Post vom Anwalt

Lange tat sich in Sachen Dach – abgesehen von einer Anwaltsrechnung – nichts. Vor anderthalb Wochen kündigte unser Anwalt dann an, mit der Gegenseite sprechen zu wollen, nachdem gegnerischer Anwalt und Dachdecker miteinander über unsere Anfrage bezüglich einer außergerichtlichen Einigung gesprochen hätten.

Gestern kam die Mail mit der Antwort der Gegenseite und wenn es nicht so absurd und irgendwie traurig wäre, würde ich mich totlachen.

Die wirtschaftliche Lage der Firma lässt also wenig finanziellen Spielraum, deshalb wolle man die von uns geforderten Kosten nicht zahlen, sondern lieber selbst tätig werden. (Das hatten wir bereits abgelehnt.)

Man könne unmittelbar mit dem Abriss beginnen und wäre vor Weihnachten(!) damit durch. Falls gewünscht könne man anschließend auch das Dach neu aufbauen – auch diese Arbeiten könnten bis zum 20.12. abgeschlossen sein.

What! The! Fuck!?

Das ist einfach auf so vielen Ebenen falsch!

Liebe Dachdecker,
wir haben euch monatelang aufgefodert, gebeten, angebettelt …, unser Dach in Ordnung zu bringen. Ihr habt es abgelehnt, behauptet, ihr wärt nicht die Verursacher des Schadens. Ihr habt uns verarscht und hängen lassen und tragt diesen Streit auf unsere Kosten und auf unserem Rücken aus. Ihr habt die Chance gehabt, selbst tätig zu werden. Immer und immer wieder haben wir es angeboten. Zuletzt am 4.9.2018 – als das Dach repariert werden sollte und ihr uns am Vortag einfach absagtet. Inzwischen ist das Vertrauen so nachhaltig zerstört, dass wir eher das Risiko in Kauf nehmen, auf unseren (inzwischen enormen) Kosten sitzen zu bleiben als euch nochmal aufs Dach zu lassen. Ehrlich: Die Sache ist durch, der Fisch ist geputzt.

Abgesehen davon: 2016 wolltet ihr im Sommer 2 bzw. 3 Wochen für den Dachbau brauchen und brauchtet wegen Regen, Krankheit und was weiß ich letztlich 3,5 Monate. Und jetzt wollt ihr es im Dezember in 2,5 Wochen schaffen?! Etwas mehr Realismus bitte!

Angenommen, wir ließen uns darauf ein, euch den Abriss machen zu lassen – welche Firma ließe sich wohl darauf ein, dann nur einen Teil der Arbeiten zu übernehmen – mit unübersehbaren Folgen für die Gewährleistung? Ist ja ohnehin nicht gerade so, dass die Firmen hier Schlange stehen und sich um den Auftrag reißen würden. Und dann wäre das Dach also abgerissen und offen? Mitten im Winter? Tolle Idee, muss ich schon zugeben. Das ist hier kein leerer Rohbau, wo es ruhig mal reinregnen kann. Wir wohnen zwar momentan woanders, aber unsere Sachen stehen zu einem großen Teil im Haus. Und auch Schränke, Fußböden, Wände fänden das wohl nicht so toll. Ach so, ihr würdet es auch wieder zumachen? Nein. Sorry, das Vertrauen, euch diesen Auftrag zu geben, haben wir nicht mehr.

Ihr hättet uns (und euch) diesen ganzen Mist ersparen können, wenn ihr vor anderthalb Jahren zu euren Fehlern gestanden und den Quatsch in Ordnung gebracht hättet. Das habt ihr immer wieder abgelehnt und uns erzählen wollen, da sei kein Schaden und schon gar kein von euch verursachter. Nachdem der Richter bei der Gutachteranhörung nun recht deutlich sagte, was er davon hält und ihr nun wohl das Risiko erkannt habt, dass ihr irgendwann womöglich tatsächlich für den Schaden aufkommen müsst, zieht ihr plötzlich den Schwanz ein und fangt an zu jammern, dass ihr kein Geld habt? Schlechter Stil, ehrlich. Und nicht überzeugend.

Falls es der Firma (trotz aktueller Auftragslage im Baubereich!) tatsächlich wirtschaftlich so schlecht geht, dass ihr nicht in der Lage seid, für den angerichteten Schaden aufzukommen, wären wir ja doppelt schlecht beraten, euch das Dach bauen zu lassen. Denn wer weiß, wie lange es die Firma dann überhaupt noch gibt und wer haftet dann bei Problemen? Und wird der Bau dann überhaupt ordnungsgemäß beendet? Und was ist, wenn (wieder) schlecht gearbeitet wird? Wir haben ja keinerlei Druckmittel – die Rechnung wurde vor Jahren bezahlt, die können wir nicht kürzen.

Wir werden also jetzt tatsächlich etwas tun müssen, was wir nie tun wollten: Schadenersatzklage einreichen.

