Wenn einer eine Impfung will, dann kann er was erzählen 😉

Nachdem in unsererem Bundesland in den vergangenen 5 Wochen gar keine neuen Impftermine vergeben wurden und nur die Möglichkeit bestand, einen freiwerdenden Termin innerhalb von Sekundenbruchteilen zu buchen, bevor er neu vergeben wird, sollten gestern um 17 Uhr neue Termine freigeschaltet werden. 22.000 Stück. Für 28 Impfzentren. Also wie der Turbo in Sachen Impfung sieht das für mich nicht gerade aus – es soll wohl für eine Woche reichen.

Da ich es in den vergangenen Wochen täglich probiert hatte, kannte ich das Vorgehen: Man trägt Name, Geburtsdatum, Berechtigungsgrund und Mailadresse ein, bekommt dann einen Link geschickt, der 2 Stunden gültig ist und kann dann (sofern verfügbar) einen Termin buchen. Das Registrieren wollte ich sicherheitshalber schon vor 17 Uhr machen – also ging ich um 16:40 Uhr auf die Webseite und bekam dort nur einen ein Timer zu sehen, der die verbleibende Zeit bis 17 Uhr anzeigte und die Anzeige, es ginge um 17 Uhr los, ich bekäme einen zufälligen(!) Platz in der Warteschlange. Ach je.

17 Uhr bekam ich Platz 59-tausendirgendwas – bei 22.000 zu vergebenden Terminen nicht sehr ermutigend, aber „Versuch macht kluch“, also blieb ich in der Warteschlange. Um 17:30 hatte ich mich auf ca. 15.000 vorgearbeitet, um 17:36 Uhr erschien bei ca. Platz 12.300 die Meldung „Leider sind alle Termine bereits vergeben. Ein weiteres Warten im Warteraum ist daher nicht sinnvoll.“ Suuupersache. Wieder mal eine Stunde für nichts. Ich war echt sauer über diese schwachsinnige Vorgehensweise (und die gleichzeitige Ankündigung, ab nächste Woche sei hier auch Gruppe 3 impfberechtigt – wo sie noch nicht mal Gruppe 1 und 2 abgearbeitet haben).

Also erstmal raus an die frische Luft, ein bisschen abreagieren, ein paar Pokémons fangen und halt morgen wieder versuchen. Um 18:07 klingelte mein Handy: „Hier ist das Impfzentrum im Nachbarort*, haben Sie gerade Zeit und wie schnell können Sie hier sein?“ „In etwa 20 Minuten …“ „Na dann flotti karotti!“ Wir rannten also förmlich nach Hause, schnappten uns die Impfausweise und Unterlagen, eilten zum Auto und fuhren in den Nachbarort. Um 18:34 Uhr waren wir am Impfzentrum, um 18:50 Uhr geimpft und um 19:05 Uhr auf dem Heimweg.

Wir haben nun also das gute Biontech-Zeug im Arm, das demnächst ganz in der Nähe produziert werden soll. Vielleicht gibt’s dann ja Werksverkauf 😉


*In diesem Impfzentrum war ich vorige Woche mit meiner Mutti. Die wurde am Montag 80 und hatte sich u.a. eine Corona-Impfung zum Geburtstag geimpft. Den Termin für sie konnte ich Anfang März noch relativ problemlos vereinbaren. Einen Termin für den besten Ehemann von allen und für mich als „enge Kontaktpersonen einer pflegebedürftigen Person, die nicht in einer Einrichtung lebt“ zu vereinbaren, gelang mir jedoch seit über 6 Wochen nicht (trotz täglicher Versuche).

Als ich meine Mutti zum Impfzentrum fuhr, fragte ich deshalb dort, ob sie eigentlich eine Warteliste haben (mein Bundesland bietet so etwas nämlich leider nicht an) und ich dann kommen kann, wenn jemand nicht erscheint und eine Impfdosis übrig ist. Nach kurzer Abwehr: „Sie sind ja noch gar nicht berechtigt.“ und Klärung, dass ich es eben doch bin, wurde ich zu einer sehr netten jungen Frau in ein Büro geschickt, die meinen Namen und die Telefonnummer in den Computer tippte und mir empfahl, es trotzdem weiterhin auf dem offiziellen Weg zu versuchen, denn hier stünden einige vor mir auf der Liste. Das versprach ich und bat sie dann, auch meinen Mann auf die Liste zu setzen.

