalb Stunden später an der Fähre, die uns über den Fehmarnbelt bringen sollte. Nach Einscannen der Tickets durften wir direkt aufs Schiff fahren und als wir vom Parkdeck nach oben kamen, hatte die „Schleswig-Holstein“ bereits abgelegt.

Fähre fahren

Ich bin ja immer etwas skeptisch, weil sich mir in der Vergangenheit auf Wasserfahrzeugen verschiedenster Art gern mal der Magen umdrehte, aber es lief alles gut und 45 Minuten später konnten wir das Schiff wieder verlassen.

Dannebrogsvimpel

Eine weitere Stunde Fahrt führte uns schließlich über diese Brücke …

Hübsche Brücken hier

… und dann waren wir auch schon auf der kleinen Insel Bogø, die für die nächsten 11 Tage unser Zuhause sein sollte. Wir brachten unsere Sachen ins Ferienhaus, erkundeten die Umgebung und stellten fest, dass es auch in Dänemark extrem trocken war. (Dabei ist die Ostsee nur ca. 500m Luftlinie vom Ferienhaus entfernt.) Der Rasen im großem Garten des Ferienhauses bot den gleichen steppenähnlichen Anblick wie der Rasen daheim und die von der Ferienhausvermietung verschickten Mails, dass Grillen verboten sei, hatten offensichtlich ihre Berechtigung.

Einige Wege führten uns durch den kleinen Ort …

Wegweiser

… aber letztlich diente uns die alte Windmühle als bester Wegweiser. Schließlich war sie nur etwa 100m vom Ferienhaus entfernt und von fast überall sichtbar.

Blick zur Mühle

Bogø Mølle

Nette Begrüßung

Schnurrrrrr ...

Wir besuchten nahezu täglich die Nachbarinsel Møn, sahen uns die kleine Stadt Stege an, verzichteten darauf, uns hier Fahrräder zu leihen 😉

Leihfahrrad ;-)

… besuchten Møns Klint, Kopenhagen, den Labyrinthpark in Kalvehave, den Aquadome in Lalandia, den Schlosspark Liselund und einige kleine Eckchen und Strände, die wir nahezu für uns allein hatten.

Møns Klint war mein erster Ausflugswunsch und auch wenn ich die (ähnlich großen) Kreidefelsen auf Rügen schon aus meiner Kindheit kenne, fand ich diese Küste noch beeindruckender. Wir wanderten zunächst ein Stück den Weg auf den Felsen entlang und genossen den Ausblick.

Møns Klint

Møns Klint

Später ging es 496 Stufen nach unten (und noch später auch wieder nach oben 😉 ), um von unten die Felsen nochmal aus ganz anderen Perspektiven zu entdecken.

496 Stufen zum Strand

Kreidezeichen

Schwalbennester

Erinnerungsstein

Møns Klint

Der Ausflug war wirklich toll, auch wenn der Aufstieg vom Strand zurück zum Parkplatz mich ziemlich geschafft hat. Meine Kondition war irgendwann auch schon mal besser.

KinderTeeniegeburtstag überlebt

Während uns das leidliche Dachthema noch immer reichlich Stress beschert, gab es nebenbei in den letzten Tagen und Wochen ja auch positiven Stress: Ein Geburtstag war vorzubereiten. Nachdem wir in den vergangenen Jahren immer irgendwo unterwegs waren, hatten wir in diesem Jahr beschlossen, mal im Ort zu bleiben und eine Schatzsuche zu veranstalten.

Heute war es endlich soweit: Nachdem Saskia am Mittwoch noch ihre Zahnspange bekommen hatte, konnte heute der erste Teeniegeburtstag ganz zünftig gefeiert werden. 😉

Hilfe, hier wohnt jetzt ein Teenager!

Geburtstagskuchen

Teddy!

Du isst uns aber nicht den Kuchen weg?!

Wir trafen uns auf einem Parkplatz am Waldrand und veranstalteten erstmal ein Picknick auf der Wiese gegenüber. Das Wetter war perfekt – sonnig und ca. 22°C und sogar die Wespen ließen uns weitgehend in Ruhe.

Am Ende des Picknicks brachte eine Eule den ersten Hinweis. Allerdings musste der erstmal erpuzzelt und entschlüsselt werden, was einige Zeit in Anspruch nahm.

Der erste Hinweis wurde auf der Picknickdecke enträtselt.

Was steht da?

Irgendwann ging es aber los und mit etwas Hilfe hier und da wurden in den nächsten anderthalb Stunden auch die anderen Hinweise gefunden.

Auf geht's!

An der „Baumbrücke“ waren schließlich nochmal alle Augen und Spürnasen gefragt,

Ist hier der Schatz?

aber schließlich wurde die Schatztruhe gefunden. (Das da ist natürlich ein „Archivbild“ von der Vorbereitung. 😉 )

Schatztruhe

Mit dem richtigen Code – der natürlich auch enträtselt werden musste – ließ sie sich schließlich auch öffnen und der glitzernde Inhalt löste nochmal einen solchen Begeisterungsschrei aus, dass nun wahrscheinlich die ganze Kleinstadt Bescheid weiß 😉

Mein Schaaaatz!

