Saskia und die Delfine

Vom ersten Therapietag an hatte Saskia Spaß mit ihrem Delfin – Kanoa heißt er und ist mit knapp 4 Jahren einer der jüngsten in der Gruppe der Therapiedelfine. Dem Therapeuten gegenüber war Saskia zunächst recht schüchtern, wollte ihn nicht ansehen oder mit ihm sprechen – der Delfin dagegen wurde sofort gestreichelt und geküsst.

Die folgenden Fotos stammen von verschiedenen Tagen. Normalerweise stehen wir am anderen Ufer der Lagune und sehen von da aus zu, am Mittwoch durften wir auf die Dock-Seite und konnten das Geschehen aus nächster Nähe beobachten.

Therapielagune

Erste Begegnung

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Ganz schön anstrengend

Ich weiß gar nicht, ob es in Curaçao auch ein Leben nach Sonnenuntergang gibt – wir sind abends regelmäßig derart kaputt, dass wir beizeiten in den Betten landen. Gestern Abend bin ich schon mehrfach eingeschlafen, als ich mit Saskia noch ’ne Conni-Folge auf dem Tablet geguckt habe – und da war es gerade mal halb 9. Eine halbe Stunde später war ich im Tiefschlaf (und jetzt seit 4:30 Uhr wach). Das Klima hier schlaucht ganz schön. Im Moment (es ist Donnerstag kurz nach 6 Uhr morgens) sitze ich bei 28°C im Nachthemd auf dem Balkon, höre dem Meeresrauschen zu und beobachte, wie der Himmel erst rosa und jetzt allmählich hell wurde. Der untere Bereich ist eigentlich immer bewölkt, so dass von Sonnenauf- oder -untergang wenig zu sehen ist. Abends ist gegen 18:30 die Sonne plötzlich weg und dann ist es auch schlagartig stockdunkel. Sehr faszinierend. Die Temperatur sinkt leider auch nach Sonnenuntergang nur minimal – von ca. 32°C (im Schatten) tagsüber auf ca. 28°C nachts.

Aber das interessiert euch vermutlich gar nicht so brennend. 😉

Die ersten 3 Tage „delfinunterstützte Therapie“ liegen hinter uns. Wir haben eine etwas ungünstige Therapiezeit erwischt, nämlich 13 bis 15 Uhr. Das macht Ausflüge etwas schwierig, da der Tag eben doch ziemlich zweigeteilt ist. Andererseits: Bei den gefühlten 40°C, die gestern hier offiziell herrschten, ist ohnehin alles zuviel, was außerhalb klimatisierter Räume oder im Schatten bei leichtem Wind stattfindet.

Am Montag gab es vor Beginn der eigentlichen Therapie ein halbstündiges Gespräch zwischen uns Eltern und dem Therapeuten. Saskia war in dieser Zeit mit einer Praktikantin unterwegs. Das Therapeuten-Team besteht aus Deutschen und Holländern in den verschiedensten Fachrichtungen. Saskias Therapeut ist ein Psychologe aus Holland. Und irgendwie habe ich beim Gespräch mit Psychologen ja immer das Gefühl, ich bin schlecht vorbereitet auf irgendwelche Fragen („Was wollen Sie in den zwei Wochen hier erreichen? Nennen Sie bitte 3 konkrete Ziele.“ – Uff.) und ich mache eigentlich alles falsch. Nein, das trifft es nicht ganz, aber es bleibt ein Gefühl der Unzulänglichkeit – beispielsweise bei der Frage nach der Freizeitgestaltung und nach Freunden. Verhindern wir, dass Saskia Freunde findet, weil sie einfach zu wenig Gelegenheit dazu hat?

Nach dem Gespräch begann die eigentliche Therapie – zunächst in einem Therapieraum, ca. eine halbe Stunde später ging es dann zum „Dock“ – der schwimmenden Plattform, wo der Therapieteil mit Delfin stattfindet. Neben Saskia und dem Therapeuten ist dort eine Delfintrainerin und eine Praktikantin anwesend. Wir Eltern sitzen auf der anderen Seite des „Beckens“ (mir fehlt ein passender Begriff dafür) und können das Geschehen aus der Entfernung beobachten.

Nachdem Saskia mir vor der Reise erklärt hatte, sie wolle nicht in den Urlaub fliegen und am Montag Vormittag zum Thema Delfin-Therapie noch sagte: „Ich will nich. Mir is das anstrengend.“, war sie dann doch recht schnell dabei, den Delfin zu streicheln und mit ihm zu „arabeiten“.

Nach ca. einer Stunde auf dem Dock ging es zurück an Land, wo es noch eine Therpieeinheit und eine Nachbesprechung gibt.

