Leise Hoffnung

Der zweite Ortstermin gestern verlief deutlich besser als der erste. Anwesend waren: der beste Ehemann von allen, der Gutachter, der Dachdecker und unser Anwalt. Der Anwalt der Gegenseite war diesmal nicht dabei.

Nach kurzem Vorgespräch und Besichtigung von innen, wobei wieder über mögliches Kondenswasser diskutiert wurde, wurde das Dach von oben auf einer Fläche von ca. 1m x 1m geöffnet.

Nach Entfernung von EPDM-Folie und Styropor-Keil wurde der Blick frei auf ein stehendes Gewässer mit einigen Styropor-Kügelchen. Die Wassermenge war allerdings so groß, dass der Gutachter schnell der Meinung war: „Dann bin ich hier ja fertig.“ Die Situation ist wohl sehr eindeutig – das Dach ist undicht, es ist reichlich Wasser in der Konstruktion, es muss komplett erneuert werden.

Nun bleibt zu hoffen, dass das dann auch eindeutig im (hoffentlich bald fertigen) Gutachten steht, dass das Gericht das genauso sieht und der Dachdecker nicht insolvent ist, bevor wir unser Geld für Dach und Nebenkosten wieder haben. Und natürlich, dass es mit anderen Dachdeckern in der nächsten Runde besser läuft und die auch bald Zeit für uns haben.

Viele Männer auf dem Dach

Nachdem am Montag hier ca. 1,5 mm Schnee lagen (ja, übereinander – aber nicht flächendeckend), wurde der Termin mit Dachdeckern und Gutachtern auf heute Mittag verschoben. Und so klingelte zunächst das Telefon, weil der Schulbusfahrer immer ein kurzes Zeichen gibt, wenn er Saskia rauswirft – einer von uns kann sich dann vor die Tür stellen und dem Fahrer winken, während das Kind die knapp 100m zum Haus läuft. (Das ist besonders im Herbst/Winter ganz praktisch, weil man nicht stundenlang an der Straße stehen und auf den Bus warten muss.)

Kurz nachdem Saskia nach Hause kam, klingelte es an der Tür und es erschien der erste Mann – unser „Parteigutachter“. Unmittelbar nach ihm erschienen zwei Dachdecker von einer Flachdachfirma in der Nähe, die vielleicht irgendwann den Auftrag bekommen, unser Dach zu reparieren. Während diese Männer schon mal einen Kaffee tranken, erschien dann noch der Chef der Dachdecker, die unser Dach 2016 gedeckt haben und schließlich noch ein Sachverständiger der Gegenseite. Uff.

Der beste Ehemann von allen übernahm die Führung durch die Tropfsteinhöhle – früher bekannt als Schlafzimmer – während ich mich zunächst mit Saskia und dann mit den beiden neuen Dachdeckern beschäftigte. Diese nahmen an der Führung nicht teil, da sie das Schlafzimmer bereits vorige Woche besichtigt hatten.

Nach der Besichtigung von innen wurde die Party aufs Dach verlegt und so kletterten 6 Männer die Leiter hoch und überlegten, wo eigentlich das ganze Wasser herkommt, das durch unsere Decke tropft. Nach ca. 2,5 Liter Wasser am 2. Advent und gut 4 Liter Wasser 6 Tage später befinden sich derzeit schon wieder ca. 2 Liter Wasser im Eimer – obwohl es keine starken Niederschläge gab (es nieselpieselt so vor sich hin) und wir den Raum schon seit Monaten nicht nutzen (was gegen solche Mengen Kondenswasser spricht).

Geklärt werden konnte es nicht, alle Beteiligten waren sich einig, dass sie es nicht wissen und dass man es auch nicht zerstörungsfrei feststellen könnte. Eventuell undichte Stellen konnten leider auch nicht abgedichtet werden, da Feuchtigkeit und Temperatur das nicht zuließen. Bleibt der Eimer also erstmal stehen und wir hoffen, dass das Wasser sich nicht noch andere Wege (als im Schlafzimmer) nach unten sucht. Und dann schauen wir im neuen Jahr mal, wie es weiter geht.

Boah, das dauert!

Am 20.9. lief die letzte Frist ab, die der Anwalt den Dachdeckern gesetzt hatte und seitdem ist nichts passiert.

Nein, das stimmt nicht: Wir hatten eine Luftkeimmessung, die ergab, dass der Schimmel offenbar nicht unser Hauptproblem ist, sondern Bakterien. Wenn man sich ein bisschen über Schimmel informiert, ist das auch logisch: Schimmel wächst bei 70-80% Luftfeuchtigkeit – bei 100% Feuchtigkeit wächst kein Schimmel mehr, da wachsen Bakterien. Und wir haben (nach wie vor) ein stehendes Gewässer im Schlafzimmer.

