Überraschung!

Da ich am heutigen Brückentag keinen Urlaub hatte, verließ ich gegen 7 Uhr das Haus in Richtung Arbeit, während Mann und Kind noch schliefen.

Kurz nach 10 klingelte das Telefon im Büro. „Da sitzen 3 Männer in unserem Garten auf unseren Gartenstühlen.“ sprach der beste Ehemann von allen. „Wie, da sitzen 3 Männer im Garten? Wer denn? Wieso denn?“ Das habe er sie auch gefragt und sie hätten erklärt, sie seien die Gerüstbauer und ob wir sie denn nicht erwarten würden. „Ja schon, aber eigentlich erst am Montag.“

Tja. Irgendwie ist da in der intensiven Kommunikation zwischen Handwerkern, Bauleiter und uns (Hahaha!) wohl irgendwas auf der Strecke geblieben. Wir haben jedenfalls ein Wochenende mit Gerüst gewonnen.

Gerüst

Es gibt Schlimmeres … zum Beispiel den netten Brief der gegnerischen Versicherung, dass sie die Kosten nicht nachvollziehen können und mein Auto „nachbegutachten“ möchten. Können sie gern tun, nur sehen werden sie nichts, der Schaden wurde ja (nach Begutachtung in der Werkstatt) vorige Woche behoben. Ich hab‘ keinen Bock auf sowas!

Den Nachmittag verbrachten wir dann mit meiner Mutti und ihren Thüringer Nachgeburtstagsgästen bei schönstem Wetter in der großen Stadt bei einer riesengroßen Geburtstagsfeier (nein, es war nicht die von meiner Mutti) – der Hafen feiert sein 827-jähriges Bestehen.

Hafengeburtstag

Hafengeburtstag

Hafengeburtstag

Von „athmosphärisch ziemlich daneben“ bis „netter als daheim“

Saskia mag Laternenumzüge. Als sie neulich das Plakat bei uns im Ort sah, das einen großen Laternenumzug mit Musik- und Fackelbegleitung ankündigte, wollte sie unbedingt hin. Wenn ich ihr erzählt hätte, dass der Umzug stattfindet, während sie auf Freizeit ist, hätte sie vermutlich darauf bestanden, daheim zu bleiben. (Ich erzählte es ihr sicherheitshalber nicht und hoffte auf einen kleineren Umzug, der Anfang November fast vor unserer Haustür startet. Leider mussten wir den dann ebenfalls ausfallen lassen, weil es Saskia nicht gut ging, aber das konnte damals noch niemand wissen.)

Da wir den großen Umzug also leider verpasst hatten und Saskias Schulferien noch nicht ganz zu Ende waren, fuhren wir eben nach Leipzig*, denn dort sollte Ende Oktober der große „Glühwürmchenumzug“ am Zentralstadion – ach nein, heutzutage heißt das Teil ja „Red Bull Arena“ – stattfinden. Etwa 4500 Teilnehmer wurden erwartet und Musik sollte es auch geben – gleich 3 Kapellen würden den Zug begleiten.

Als wir ankamen, waren viele kleine und große Menschen mit Laternen da und irgendwann setzte sich das Gewusel auch in Bewegung. Einmal rund ums Stadion sollte es gehen. Wir liefen also los – bestrahlt von sehr hell leuchtenden Straßenlaternen, was einerseits gut war, denn der Weg hatte es teilweise in sich, andererseits allerdings keine rechte Laternenstimmung aufkommen ließ.

Glühwürmchen

„Athmosphärisch ziemlich daneben“, meinte der beste Ehemann von allen und ich musste ihm spätestens Recht geben, als wir in die Nähe einer (Blas-)Kapelle kamen und statt der erwarteten Laternenlieder „Ro-sa-mun-de“ und ähnliches hörten. Das ist doch nicht euer Ernst?! Zu Laternenumzügen gehört Dunkelheit und „Laterne, Laterne“ oder von mir aus auch irgendwas mit Sankt Martin, aber Schlager?!

Am Ende des Umzugs bestand Saskia darauf, bei Oma hinterm Haus mit den Laternen durch den sehr dunklen und sehr zugewachsenen Garten zu laufen. Das war dann abenteuerlicher als gedacht, denn in den letzten Jahren hat sich die Natur hier wesentliche Teile zurück erobert. 😉

Den Freitag verbrachten wir auf meinen Wunsch in Leipzigs Innenstadt, denn hier hat sich in den letzten Jahren so vieles verändert, dass ich mir das gern mal ansehen wollte.