Das Impfzentztrum selbst ist super organisiert, sowohl die jungen Soldaten im Tarnfleck-Anzug als auch das medizinische Personal ist nett und professionell, die einzige Verzögerung gab es, weil wir für den besten Ehemann von allen nicht alle Unterlagen dabei hatten – ich hatte auch nicht damit gerechnet, dass wir gleich beide antreten dürfen und vorige Woche nur meine Unterlagen ausgefüllt  und ausgedruckt (in der Hoffnung vielleicht gleich als Begleitperson mit geimpft werden zu können, aber das ist generell nicht möglich und so spontan war unser Drucker gestern Abend auch nicht bereit, die Unterlagen für den Liebsten auszudrucken).

In eigener Sache: Probleme mit dem WordPress-Editor

Eigentlich wollte ich einen neuen Blogeintrag schreiben und zum Spieleabend ein paar Fotos ergänzen. Ich muss allerdings sagen, ich stehe mit dem neuen WordPress-Editor echt auf Kriegsfuß. In der Vergangenheit hab ich meinen Text einfach hintereinander weg geschrieben, oft ein paar Bilder (von Flickr) und ein paar Links eingefügt und am Ende noch die Textfarbe angepasst, die standardmäßig im verwendeten Theme einfach zu hell ist.

Seit einiger Zeit hat WordPress den Standard-Editor geändert, der neue kann eigentlich viel mehr – dafür kann er aber die Sachen nicht mehr, die ich bräuchte (bzw. er kann sie wahrscheinlich, aber ich hab noch nicht rausgefunden, wie):

Wenn ich ein Bild einfüge, dann landet das linksbündig im Blog statt zentriert und ist auch nicht in die Mitte zu bewegen. Wenn ich die Schriftfarbe ändere, ändert sie sich im ganzen Block (quasi ein Absatz) – ich schaffe es aber nicht, sie so zu ändern, dass die Links mit anderer Farbe sichtbar bleiben. Und dann kann ich mir die Links auch schenken, weil sie keiner findet.

Wordpress-Editor

Es nervt mich und verdirbt mir die Lust am Bloggen, weil es am Ende (nach oft stundenlangem Rumprobieren) doch nicht so aussieht, wie ich mir das vorstelle.

Spieleabend in Corona-Zeiten

Wir spielen gern: Brettspiele, Kartenspiele oder auch Computerspiele. Letztere sind (zumindest bei mir am PC) in den letzten Jahren sehr wenig geworden – dafür wird inzwischen auf dem Handy gespielt und seit Dezember 2020 sind wir nun bei Pokémon Go gelandet. Es ist lustig, wenn einem hier im Ort immer wieder Leute begegnen, die das auch spielen und mit denen wir sonst nie ins Gespräch gekommen wären. Dass uns die Nachbarn öfter mal fragen, ob sie uns den Weg nach Hause zeigen sollen, wenn wir mit dem Handy in der Hand an der Straße (am Pokéstop) stehen, ist dagegen eher peinlich. Angefangen haben wir es eigentlich, um Saskia etwas mehr vor die Tür zu locken – das klappt aber leider nur gelegentlich. Dafür spielen wir Erwachsenen nun täglich. Der beste Ehemann von allen hat gestern dann auch tatsächlich schon Level 40 erreicht (so ein Streber!), ich bin derzeit kurz vor 39.

