Leise Hoffnung

Der zweite Ortstermin gestern verlief deutlich besser als der erste. Anwesend waren: der beste Ehemann von allen, der Gutachter, der Dachdecker und unser Anwalt. Der Anwalt der Gegenseite war diesmal nicht dabei.

Nach kurzem Vorgespräch und Besichtigung von innen, wobei wieder über mögliches Kondenswasser diskutiert wurde, wurde das Dach von oben auf einer Fläche von ca. 1m x 1m geöffnet.

Nach Entfernung von EPDM-Folie und Styropor-Keil wurde der Blick frei auf ein stehendes Gewässer mit einigen Styropor-Kügelchen. Die Wassermenge war allerdings so groß, dass der Gutachter schnell der Meinung war: „Dann bin ich hier ja fertig.“ Die Situation ist wohl sehr eindeutig – das Dach ist undicht, es ist reichlich Wasser in der Konstruktion, es muss komplett erneuert werden.

Nun bleibt zu hoffen, dass das dann auch eindeutig im (hoffentlich bald fertigen) Gutachten steht, dass das Gericht das genauso sieht und der Dachdecker nicht insolvent ist, bevor wir unser Geld für Dach und Nebenkosten wieder haben. Und natürlich, dass es mit anderen Dachdeckern in der nächsten Runde besser läuft und die auch bald Zeit für uns haben.

Außer Spesen nichts gewesen

Mitte März fand der (1.) Ortstermin mit dem gerichtlichen Gutachter bei uns im Haus statt. Wir hatten extra die Oma für Saskia engagiert, damit wir beide am Termin teilnehmen konnten.

Pünktlich um 15 Uhr klingelte es an der Tür und im Gänsemarsch betraten vier Männer das Haus. Huch. Ich habe ja ein ausgesprochen schlechtes Gesichtserkennungsvermögen, insofern musste ich erstmal kurz sortieren, wer da nun vor mir stand. Es war der Gutachter, der Dachdecker, der das Dach 2016 gebaut hat, sein Anwalt und zuletzt unser Anwalt. (Mit dem hatten wir gar nicht gerechnet und noch überlegt, ob wir ihn dazu bitten sollen. Man kennt sich ja mit solchen Sachen irgendwie nicht aus.)

Nach kurzer Begrüßung und Erfassung, wer alles am Termin teilnimmt, meinte der Gutachter, er hätte noch ein paar Fragen zum Dachaufbau, die ihm aus den Unterlagen nicht klar geworden seien. Nun gut, diese Fragen wurden geklärt – eigentlich stand alles in den Unterlagen und notfalls hätte man es auch in einem Dreizeiler per Mail klären können, aber …

Anschließend hieß es dann, wo wir gerade alle so schön beisammen sitzen, könnten wir doch gleich einen Termin für den nächsten Besuch ausmachen, an dem dann auch das Dach geöffnet wird. Ähh?? Der Termin wurde festgelegt und auf unseren Einwand, dass er das Dach doch zumindest von innen schon mal ansehen könne, da sei ja nur eine Folie davor, die sich leicht entfernen ließe, zog die ganze Versammlung ins Schlafzimmer, beäugte die Folie von unten, machte ein paar Fotos und … verabschiedete sich dann.

Vom Klingeln bis zum Tür schließen waren nicht mal 20 Minuten vergangen. Dafür hatte der Gutachter ca. eine Stunde Anfahrt und natürlich auch eine Stunde Rückfahrt, wird uns also mindestens 3 Stunden in Rechnung stellen. Unser Anwalt hatte ebenfalls ca. 45 Minuten Fahrt pro Strecke. Und geschehen ist nichts. Nix. Niente. Nothing.

Also abgesehen von der Rechnung des Anwalts, die am nächsten Tag in der Post war mit einer vierstelligen Summe, die im wesentlichen aus „Ortsterminsgebühr“ bestand. Ich könnte k…