Im Garten wurde dann die Beute geteilt, ein bisschen gespielt, gegrillt, geschwatzt und gegessen … und dann hatten wir den 13. Geburtstag auch schon überstanden. Uff. Reicht jetzt auch, sagt mein Rücken 😉
(Aber es hat Spaß gemacht. 🙂 )

Verzweiflung und Hilflosigkeit

Heute war der Dachdecker da – nur zum Gucken, nachdem der beste Ehemann von allen ihn gestern angerufen hatte. Und er ist angefressen, weil wir einen Anwalt eingeschaltet haben. Ach was?! Wir haben ihm das Problem Anfang April gemeldet, dann war einer seiner Mitarbeiter auf dem Dach und fand nichts, dann passierte trotz unserer Bitte, dass der Chef sich melden möge wochenlang gar nichts. Dann riefen wiederum wir an, machten einen Termin, an dem er erschien, aber nur um einen neuen Termin zu machen, zu dem er nicht erschien und sehr kurzfristig absagte. Seitdem wieder anderthalb Wochen Funkstille und nun ist er sauer, weil wir einen Anwalt einschalten? Geht’s noch?

Hätte er vor zwei Jahren ordentlich gearbeitet, gäbe es die Probleme gar nicht. Und hätte er nicht versucht, das Problem auszusitzen und uns am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen, könnten wir uns die Anwaltskosten sparen. Wir sind ganz bestimmt nicht scharf darauf, es so zu regeln.

Der Termin heute verlief dann wie befürchtet: Vorm Urlaub passiert nichts mehr, das Dach gammelt also fröhlich weiter und er will unbedingt von oben aufmachen, was wir ausdrücklich nicht wollen. Also nächste Runde mit Anwalt und Sachverständigem. Ganz toll.

Ich schlafe inzwischen kaum noch, weil man die Gedanken nicht los wird, wahrscheinlich züchte ich mir ein feines Magengeschwür oder einen Nervenzusammenbruch und wir haben fast keinen Einfluss darauf, wann und wie es weiter geht.

Es ist absolut zum Kotzen!

Bananen und die BZgA – oder: Let’s talk about Sex

Wenn einem auf dem Weg durch die Stadt Comic-Plakate der BZgA begegnen, dann ist es nur eine Frage der Zeit, wann ein Kind danach fragt, worum es eigentlich geht. Die aktuelle Kampagne gegen STI läuft ja schon eine Weile und die Plakate sind ziemlich häufig zu sehen, insofern war es eher überraschend, dass Saskia vorher nie gefragt hat. Heute auf dem Heimweg vom Hort war dieses hübsche Plakat …

Dauerbrenner

… dann aber doch Auslöser eines netten Gesprächs im Auto.
Was machen die da? Und worum geht es überhaupt? Und wie erklärt man sexuell übertragbare Krankheiten und den Sinn von Kondomen, wenn das Kind gar nicht weiß, was das überhaupt ist? Musste ich also dann doch mal erklären, wie die Babys in den Bauch reinkommen und warum man vom „miteinander schlafen“ auch krank werden kann. Und wie man das (im Sinne der Kampagne) verhindern kann, erklärt sich dann doch am besten mit einer Banane.
Wär das auch geklärt. 😉

Und weil die Frage aufkam, was ich ihr denn erzählt hätte: Dass Sex etwas ist, das Erwachsene machen, wenn sie ein Baby haben möchten oder auch, weil es einfach ein sehr schönes Gefühl ist, wenn man das mit jemandem macht, den man sehr, sehr gern hat. Dass nur erlaubt ist, was beide wollen und sie nein sagen soll, wenn ihr irgendjemand näher kommt, als sie in dem Moment möchte. Wie die Babys in den Bauch kommen und was man tut, um nicht ungewollt schwanger zu werden oder sich mit schlimmen Krankheiten anzustecken – womit sich der Kreis zum Plakat schloss und die Banane ins Spiel kam. Dass sie für Sex noch zu jung ist.

Eingebauter Schaden?

Ich frage mich gerade, ob das Dach gar nicht undicht ist, sondern die Feuchtigkeit von vornherein im Dämmmaterial steckte. Immerhin lag das vor zwei Jahren ja wochenlang auf dem Dach – und zwar nicht immer gut und wasserdicht verpackt.

Wir erinnern uns:
Chaos auf dem Dach

Das mir mein Schlusssatz aus einem damaligen Blogbeitrag aber mal so böse auf die Füße fallen würde, hätte ich auch nicht gedacht.

Wenn also die Dämmung vorher feucht war und nun nahezu luft- und wasserdicht verpackt in unserer Decke steckte, könnte sich das Wasser ja wie in einem Schwamm im Laufe der Zeit nach unten bewegt haben. Der Vorteil wäre, dass wir in diesem Fall vielleicht nicht an die eigentliche Dachhaut ran müssten. Die Dämmung muss aber vermutlich auf jeden Fall raus … und die ketzerische Frage wäre dann: „Nur“ über dem Schlafzimmer oder auch über dem Rest des Hauses (falls es ein „systematischer Fehler“ ist)?

Der Anwalt hat jedenfalls einen freundlichen Brief an die Dachdecker geschrieben – schauen wir mal, ob sich jetzt irgendetwas bewegt.