Pokémon Go

Neben Spielen wie „Silver & Gold“ (unserem täglichen Spiel im ersten Lockdown), „Heckmeck am Bratwurmeck“, „Quixx“, „Uno Flip“ und „Die Quacksalber von Quedlinburg“, die man gut zu dritt spielen kann (wenn das Töchterlein mal Lust hat, was leider derzeit nur selten der Fall ist) oder Azul (was auch gut zu zweit funktioniert), haben wir ein paar Online-Spiele entdeckt, die erst mit mehreren Leuten richtig Spaß machen. „Gartic Phone“ haben wir jetzt mehrfach mit den Großeltern gespielt. Wir machen dazu eine Videositzung per Jitsi auf, so dass wir uns unterhalten können oder zumindest lachen hören und starten dann das Spiel. Gartic Phone ist Mischung aus „Stille Post“ und „Montagsmaler“ – der erste denkt sich einen Satz aus – der nächste malt ein Bild dazu – der nächste schreibt, was er auf dem Bild sieht – der nächste malt wieder – usw. usf. Mindestens 4 Leute sollten mitspielen, damit es wirklich Spaß macht. Die Bilder sind nicht unbedingt künstlerisch wertvoll, die Ergebnisse aber meist lustig. 

Präsident auf dem Mond

Ebenfalls lustig (und schon mehrfach mit dem Square-Dance-Club gespielt) ist Codenames. Hier sollten es mindestens 6 Spieler sein, die in zwei Teams gegeneinander antreten, um bestimmte Begriffe zu erraten. Auch hier starten wir zunächst eine Jitsi-Session und können uns so unterhalten (und wenn der Bildschirm groß genug ist auch sehen).

Am Wochenende haben wir dann Brettspiel und Online kombiniert und zu fünft „Die Siedler von Catan“ gespielt. Und auch hier nutzten wir Jitsi als Verbindung. Ich saß mit dem besten Ehemann von allen bei uns am Tisch vor einem Spielfeld und einem Laptop, unsere Freunde saßen zu dritt ebenfalls vor einem Spielfeld und einem Laptop (oder PC?) und nach anfänglichem „Erst-mal-zurechtfinden-müssen“ klappte das richtig gut. Wir haben auf beiden Tischen das Spielfeld gleich aufgebaut und alle Steine entsprechend gesetzt. Wenn Karten gezogen oder getauscht wurden, kamen die bei einem Spiel in die Bank und wurden im anderen Spiel aus der Bank genommen. Es hat viel Spaß gemacht und kann gern bei Gelegenheit wiederholt werden.

Die Siedler von Catan

Ein Jahr Pandemie

Vor einem Jahr machten wir eine Woche Urlaub auf Usedom. Wir waren im Hotel, genossen die Zeit und Corona war zwar schon Thema – beispielsweise als Desinfektionsmittelspender am Eingang zum Speisesaal aufgestellt wurden – aber alles erschien weit weg und nicht so dramatisch.

Am 13. März endete unser Urlaub und auf der Heimfahrt hörten wir im Radio, dass einige Bundesländer beschlossen hätten, die Schulen zu schließen. Ob das für Saskias Schule gelten würde, stand erst am Abend fest. Am nächsten Tag kam die Anfrage der Klassenlehrerin, ob ich als Elternvertreterin die Mail-Adressen der Eltern hätte und zur Verfügung stellen könnte. Die Schule durfte sie aus Datenschutzgründen nämlich bis dato nicht speichern. Wir stellten uns auf „erstmal zwei Wochen“ Distanzunterricht ein, aus denen mehrere Monate Distanz- später Wechselunterricht wurden. Es ließ sich für uns ganz gut organisieren, denn der beste Ehemann von allen ging zeitgleich ins Homeoffice. Da ist er bis heute – mit Ausnahme von etwa 6 Tagen, an denen er im vergangenen Jahr mal ins Büro musste.

Ich bin ja bekanntlich systemrelevant und arbeite seit einem Jahr im Wechsel eine Woche im Büro und eine Woche im Homeoffice. Im Sommer / Herbst (zwischen Juni und Oktober) gab es eine Phase, in der meine gesamte Gruppe wieder vor Ort im Büro war, seit November haben wir wieder das Wechselmodell. Das läuft recht gut so und ich bin sehr dafür, dass in geringerem Umfang auch nach Pandemieende beizubehalten.