… Fortsetzung und Fotos später … es ist 6:48 Uhr und ich bekomme Besuch auf dem Balkon 😉

Ruhiger Tag

Wir haben den Sonntag ganz ruhig verbracht. Ich bin tatsächlich nochmal eingeschlafen und so war allgemeines Aufstehen erst um 8:30 Uhr angesagt. Schön, wenn der Kopf nicht mehr dröhnt.

Nach Frühstück auf dem Balkon und ganz viel Rumtrödeln stellten wir fest, dass wir den einzigen Shuttle-Bus zum Supermarkt für heute verpasst hatten. Na gut, dann eben erstmal hier umsehen. Am Pool waren einige Leute, an der Bucht auf der anderen Hotelseite auch, beides sah hübsch aus, aber Saskia war nicht so recht zu begeistern. Mal sehen, was das morgen wird 😉

Pool

Bucht am Hotel

Will nicht baden

Wir liefen ein Stück durch die Gegend, sahen ungewohnte Tiere und farbenfrohe Häuser am Wegesrand,

Hungriger Blick

Lief uns so übern Weg

Farbenfroh

Unser derzeitiges Zuhause

aßen Mittag, waren noch ein Weilchen im „Sea Aquarium“, das direkt nebenan ist. Die Seelöwen-Vorführung können wir auch vom Balkon aus sehen, wir guckten ein paar bunte Fische an – nicht sooo eindrucksvoll, das geht in jedem Zoo. Das Streichelbecken war schon interessanter und so ein großer Rochen fühlt sich doch sehr merkwürdig an (glitschig, aber eher wie ein nasser, schlecht ausgespülter Lappen). Als wir gerade gehen wollten, kam noch ein netter Mensch und holte uns erst Seeigel und Seegurken, dann Seesterne zum Anfassen heran und heraus. Das war dann schon eindrucksvoll.

Starfish - gut getarnt

Seesterne zum Anfassen

Auf die Delfinshow verzichteten wir für heute, sahen uns auf dem Weg nach draußen noch die Haifütterung an und gingen erstmal „nach Hause“. Der Eintritt im Aquarium ist für uns frei (normalerweise 21 $ pro Erwachsenen), wir können also den Rest in den nächsten Tagen noch ansehen.

Hungriger Zuschauer bei der Haifütterung

Morgen ist erstmal volles Programm – der reinste Freizeitstress hier:

Volles Programm

P.S.: Ich habe im gestrigen Beitrag ein paar Fotos ergänzt, ein Blick zurück lohnt sich also. 🙂

Morgens halb 3 in Curaçao

Flug und erste Eindrücke

Nachdem ich am Freitag später als geplant ins Bett kam, dann noch ewig wach lag und überlegte, ob wir wohl an alles gedacht haben und der Wecker um 2 klingelte, hatte ich dann doch ein kleines Schlafdefizit (ich stelle fest, dass ich irgendwie auch nicht mehr 20 bin). Pünktlich um 3:15 stiegen wir ins Taxi und etwa 35 Minuten später standen wir am Flughafen. Es war deutlich belebter als ich gedacht hatte. Unser Flug war auch nicht der erste, Mallorca war noch vor uns dran und so war auch an der Sicherheitskontrolle einiges los. Gegen halb 5 war das geschafft, Saskia durfte (wegen des VNS) um das Gerät herum gehen, Medikamente im Handgepäck waren kein Problem und wir machten uns auf den Weg zum Gate und zum Frühstück. Leider erwies sich der Flughafen doch als ziemlich verschlafen – die meisten Läden hatten noch zu, ein belebt aussehendes Café öffnete erst „spätestens um 5“. Wir warteten also, frühstückten dann und gingen zum Gate. Etwas entfernt stand eine Familie mit zwei Kindern, eins davon im Rollstuhl – die hatten wohl das selbe Ziel wie wir.

Der erste Flug bis Amsterdam war gut. Saskia nahm das alles sehr gelassen hin, stellte tausende Fragen (schon vorher beim Check-In und der Sicherheitskontrolle), teilweise ohne sich ernsthaft für die Antwort zu interessieren, guckte ein bisschen aus dem Fenster und auf den Monitor über uns und dann waren wir auch schon da.

In Amsterdam hatten wir dann 2,5 Stunden Aufenthalt – wobei mindestens eine halbe Stunde ja für die Wege von Gate zu Gate drauf geht. Die „Rolltreppen ohne Treppen“ fand Saskia Klasse und rannte im Eilschritt vor uns her – ihren Handgepäck-Koffer hinter sich herziehend (auf dem Foto ausnahmsweise mal ohne Koffer).

