Gemein

Da sind wir hier nun in der Rehaklinik zu Gast und dürften alle Einrichtungen nutzen, unten gibt es eine schnuckelige Sauna, die leer und auch noch geheizt ist … und ich darf nicht rein. 😦 Schnief. Am Montag ist zwar Frauensauna, aber die Sauna darf nur genutzt werden, wenn sich mindestens zwei Leute eingetragen haben. Für heute war die Liste jedoch leer. Aus Sicherheitsgründen durfte ich aber auch nicht allein rein. Eine halbe Stunde schwimmen im Thermal-Sole-Bad hat mich nur ein bisschen entschädigt.

Ansonsten ist es aber wirklich nett und meine Mutti ist immerhin fitter als befürchtet. Mit ihrem Rollator ist sie inzwischen recht flott unterwegs. Wenn sie jetzt noch fleißig Treppen steigen übt, klappt es hoffentlich auch mit dem nach Hause kommen.

Die Reha ist jetzt bis Freitag verlängert und sie zahlt dann selbst noch einige Tage, so dass sie noch bis nächsten Mittwoch hier bleiben kann. Angeblich sei die Verlängerung medizinisch nicht notwendig. Schon merkwürdig.

Dachte ich es mir doch!

Die Mitarbeiterin der Krankenkasse sagte mir heute früh am Telefon, dass es selbstverständlich möglich sei, die stationäre Reha zu verlängern, wenn das nötig sei. Dazu müsse vom Arzt ein Antrag auf Verlängerung gestellt werden, in dem begründet wird, warum die Verlängerung nötig ist und warum die weitere Behandlung nicht ambulant erfolgen kann. Das sollte ja eigentlich einfach sein, würde ich denken – meine Mutti ist noch längst nicht richtig fit und zur ambulanten Behandlung wäre es ja notwendig, dass sie jeden Tag erstmal aus ihrer Wohnung die Treppe runter, irgendwie zu Reha und zurück und später auch die Treppe zur Wohnung wieder hoch käme. Allerdings liege der Krankenkasse derzeit kein derartiger Antrag vor und danach zu urteilen, was die Ärztin gestern sagte, scheint auch niemand vorzuhaben, einen Verlängerungsantrag zu stellen. *grrr* 😡 Was soll der Blödsinn denn nun wieder? Sollte eine Reha-Einrichtung nicht daran interessiert sein, ihre Patienten so gesund und fit wie möglich zurück ins Leben zu entlassen? Ist das den Ärzten zuviel Schreibaufwand, weil es zu häufig abgelehnt wird? Oder gibt es Prämien, wenn möglichst wenige Patienten verlängern? Ich verstehe das nicht. Habe jetzt meiner Mutti die Informationen weiter gegeben und sie gebeten, nochmal mit dem zuständigen Arzt zu sprechen. Mehr kann ich sonst leider auch nicht tun.

Wer nicht fragt, bekommt auch keine Antwort

Nach 2 Wochen Reha stellt sich für meine Mutti allmählich die Frage, wie es denn nach der Reha weiter geht. Fit genug, um einfach nach Hause zu gehen, ist sie nach meiner und auch nach ihrer eigenen Einschätzung noch nicht. Bei einer Tante in Thüringen könnte sie zwar unterkommen, allerdings wohnt die eine Tante in einem Dorf mit etwa 300 Einwohnern und ohne ärztliche Versorgung, bei der anderen Tante gibt es zwar Ärzte, aber die kennen natürlich meine Mutti nicht. Ich habe keine Ahnung, wie engmaschig sie nach ihrer Entlassung noch überwacht werden muss, aber so richtig optimal ist das natürlich auch nicht. Außerdem müsste sie ja auch erstmal dorthin kommen und der Transport bringt sie natürlich nach Leipzig und nicht „in den Urlaub“. Also müsste meine Mutti dann doch wieder nach Hause (und das möchte sie ja auch), aber um in die Wohnung zu kommen, sind erstmal 48 Stufen zu überwinden – derzeit nicht zu schaffen. Bliebe also die Hoffnung, dass die Reha verlängert wird, was nach Aussage einer Ärztin dort aber nicht geschehen wird. … Ähmm … Moment mal! 😕 Wieso weiß die Ärztin denn vorher, dass die Krankenkasse einer Verlängerung nicht zustimmt? Natürlich ist die Reha derzeit nur für 3 Wochen bewilligt, aber man muss doch zumindest erstmal einen Antrag auf Verlängerung stellen, um mit Sicherheit sagen zu können, ob der abgelehnt wird. Oder habe ich hier ein grundsätzliches Verständnisproblem? Ich werde also morgen mal bei der Krankenkasse anrufen und fragen, wie denn der korrekte Weg ist. Schließlich fallen wegen der Osterfeiertage ja auch noch Therapiestunden weg und meine Mutti ist noch längst nicht so fit, wie sie sein sollte.

Langweilig

Ob denn am Wochenende auch Therapien stattfinden, habe ich meine Mutti vorhin am Telefon gefragt. „Nein“, hat sie gesagt, „seit Freitag Mittag ist gar nichts los.“ Viele haben Besuch und die anderen schlagen irgendwie die Zeit tot. Hmm, das hatte ich nun nicht erwartet, nachdem es wochentags ja doch eine ganze Menge Therapien zu geben scheint. Also mir ist schon klar, dass am Wochenende weniger los ist – aber gar nichts?!

Machen kann ich dagegen momentan leider nichts und morgen ist ja dann endlich wieder Wochentag 😉

Volles Programm

Meine Mutti ist voll ausgelastet, sagt sie – mit Ergotherapie, Motomed, Laufübungen, Ultraschall … Das heutige Programm, das sie mir am Telefon vorlas, klang nicht, als käme da Langeweile auf. Ich denke aber, das ist ganz gut so, schließlich soll sie ja bald wieder richtig fit sein. Ihr gefällt es in der Klinik, es sei wie im 4-Sterne-Hotel, das Personal sei nett und das Essen gut.

Leider sind nun die sozialen Zeiten mit dem billigen Telefonieren vorbei – in Leipzig kostete das Telefon am Bett einmalig (!) 2,50 € und man hatte eine Flatrate fürs deutsche Fest- und Handynetz. Lediglich Sondernummern und Auslandstelefonate kosteten extra. Und es war eine normale Leipziger Festnetznummer, die ich anrufen konnte – was dank unserer Flatrate dann auch kostenlos war. In der Reha herrschen nun leider wieder die (inzwischen häufig) üblichen Telefon-Abzock-Methoden: Meine Mutti zahlt 1,10 € pro Tag und 0,10 € pro Einheit. Und ich zahle dank 0180er-Nummer 0,14 € / Minute, wenn ich dort anrufe. Finde ich jedes Mal wieder frech – auch wenn es uns nicht ruinieren wird.