Anstrengend ist, dass wir uns, wenn wir alle daheim sind, kaum aus dem Weg gehen können. In der Ausweichwohnung gab es ja gar kein Arbeitszimmer, nur unsere beiden Schreibtische mit den PCs, die wir zum Glück mitgenommen hatten und die im Wohnzimmer standen. (Und ich bin froh, dass wir beide technikaffin und deshalb recht gut ausgestattet sind.) Seitdem wir wieder im Haus wohnen, haben wir zwar ein kleines Arbeitszimmer, das war aber nie dafür gedacht, dass zwei Leute gleichzeitig jeden Tag dort arbeiten. Die Schreibtische stehen nebeneinander, unter jedem Schreibtisch steht ein PC, auf jedem Schreibtisch inzwischen zwei Monitore, daneben noch ein Drucker / Scanner und ein schmaler Schrank und damit ist das Zimmer auch rappelvoll. Wenn nun einer der Erwachsenen nahezu den ganzen Arbeitstag ein Headset trägt und auch immer wieder lautstark mit Kollegen diskutiert, ist das für die andere etwas anstrengend.

Immerhin hat Saskia die Möglichkeit, einen großen Teil ihrer (Schul-)Arbeit in ihrem Zimmer zu machen. Das läuft zu einem großen Teil mit Arbeitsblättern, die wir ausdrucken und inzwischen mehrmals pro Woche mit Video-Unterrricht. Damit sie da sinnvoll teilnehmen kann, hat sie inzwischen meinen (von mir kaum noch genutzten) Laptop im Einsatz, der leider nur mit Zoom, nicht aber mit Jitsi klar kommt. Warum auch immer. Da wiederum eine Lehrerin lieber Jitsi als Zoom nutzt, bedeutet das, dass Saskia in „Jitsi-Stunden“ meinen PC nutzt und ich (falls ich an dem Tag ebenfalls von daheim arbeite) an den Dienstlaptop umziehe.

Glücklicherweise haben wir einen recht schnellen und meist auch funktionierenden Internetzugang, so dass auch gleichzeitige Videokonferenzen möglich sind. Ist ja auch nicht selbstverständlich.

Nach zwei Wochen Ferien (von denen wir diesmal eine Woche in der Region mit Ausflügen verbrachten und in der zweiten Woche den Teenie weitgehend sich selbst überließen, während wir Eltern unserem Homeoffice-Hobby nachgingen) hätte ab heute die Möglichkeit bestanden, dass Saskia wieder am Unterricht in der Schule teilnimmt. Bei steigenden Inzidenzwerten und durch Virus-Mutationen schwereren Verläufen gepaart mit „außer Stoßlüften haben wir kein Konzept für Schulen“, haben wir auf das Angebot verzichtet und bleiben (wie bereits seit 16. Dezember) bei Distanzunterricht. Ja, es wäre schön, auch mal wieder etwas Normalität zu haben, aber den aktuellen Lockerungsweg halte ich für einen Irrweg. Sinnvoller wäre meiner Meinung nach zwei – drei Wochen harter Lockdown und dann Lockerungen statt monatelangem Rumgeeier.

Ansonsten verbringen wir viel Zeit zu Hause, gehen jeden Tag mindestens einmal raus, haben unbekannte Ecken unserer Kleinstadt und seit Ende November auch noch „Pokémon go“ für uns entdeckt, sehen unsere Freunde fast nie, was sehr schade ist und versuchen, gesund zu bleiben und so wenig Risiken wie möglich einzugehen und fragen uns gerade, ob wir es wagen sollten, uns eine Ferienwohnung für die Sommerferien zu suchen, oder ob das eine eher Blöde Idee wäre. Freizeiten mit der Lebenshilfe sind zumindest im ersten Halbjahr bereits abgesagt. Tja.