Rolltreppe ohne Treppe

Wir fanden das Abflug-Gate in einer sehr entlegenen Ecke, ruhten uns kurz aus, guckten zwei Conni-Filme auf dem Tablet und beschlossen, nochmal in Richtung „Airport-Plaza“ zurück zu laufen, um etwas Zeit zu verbringen. Gegen 9 waren wir wieder am Gate und dort war der nächste Sicherheitscheck schon im Gange. Diesen hatten wir (wie immer in Amsterdam) nicht auf dem Plan und er kostete uns (ebenfalls wie immer) eine Flasche zu trinken (wegen nicht erlaubter Flüssigkeiten im Handgepäck). An anderen Flughäfen, die ich kenne, erfolgt erst die Sicherheitskontrolle, danach kann man auf dem Flughafen einkaufen und die Sachen auch mit an Bord nehmen – in Amsterdam ist der Sicherheitscheck direkt am Gate und da darf dann eben nichts über 100ml mit.

Das Einsteigen ins große Flugzeug dauerte etwas länger, wir gehörten zur dritten von etwa 6 Gruppen, die an Bord durften und so dauerte es nach dem Einsteigen noch eine ganze Weile, bis das Flugzeug endlich abhob.

Diesmal hatten wir jeden einen eigenen Monitor an der Sitzlehne des Vordermanns und Saskia wollte sofort „einen Film gucken“. Ok, Auswahl gab es (auch beim Kinderprogramm) reichlich, nicht alles auf deutsch und nicht alles Saskia-geeignet, aber wir würden etwas finden, doch bis nach dem Start sollte sie doch wenigstens noch warten. Der Start interessierte Saskia nicht sonderlich, der Film irgendwann auch nicht mehr, dann sollte es ein neuer sein, den guckte sie eine Weile, wollte dann wieder was anderes, so zappten wir uns durchs Programm. Irgendwann gab es was zu essen und zu trinken, wir guckten weiter kleine Filmchen („Miffy“ – ich glaube, das Kind wird enterbt!) und ich versuchte, Saskia zum Schlafen zu überreden, was sie erstmal nicht wollte.

Sicherheitshalber gingen wir aber mal zur Toilette, die Saskia dann doch etwas traumatisierte. Ich sollte mit rein, was wegen der Enge nicht ging, dann ging die Falttür automatisch zu (und wenn ich es richtig interpretiere, wird das Licht gedämmt oder geht aus, wenn die Tür dann nicht verriegelt wird, also riss Saskia die Tür hektisch wieder auf (und klemmte mir die Finger ein), ging dann endlich auf Toilette und erschrak sich fürchterlich, als hinterher die Spülung alles laut schlürfend absaugte. Danach war sie erstmal fix und fertig und es dauerte eine Weile, bis sie sich beruhigt hatte. Wir gingen zurück zu unseren Plätzen, tauschten ein paar Mal hin und her bis schließlich Saskia in der Mitte, ich am Fenster und Papa am Gang saß, Saskia malte ein Weilchen, guckte noch mehr Filmchen und schlief irgendwann ein – genau wie der Papa. Nur ich konnte natürlich mal wieder nicht schlafen. Als ich am Einschlafen war, wackelte das Flugzeug gerade derart, dass mein Kopfkino einschlafen unmöglich machte. Also guckte ich „Frozen“ zu Ende, den ich mit Saskia angefangen hatte, bevor sie die Lust verlor, und arbeitete mich durch die Musikauswahl des Bordprogramms. Irgendwann waren alle wieder wach (Saskia wachte heftig zuckend und jammernd auf, was mir Sorgen macht – war das was epileptisches? Oder nur normales Schlafzucken und etwas Danebensein, weil sie sich erstmal orientieren musste?) und irgendwann kam tatsächlich Curaçao in Sicht und wir landeten – reichlich 9 Stunden nach dem Abflug um 13:13 Uhr.

Anflug auf Curacao

Mit dem Aussteigen dauerte es allerdings noch eine Weile und dann dauerte es eine weitere halbe Stunde, bis die riesige Schlange an Menschen endlich ihre Stempel im Pass hatte. Der Kinderreisepass war übrigens kein Problem. Während wir warteten, sahen wir einige Familien mit behinderten Kindern, einige auch im CDTC-T-Shirt, die wir also in den nächsten zwei Wochen sicher noch öfter sehen werden. Die Familie mit den beiden Jungs, die wir morgens gesehen hatten, saß ab Amsterdam schon in der Reihe neben uns.

Curaçao empfing uns mit 32°C und Sonnenschein. Der Flughafen ist winzig und wir fragten uns, wohin die vielen Leute aus dem großen Flugzeug eigentlich alle wollen – soo groß ist die Insel doch gar nicht.