Schaufenster

Regenschirmtropfenfängertüten

Brühl

Rathaus mit Markt

Specks Hof

Ich finde ja die Passagen u.ä. immer wieder schön und auch der beste Ehemann von allen ließ sich zu einer Äußerung hinreißen, dass Leipzig netter** sei als unsere neue Heimat.

DDR-Laden

Eigentlich hätte mich ja auch mal eine Bootsfahrt auf dem Kanal interessiert – aber Ende Oktober ist das eher nicht so das Wahre. Vielleicht beim nächsten Mal.

Am Nachmittag folgten wir der Empfehlung von Frau Brüllen ins Kindermuseum „Unikatum“.

Kindermuseum

Allerdings gerieten wir zwischen eine recht laute und sehr wuselige Geburtstagsgesellschaft und verloren ziemlich den Überblick, was schade war. Als die Meute sich verzogen hatte, begann ich nochmal gezielt durch die Räume zu gehen und begriff dann auch den eigentlichen Sinn – aber da hatte sich Saskia schon innerlich verabschiedet und malte Bilder.

Samstag war Feiertag (Reformationstag) in Sachsen, aber wir waren ja nicht zum Shoppen da, sondern wollten in den Zoo. Am Eingang begrüßte uns eine Laufschrift, die gruselige Halloween wünschte. Ach je. Das war nun nicht gerade das, was wir erwartet hatten. Ungefähr zwei Drittel der Zoo-Besucher waren als Hexen, Skelette, Monster oder sonstwie halloweenartig verkleidet. Muss ich nicht haben, aber nun waren wir schon mal hier und den Tieren ist es vermutlich egal. Und bevor am Abend die eigentlichen Halloween-Veranstaltungen begannen, würden wir wahrscheinlich ohnehin auf dem Heimweg sein.

Löwe

Erdmännchen

Rüsselspringer

Der Einbruch der Dunkelheit überraschte uns dann doch – zumindest die Geschwindigkeit, in der es dunkel wurde. Auf dem Weg zum Ausgang sahen wir dann also doch noch Einiges von der anstehenden Halloween-Party. Was da aufgebaut war, gefiel mir aber durchaus gut und ich könnte mir vorstellen, dass es ziemlich stimmungsvoll war.

Halloween im Zoo

Halloween im Zoo

Halloween im Zoo

Am Sonntag brachte uns die Bahn dann fast problemlos nach Hause. Bis 10km vor dem Ziel waren wir auch pünktlich, dann verzögerte sich die Weiterfahrt und die Einfahrt in den Hauptbahnhof um 15 Minuten. (Wäre sonst ja auch langweilig.)


* Nein, wir sind natürlich nicht wegen des Laternenumzugs nach Leipzig gefahren. Der war nur ein „Nebeneffekt“. 😉

** Er verwendete allerdings ein anderes Wort, irgendwas im Sinne zwischen „gemütlich“, „nett“, „attraktiv“ … und wenn es mir (oder ihm) wieder einfällt, korrigiere ich den Satz auch noch. 🙂
Inhaltlich muss ich sagen: Ja, mir gefällt Leipzig auch – es hat aber genau so hässliche Ecken wie andere (Groß-)Städte auch. In der Großstadt hier nebenan gibt es natürlich auch hübsche Ecken – die „Schönste Stadt der Welt“ ist es für mich allerdings nicht. Der Kleinstadt, in der wir wohnen, fehlt ein bisschen Vergangenheit. Bis in die 70er war es nur ein Dorf, danach wurde viel gebaut, allerdings eher nach dem Motto: „Quadratisch, praktisch, günstig“. Architektur-Highlights kann man da eher nicht erwarten.

Herbstspaziergänge

Nachdem wir hier durchaus auch ein paar Tage grau-feuchtes Schmuddelwetter hatten, zeigte sich der Herbst an den vergangenen Tagen wieder von seiner netten Seite. Am Wochenende war Zeit für den einen oder anderen Spaziergang.

Wir sahen eine Spiegelwelt am Teich …

Spaziergang am Teich

… verwunschene Bänke …

Verwunschene Bank

… leuchtende Bäume …

Leuchtender Baum

… und gaaaanz viele Hagebutten.