Thüringer Klöße

Eigentlich suchte ich etwas ganz anderes und stieß bei der Suche auf den schon etwas älteren Artikel „Thüringer Klöße: Die Geschichte eines Scheiterns„, der mich sehr amüsierte. Hier im Norden sind Klöße ja eher nicht so populär, werden gern mal mit Knödeln verwechselt oder mit der Konsistenz von Tennisbällen serviert. Das ist gruselig und wird richtigen Klößen nicht gerecht.

Mit Thüringer Vorfahren und Verwandtschaft bin ich mit viel leckerem Kuchen und natürlich auch mit Thüringer Klößen aufgewachsen und liebe sie – auch wenn sie leider zu zeitintensiv sind, um sie öfter zu machen. (Ja, ja, selbst meine Verwandtschaft nutzt inzwischen Kloßteig aus dem Supermarkt, aber irgendwie … nee, das ist Blasphemie. Dann lieber nur zweimal im Jahr Klöße, dafür aber selbstgemacht. 😉 )

Wer sie also nachkochen möchte, dem verrate ich hier das Rezept, das in meiner Familie benutzt wird. Die Originalmengenangaben beginnen mit einem 5-Liter-Eimer Kartoffeln 😉 Ich rechne mit etwa 800g Kartoffeln pro Person, da werden alle satt und es bleiben noch ein bis zwei Klöße übrig, die man am nächsten Tag scheibchenweise in der Pfanne braten kann. (Lecker!)

Los gehts – ihr braucht:

  • Mehlig kochende Kartoffeln – ca. 800 g pro Person
  • ein paar Scheiben Weißbrot oder Brötchen
  • etwas Butter
  • Salz
  • eine große Metallschüssel
  • einen ordentlichen Quirl
  • einen Entsafter – zum Beispiel „Malina“

Brot oder Brötchen werden in kleine Würfel geschnitten und mit der Butter in der Pfanne geröstet und zur Seite gestellt.

Die Kartoffeln schälen und ein Drittel klein schneiden und ohne Salz kochen. Wenn sie gar sind, werden sie durch ein Sieb gedrückt oder mit dem Pürierstab zu einem relativ flüssigen Brei verarbeitet.

Die restlichen zwei Drittel der Kartoffeln reiben und auspressen. Das kann man sicherlich von Hand machen, in meiner Verwandtschaft macht das traditionell seit mindestens 50 Jahren ein Entsafter. Zu DDR-Zeiten hieß das Gerät „Malina“ – es gibt auch aktuelle Entsafter, die diesen Zweck erfüllen. Geeignet sind Geräte, die nicht den Trester (das sind die festen Bestandteile – hier also der Kartoffelrieb oder auch Kartoffelschab) auswerfen, sondern nur den Saft (also in dem Fall das Kartoffelwasser) ablaufen lassen und die festen Bestandteile richtig lange schleudern. Die Kartoffeln werden also in der Malina gerieben und so lange geschleudert, bis kein Wasser mehr aus dem Gerät kommt. Die geriebenen Kartoffeln sind dann richtig, richtig trocken und zerkrümeln in der Hand.

Über den fein zerkrümelten Kartoffelrieb wird nun nach und nach der wirklich kochend heiße Kartoffelbrei gegossen und zusammen mit etwas Salz kräftig untergerührt. Achtung: Das kann spritzen! Nicht gleich alles auf einmal zugeben, der Brei muss richtig heiß sein und „brühen“ – sich also richtig mit den rohen Kartoffeln verbinden. Es muss ein fester und glatter Teig entstehen, der sich gut von der Schüsselwand löst. Ist er zu trocken, kann man noch etwas Wasser (oder das ausgepresste Kartoffelwasser) hinzufügen. Aus diesem Teig werden nun Klöße geformt, in deren Mitte jeweils 3-5 Bröckelchen (also die gerösteten Brotstückchen) eingeknetet werden.

Die Klöße anschließend für ca. 15 bis 20 Minuten in heißes, aber gerade nicht mehr siedendes Wasser legen. Wenn sie oben schwimmen, sind sie gar.