Flughafen Curacao

Wir fanden den Busfahrer, der uns abholen sollte und schließlich den Bus mit etlichen anderen Familien. Hier durften wir erstmal warten, denn es fehlten noch ein paar Leute. Zuletzt fehlte nur noch die Mutter der Jungs – denn der Rollstuhl des Jungen war während des Flugs beschädigt worden und sie versuchte, das zu klären bzw. zumindest schriftlich bestätigt zu bekommen, was nicht einfach war. Der Bus war zumindest klimatisiert und kurz nach 3 fuhren wir endlich los.

Die Straßen waren teilweise ganz schön wellig, Palmen und Kakteen am Straßenrand machten klar, dass wir tatsächlich in einem tropischen Land sind. Es gab unheimlich viele verfallene Häuser und die Gegend an der Straße sah teilweise ganz schön ärmlich aus. Dazwischen gab es immer wieder sehr hübsche, sehr bunte Häuser und selbst Saskia guckte während der ganzen Fahrt müde aber interessiert aus dem Fenster.

Bei Willemstad wurden die verfallenen Häuser etwas weniger (aber auch hier gibt es noch reichlich davon) und die hübschen bunten Häuser mit den bunt blühenden Sträuchern im Garten mehr. Wirklich sehr hübsch.

Blick auf Willemstad

Nach einer reichlichen halben Stunde Fahrt erreichten wir das Hotel, ich wartete mit unserem Gepäck im Schatten, während der beste Ehemann von allen und Saskia ins Gebäude mit der Anmeldung gingen. Es dauerte und dauerte. Inzwischen wurden immer wieder Koffer von anderen Familien auf Wagen geladen und von Hotelangestellten irgendwo in Richtung Zimmer gefahren. Irgendwann kam ein Kleinbus von einem Supermarkt und brachte mir zwei große Kartons mit den vorbestellten Lebensmitteln. Wasser, Saft, Brötchen, Wurst, Käse, Eier, Obst, Gemüse, Nudeln … verhungern müssen wir also erstmal nicht. Ich wartete weiter und nach einer gefühlten Ewigkeit tauchte auch meine Familie wieder auf. Unsere Koffern wurden auf einen Wagen geladen und dann ging es rasant zu unserem Zimmer.

Erster Eindruck hier: Wow! Zweiter Eindruck: Huh, ist das kalt!
Die Klimaanlage funktioniert, aber wir müssen uns noch anfreunden. Ist sie an, ist es eigentlich zu kalt (Hatschi!) und es zieht und es macht Lärm – ist sie jedoch aus, ist es zu warm.

Balkon

Unser Zimmer – oder besser gesagt: unsere Wohnung ist groß (großes Wohnzimmer, großes Schlafzimmer, Küche, Bad und Garderobe) mit großem Balkon vor Wohn- und Schlafzimmer, der direkt überm Meer endet. Wenn ich vom Balkon springen würde, würde ich im Atlantik landen (oder vielleicht auch auf den großen Steinen, die zur Randbefestigung dienen). Sehr eindrucksvoll. Beim Blick nach links sieht man das Delphinzentrum – wir können also vom Balkon aus zusehen, was dort geschieht, beim Blick nach vorn sieht man aufs Meer. Weit entfernt sehe ich jetzt (inzwischen ist es 4 Uhr morgens) ein paar beleuchtete Schiffe am Horizont.

Blick vom Balkon nach Osten

Blick vom Balkon nach Westen

Wir räumten die Lebensmittel ein, ein paar unserer Sachen aus und dann fielen wir erstmal ins Bett. Eine gute Stunde später aßen wir Abendbrot, bevor ich direkt wieder ins Bett ging – ich war zu nichts mehr zu gebrauchen. Mann und Kind gingen noch kurz hinaus in die Dunkelheit (es war wirklich beeindruckend, wie schnell es gegen halb sieben stockdunkel war). Ich werde mir die Welt außerhalb unserer Wohnung heute ansehen. Aber jetzt gehe ich noch für zwei Stunden (oder so) ins Bett. 😉 Mal sehen, wann ich in der hiesigen Zeitzone ankomme.

Nur noch ein halbes Mal schlafen …

… dann steht (hoffentlich) das Taxi vor der Tür. 3:15 Uhr brechen wir auf nach Curaçao (na gut – erstmal in Richtung Flughafen).

Die Koffer sind gepackt, jetzt kümmere ich mich noch um Kleinkram fürs Handgepäck und dann ist hoffentlich alles erledigt. Ich bin sehr, sehr, sehr gespannt … wie Saskia den Flug verkraftet, wie wir die Wärme und die vielen Mücken dort überleben und ob die Therapie etwas bringt.