Sehr viele Hagebutten

Hagebutten

Türöffner-Tag selbstgemacht

Seit einiger Zeit ist Saskia ja großer Fan der Maus. Dank MausApp sind wir von Sendezeiten unabhängig und sie kann sich ihre Lieblingsfilme immer wieder ansehen. Die komplette Sendung der aktuellen Woche kann man sich auch ansehen und so war natürlich der „Maus-Türöffner-Tag“ am 3. Oktober, der immer wieder angekündigt wurde, auch bei uns Thema.

Ich sah also auf der Webseite nach, welche Türen sich in unserer Nähe öffnen würden … und stellte fest: Wir sind zu spät dran. Viele Angebote waren bereits ausgebucht oder aber für Saskia nicht geeignet. So richtig vermitteln konnte ich ihr das aber nicht, denn bei der Maus wurde doch immer wieder vom Türöffner-Tag gesprochen. „Nur noch 6 Tage …“ hieß es am letzten Sonntag im September. Wir beschlossen also, uns am 4. Oktober unseren ganz persönlichen Türöffner-Tag zu machen zum Thema:
„Wie wird eigentlich Schokolade gemacht?“

Wir erfuhren, wo Kakaobohnen angebaut werden und auf welchem Weg sie nach Deutschland gelangen und wie sie verarbeitet werden. Wir konnten die noch unverarbeiteten Bohnen ansehen und auch probieren …

Kakaobohnen

… wir konnten unsere eigene Tafel Schokolade kreieren …

Eigenkreation

… und mit nach Hause nehmen …

Eigenkreation 2

… und auch die dort in großen Maschinen hergestellte Schokolade in verschiedenen Phasen probieren: Als Pulver, als etwas sandige Masse und schließlich nach langem Rühren sehr cremig (und flüssig) und ziemlich lecker …

Verkostung - hell und dunkel

Es hat Spaß gemacht im Schokoladenmuseum Chocoversum. Saskia hätte auf die ganzen Erklärungen wohl verzichten können und fand das Selbermachen am besten. Ohne Führung kommt man allerdings nicht rein – wir hatten das Glück, dass eine Führung direkt nach unserer Ankunft begann – die Startzeiten stehen auf der Webseite.

Chocoversum

Heimatkunde

Ja, ja – ich weiß – heutzutage heißt das anders. Ich mochte Heimatkunde als Kind aber immer ganz gern. Um das Schulfach geht es allerdings gar nicht – wir machen stattdessen Heimatkunde auf unsere Weise und erkunden und erwandern die (nicht mehr ganz) neue Heimat.

Der Wetterbericht hatte schönes und trockenes Wetter für das Wochenende prophezeit, also müssen wir raus. Wer weiß, ab wann das herbstliche Grau in Grau mit Dauerregen einsetzt, bis dahin nutzen wir die Gelegenheit, unsere nähere Umgebung ein bisschen besser kennen zu lernen. Über die Komoot-App (die ich als Wanderkarte auf dem Smartphone nutze und wirklich empfehlen kann) bekomme ich immer zum Wochenende eine Mail mit Vorschlägen für Touren in der Umgebung. Ich suchte mir eine aus, passte die Strecke noch ein bisschen an … und dann musste nur noch die Familie überredet werden.

Ohne Titel

Saskia wollte zwar eigentlich viel lieber in den Zoo, hatte aber letztlich doch Spaß. Immerhin durfte sie durchs bunte Laub rascheln (und wusste auch, dass es Buchenblätter waren), hat sich die Taschen mit Kastanien vollgestopft und schließlich mit Papa aus vielen Stöcken ein Hexenhaus gebaut … und wenn es nicht gerade Dauerregen gibt, dann gehen wir nächsten Sonntag in den Zoo. Versprochen.

Die knapp zweijährige Tochter unserer Freunde verweigerte auf der Hinfahrt den Mittagsschlaf im Auto und war dadurch etwas unausgeglichen. Sie wollte nicht still im Buggy sitzen, aber auch nicht selber laufen. Die Lösung „Mama Arm!“ fand die Mama wiederum nicht so richtig toll. Aber wir hatten ja Zeit – und Landschaft. Mit viel mehr Höhenunterschieden als man ihr in dieser Gegend zutrauen würde.

Gruppenfoto

Außenseiter

Unser Picknickplatz

Tosende Fluten ;-)

Und irgendwann im Sommer müssen wir mal zum Paddeln herkommen.

Durchblick

Sonnig