Dazu gehört Fleisch mit viel Soße und Rotkraut.

Guten Appetit!

Mist, jetzt hab ich Appetit auf Klöße und keine da. 😉

Ansonsten gibt es nichts Neues hier. Wir arbeiten: Mann und Kind im Homeoffice und Distanzbeschulung, ich im Wechselmodell – eine Woche Büro, eine Woche Homeoffice. Es ist anstrengend, ich bin dauermüde und komme zu nichts.

Offiziell systemrelevant

Da die Corona-Infektionszahlen ja nach wie vor viel zu hoch sind, die Maßnahmen gerade verschärft werden und mein Arbeitsplatz so haarscharf auf dem 15 km-Luftlinie-Radius zu meinem Wohnort liegt, dass das (gerade mit Autokennzeichen aus einem anderen Kreis) vielleicht kritisch werden könnte, habe ich mir gerade mal bei der Chefin eine Bescheinigung geholt, dass meine Arbeit systemrelevant und das Unternehmen eine „Einrichtung der kritischen Infrastruktur“ ist. Schön. Hab ich doch gleich was fürs Handschuhfach.

Nächste Woche ist aber ohnehin erstmal wieder Homeoffice angesagt, das ist mir auch sehr recht.

Jahresrückblick 2020

Jahresende ist Rückblick-Zeit, da macht auch 2020 keine Ausnahme.

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

Tja. Wie war mein Jahr?

Neben Corona bestimmte bei uns das Dachthema das Leben. Positiv einerseits, denn die Dachdecker, Zimmerer und Tischler haben großartige Arbeit geleistet. Negativ andererseits, denn das Thema Baumangel, Klage, Lügen und viele, viele Kosten beschäftigt uns noch immer.

Wir wohnen wieder im eigenen Haus, das ist auf jeden Fall positiv. Wir sind alle gesund – das ist ja gerade 2020 nicht selbstverständlich.

Damit reicht es diesmal für eine 6.

Zugenommen oder abgenommen?

Ich musste gerade nachgucken – es sind immerhin 1,5 kg weniger als vor einem Jahr. Und immer noch viele, viele Kilo zuviel.

Haare länger oder kürzer?

Etwa gleich.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Ich trage keine Brille, stelle aber fest, dass die Schrift auf dem Fernseher irgendwie allmählich zu klein für mich wird. Und dass die Augen manchmal ganz schön lange brauchen, um sich darauf scharf zu stellen. Auch Bedienungsanleitungen u.ä. in „augenfreundlicher“ 2-Punkt-Schrift, werden inzwischen echt mühsam – das Einfädeln von Garn in Nähnadeln ebenfalls.

Mehr Kohle oder weniger?

Eindeutig weniger. „Zweitwohnung“, Gerichtskosten und reichlich Handwerkerkosten brachten das Konto zum ersten Mal seit vielen Jahren in Regionen, wo wir bei manchen Sachen sagen mussten: „Geht im Moment nicht.“ Normalerweise kommen wir mit zwei recht guten Gehältern und ohne allzu großen Luxus sehr gut mit unserem Geld aus, dieses Jahr wurden die Rücklagen von Monat zu Monat kleiner. Das war kein schönes Gefühl.

Mehr ausgegeben oder weniger?

Mehr. Der größte Batzen war natürlich das Dach und alles, was da dran hing. Und da hing einiges.

Mehr bewegt oder weniger?

Leider deutlich weniger. Bis Mitte März lief es ganz gut, dann kam der Lockdown und auch wenn ich im wochenweisen Wechsel ins Büro fuhr, geschah das in diesem Jahr meist mit dem Auto. Öffentliche Verkehrsmittel mit vielen Menschen (zum Teil ohne korrekt sitzende Masken) waren mir einfach zu unsicher. Wenn man aber bis in die Tiefgarage unterm Büro fährt, kommt wenig Bewegung zusammen.