Eventuell erklärt das auch, dass sowohl der beste Ehemann von allen als auch ich selbst seit Monaten abwechselnd krank sind und verschiedenste Antibiotika benötigen. (Und ich kann mich nicht erinnern, wann einer von uns vorher jemals Antibiotika benötigt hat – das muss Jahr(zehnt)e her sein.)

Leider konnte die Art der Bakterien im Labor nicht bestimmt werden, weil es so viele (oder so schnell wachsende) waren, dass sich ein „Bakterienrasen“ gebildet hatte. Das ist etwas unbefriedigend und nach einigem Hin und Her mit der Firma wurde die Messung vorige Woche wiederholt. Die Ergebnisse dieser Messung haben wir noch nicht.

Der Anwalt hat im Oktober ein Schreiben ans Gericht vorbereitet, dass wir ein „Beweissicherungsverfahren“ starten wollen. Wir hatten noch zwei kleine Korrekturen, haben ihm die gemailt und dann erstmal nichts mehr gehört – es stellte sich schließlich raus, dass er ein paar Tage im Urlaub war. (Das sei ihm ja gegönnt, aber für uns verzögert es eben wieder alles.)

Kurz bevor er wieder zurück war, erhielten wir einen Brief von der Haftpflichtversicherung der Dachdecker, in dem nach den Kontaktdaten des Anwalts gefragt wird. Haben wir beantwortet … und seitdem nichts mehr gehört. Im besten Falle würde es bedeuten, dass die Versicherung willens ist, den Schaden zu regulieren (davon steht allerdings nichts im Brief). Im schlimmsten Fall bedeutet es, dass sie einfach wissen wollen, zu wem sie ihren Anwalt schicken müssen. Die Frage, ob sie bereit sind, den Schaden zu regulieren, hat der Anwalt dann auch gestellt und bis zum 9.11. um Antwort gebeten. Gehört haben wir bisher natürlich nichts. Aber der 9. ist ja auch erst morgen. :-/

Andererseits ist der Brief der Versicherung meiner Meinung nach zumindest ein klitzekleiner Lichtblick, denn offenbar haben die Dachdecker es ja zumindest inzwischen an ihre Versicherung gemeldet. (Ist das ein Schuldeingeständnis? Ich weiß es nicht.) Das heißt, dass sie die Sache zumindest nicht mehr einfach auszusitzen versuchen. (Seit Ende August herrschte ja komplette Funkstille, nachdem sie erklärt hatten, sie seien ihrer Meinung nach nicht schuld.) Andererseits verzögert das Warten auf die Antwort der Versicherung nun wieder den Brief ans Gericht, denn der wurde nun erstmal nicht abgeschickt, da ja die winzige Hoffnung auf eine außergerichtliche Einigung besteht.

Dachschaden – ein Drama in (viel zu) vielen Akten

Ja, ich weiß, die meisten wollen am liebsten über Saskia lesen, aber im Moment ist das Dach hier einfach unser Topthema.

Deshalb ein kurzes Update. Es gibt leider wenig Neues. Nachdem Dachdecker, Sachverständiger und der beste Ehemann von allen sich Ende August das ganze Drama von unten (also Schlafzimmer) und oben (also außen auf dem Dach) angesehen hatten, wurde vereinbart, dass die Dachdecker das Dach an einer Ecke ca. 4 m x 4 m über dem Schlafzimmer bis zum Dachfenster im Flur über dem Treppenhaus öffnen und mal von oben nachsehen, wie weit der Schaden geht. Er geht nämlich definitiv im Schlafzimmer bis zur Flurwand und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass das Problem dort nicht endet. Als Termin wurde der 4. September vereinbart, denn den Kindergeburtstag wollten wir vorher noch ohne offenes Dach hinter uns bringen.

Der Sachverständige schrieb einen Bericht und nach diesem Bericht waren die Dachdecker plötzlich der Meinung, sie seien ja gar nicht Schuld an dem ganzen Dilemma. Sie würden deshalb durchaus das Dach öffnen, aber nur gegen Einwurf von reichlich Münzen. Da wir wiederum der Meinung sind, wir haben vor 2 Jahren knapp 40.000 € für ein neues Dach bezahlt und das sollte länger als zwei Jahre halten, sind wir nicht bereit, schon wieder Geld zu bezahlen, nur weil nicht sachgemäß gearbeitet wurde. Also erschienen die Dachdecker nicht und das Dach blieb zu.

Die von unserem Anwalt gesetzte Frist verstrich am Donnerstag, ohne dass die Dachdecker sich in irgendeiner Weise meldeten. Damit geht es nun wohl in die nächste Runde. Das bedeutet: Beweissicherungsverfahren, in dem ein vom Gericht beauftragter Gutachter sich das Ganze nochmal ansieht (und ggf. auch noch ein weiteres Mal) und dann hoffentlich zur Erkenntnis kommt, dass die Dachdecker den Mist in Ordnung bringen (und obendrein unsere Kosten tragen) müssen. Nachteil an der Geschichte: Einerseits sind die Gerichte überlastet und das ganze Verfahren kann schon mal 8-12 Monate dauern. Und wir hängen jetzt in der Luft und können im Moment nicht mal den Schimmel entfernen, weil wir damit ja Beweise vernichten würden. Andererseits kann es sein, dass der Gutachter zu keinem eindeutigen Ergebnis kommt (und die Beweislast liegt bei uns).  Es kann also sein, dass wir irgendwann die Dachsanierung (möglicherweise für das komplette Dach, falls sich herausstellt, dass das Problem nicht nur das Schlafzimmer betrifft) nochmal bezahlen müssen. Plus Anwaltskosten. Plus Gutachter. Plus Schimmelbeseitigung. Plus Verfahrenskosten.