Ich habe versucht, das zumindest zum Teil auszugleichen und so haben wir im Frühjahrs-Lockdown jeden Tag einen mehr oder weniger großen Spaziergang durch den Ort gemacht (und Straßen und Ecken kennengelernt, die uns nach den vergangenen 18 Jahren, die wir hier schon leben, noch völlig unbekannt waren).

Jetzt in der dunklen Jahreszeit fällt die Motivation dazu deutlich schwerer, so sind wir nun bei Pokémon Go gelandet, was zumindest mich und den besten Ehemann von allen jeden Tag mehrfach an die frische Luft treibt. Saskia hat leider nach 2 Tagen den Spaß daran verloren und muss täglich neu bequatscht werden, wenigstens mal für eine halbe Stunde raus zu gehen.

Die teuerste Anschaffung?

Ein neues Dach.

Die meiste Zeit verbracht mit?

Saskia und dem besten Ehemann von allen.

Vorherrschendes Gefühl 2020?

Die Menschheit ist echt zu blöd!
Masken tragen und Abstand halten kann doch eigentlich kein sooo großes Problem sein.

2020 zu ersten Mal getan?

  • Homeschooling und Homeoffice (mit der ganzen Familie in einem Raum)

2020 nach langer Zeit wieder getan?

  • Wände selbst tapeziert
  • Einen runden Geburtstag nicht gefeiert. 😉

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

  • Pubertäres Rumgemotze und Alles-Doof-Findende Teenies
  • Eine Pandemie
  • Homeschooling ohne Konzept und ohne sinnvolle Hard- und Software (bis heute)

Lieblingsblogs des Jahres?

Mehr oder weniger dieselben wie in den letzten Jahren:

Suomalainen Päiväkirja – Karens finnisches Tagebuch  – seit Jahren mein Lieblingsblog

Auch Frau Brüllen in der Schweiz, Frau Rabe in Norwegen und Pia lese ich seit Jahren.

Frau … ähh … Mutti bloggt momentan zwar nur sporadisch, aber wenn, dann lese ich es immer wieder gern. Und folge ihr ansonsten auf Instagram, um up-to-date zu bleiben 😉

Jule Stinkesocke bloggt über ihr Leben als „rollendes Querschnitzel“, seit einiger Zeit auch über das Leben mit Pflegetochter – und über viel zu gut funktionierende Idiotenmagnete.

Um (mangelnde) Inklusion geht es auch bei Kirsten mal 2 – Zwischen Inklusion und Nixklusion

Und natürlich gucke ich auch weiterhin regelmäßig in Oles Blog vorbei.

Fazit:

2020 war einerseits sehr anstrengend. Andererseits ist das Dach fertig, wir wohnen wieder im Haus, wir sind gesund (auch meine Mutti zum Glück wieder, nachdem sie im Sommer 2 Wochen im Krankenhaus verbracht hat) und auch unsere Freunde sind gesund.

Homeoffice ist anstrengend, wenn man entweder gar kein Arbeitszimmer hat (bis Juli) oder sich den kleinen Raum mit einem  dauervideokonferenzteilnehmenden Mann teilen und nebenbei auch noch Aufgaben für die Tochter zusammenstellen muss. Homeoffice spart andererseits 2 Stunden Fahrerei jeden Tag und insofern würde ich es gern auch nach der Pandemie an einzelnen Tagen beibehalten (idealerweise an Tagen, an denen ich das Arbeitszimmer dann für mich allein hätte).

Größter Wunsch fürs kommende Jahr?

Gesundheit. Dauerhafte Anfallsfreiheit und vielleicht endlich eine passende Therapie für Saskia, die ihr hilft, sich selbst weniger im Weg zu stehen.

Mehr Zeit mit Freunden.

Wieder mehr Normalität im Alltag – ohne Angst vor Ansteckung haben zu müssen. Veranstaltungen, Konzerte, Kino … (Aber das wird wohl noch lange dauern.)

Einen guten Abschluss des Gerichtsverfahrens in Sachen Dachschaden.

Und immer noch den Weltfrieden.

Ich wünsche uns allen ein gesundes neues Jahr!

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