Es. Kotzt. Mich. An.

Verzweiflung und Hilflosigkeit

Heute war der Dachdecker da – nur zum Gucken, nachdem der beste Ehemann von allen ihn gestern angerufen hatte. Und er ist angefressen, weil wir einen Anwalt eingeschaltet haben. Ach was?! Wir haben ihm das Problem Anfang April gemeldet, dann war einer seiner Mitarbeiter auf dem Dach und fand nichts, dann passierte trotz unserer Bitte, dass der Chef sich melden möge wochenlang gar nichts. Dann riefen wiederum wir an, machten einen Termin, an dem er erschien, aber nur um einen neuen Termin zu machen, zu dem er nicht erschien und sehr kurzfristig absagte. Seitdem wieder anderthalb Wochen Funkstille und nun ist er sauer, weil wir einen Anwalt einschalten? Geht’s noch?

Hätte er vor zwei Jahren ordentlich gearbeitet, gäbe es die Probleme gar nicht. Und hätte er nicht versucht, das Problem auszusitzen und uns am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen, könnten wir uns die Anwaltskosten sparen. Wir sind ganz bestimmt nicht scharf darauf, es so zu regeln.

Der Termin heute verlief dann wie befürchtet: Vorm Urlaub passiert nichts mehr, das Dach gammelt also fröhlich weiter und er will unbedingt von oben aufmachen, was wir ausdrücklich nicht wollen. Also nächste Runde mit Anwalt und Sachverständigem. Ganz toll.

Ich schlafe inzwischen kaum noch, weil man die Gedanken nicht los wird, wahrscheinlich züchte ich mir ein feines Magengeschwür oder einen Nervenzusammenbruch und wir haben fast keinen Einfluss darauf, wann und wie es weiter geht.

Es ist absolut zum Kotzen!

Eingebauter Schaden?

Ich frage mich gerade, ob das Dach gar nicht undicht ist, sondern die Feuchtigkeit von vornherein im Dämmmaterial steckte. Immerhin lag das vor zwei Jahren ja wochenlang auf dem Dach – und zwar nicht immer gut und wasserdicht verpackt.

Wir erinnern uns:
Chaos auf dem Dach

Das mir mein Schlusssatz aus einem damaligen Blogbeitrag aber mal so böse auf die Füße fallen würde, hätte ich auch nicht gedacht.

Wenn also die Dämmung vorher feucht war und nun nahezu luft- und wasserdicht verpackt in unserer Decke steckte, könnte sich das Wasser ja wie in einem Schwamm im Laufe der Zeit nach unten bewegt haben. Der Vorteil wäre, dass wir in diesem Fall vielleicht nicht an die eigentliche Dachhaut ran müssten. Die Dämmung muss aber vermutlich auf jeden Fall raus … und die ketzerische Frage wäre dann: „Nur“ über dem Schlafzimmer oder auch über dem Rest des Hauses (falls es ein „systematischer Fehler“ ist)?

Der Anwalt hat jedenfalls einen freundlichen Brief an die Dachdecker geschrieben – schauen wir mal, ob sich jetzt irgendetwas bewegt.

 

Versetzt

Wenn einem die Dachdecker den seit Wochen geplanten Termin zur Dachöffnung per Mail am Vorabend um 18 Uhr (wegen Krankheit und Urlaub) absagen und nicht mal den Allerwertesten in der Hose haben, uns das auf irgendeiner unserer zahlreichen bekannten Telefonnummern persönlich (oder wenigstens per Anrufbeantworter) mitzuteilen, dann kann ich mir schon verschaukelt vorkommen, oder? Ich habe es am späteren Abend dann eher zufällig gelesen – zu spät, um dem Sachverständigen abzusagen, der auch mal einen Blick ins Dach werfen sollte. Tja.

Also warfen der beste Ehemann von allen und der Sachverständige ohne Dachdecker einen Blick unter die Dämmung und ich kann nur sagen: „Igitt, das ist wirklich eklig.“

Morgen führt uns der Weg dann zum Anwalt, was ich gern vermieden hätte, aber anscheinend geht es nicht anders. Die Dachdecker scheinen den Eindruck zu haben, sie können das aussitzen, denn bisher glauben sie ja ohnehin nicht, dass wir ein ernstes Problem haben.

Schwarze Suppe