Ein ganz besonderes Kind

Zum ersten Mal seit 14 Jahren habe ich in diesem Jahr meinen Geburtstag ohne meine Tochter gefeiert, denn sie war zu der Zeit in einer Klinik. Nichts Akutes, ein geplanter Aufenthalt für 10 Tage und zum ersten Mal ohne Eltern in einer Klinik. Das war einerseits seltsam, andererseits fährt Saskia ja auch ohne Probleme (und ohne Eltern) regelmäßig auf Kurzzeitpflege-Freizeiten und vielleicht wäre es für das Ziel des Aufenthaltes ja sogar besser, wenn die Eltern nicht helikopternderweise dabei sind und sich der Teenie lieber an den etwa gleichaltrigen MitpatientInnen orientieren kann als an Papa und Mama zu kleben, dachten wir uns.

Letztlich war es die richtige Entscheidung. Saskia teilte sich (auf eigenen Wunsch) ein recht kleines Zimmer mit zwei weiteren Mädels und die drei waren schnell ein eingeschworenes Team. Wir Eltern nutzten das Angebot der Klinik, eine Gästewohnung auf dem Gelände zu mieten und konnten so an den ersten Tagen in der Nähe (etwa 100m Luftlinie) sein und ein paar Gespräche mit Ärzten, Psychologin und Pflegepersonal führen, bevor wir nach Hause fuhren und Saskia für die restliche Zeit in fremder Obhut ließen.

Wir hatten nach den ersten Tagen dort einen sehr positiven Eindruck von der Einrichtung, der sich auch bei den Arztgesprächen am letzten Tag bestätigte. Man nahm uns Eltern ernst, hörte zu, sprach offenbar im Team tatsächlich auch miteinander, so dass wir nicht alles x mal erzählen mussten und stellte sinnvolle Fragen zu den vorher eingereichten zahlreichen Arztbriefen. Auch der Umgang mit den Patienten war toll: Am Wochenende waren beispielsweise nur die 3 Mädchen aus Saskias Zimmer auf der Station, zwei andere Kinder waren schon morgens von den Eltern abgeholt worden. Als wir kamen, zum Saskia zu einem Ausflug abzuholen, saßen Saskia und ihre Zimmergenossinnen gemeinsam mit zwei ÄrztInnen und zwei PflegerInnen im Aufenthaltsraum um einen recht kleinen Tisch, unterhielten sich fröhlich und frühstückten gemeinsam. Sah sehr gemütlich und familiär aus.

Sinn der Aktion war es, ein paar psychologischen Besonderheiten unserer Tochter auf die Spur zu kommen und vielleicht ein paar Ansätze für den Alltag zu finden. Wir leben hier im Moment mit einer Epilepsie, die relativ wenig Probleme macht (außer, dass sie leider überhaupt wieder aktiv ist), aber auch mit einer Mischung aus Mutismus, irgendwas aus dem Bereich Autismus, irgendwelchen Ängsten oder mangelndem Selbstvertrauen, Verweigerung und Pubertät. Das ist … ähmm … anstrengend. Und ermüdend.

Der Versuch, hier vor Ort psychologische Hilfe zu bekommen, scheiterte zunächst an der Aussage, bei Intelligenzminderung sei Psychotherapie nicht sinnvoll (bzw. nicht möglich) und schließlich an zu wenig freien Terminen bei der einzigen Psychologin, die bereit war, auch mit einem behinderten Kind zu arbeiten. Sie meinte, mit einer Stunde pro Woche (die sie auch nicht hätte) kämen wir nicht weiter, wir sollten es doch mal mit einer stationären Reha probieren. Der Aufenthalt in der Klinik war ein erster Schritt in diese Richtung.

Interessant war, dass Saskia in der Klinik von Anfang recht offen und zugänglich war – eigentlich untypisch für sie. Andererseits machte sie auch in der Klinik in bestimmten Situationen dicht – so sehr, dass niemand mehr an sie ran kam, konnte aber innerhalb von Sekunden zurück zum „Normalmodus“ wechseln, wenn die Situation sich änderte und man mit ihr beispielsweise Unsinn machte. So ließ sie 20 Minuten lang nicht zu, dass ihr VNS ausgelesen wird, unterhielt sich dann aber fröhlich mit den ÄrztInnen über Einhörner. Tja.

Die Psychologin konnte wohl einige Tests mit Saskia machen, in denen sie auch richtig gut war. Andere verweigerte sie völlig. Ein klares Bild ergä sich so nicht, meinte die Psychologin. Saskia falle durch alle Raster. Wir hätten da tatsächlich ein ganz besonderes Kind (das wussten wir natürlich schon 😉 ). Für den Förderschwerpunkt „GE“ (Geistige Entwicklung) sei sie aber auf jeden Fall zu fit, das sollten wir auf „L“ (Lernen) ändern lassen. Mal sehen, was die zuständigen Ämter dazu sagen…

30 Jahre Mauerfall

Im Herbst 1989 war ich (gerade noch) 18 Jahre alt, im dritten Lehrjahr meiner Berufsausbildung mit Abitur, lebte in Leipzig und war in der Jungen Gemeinde meiner Kirchgemeinde und im Jugendkonvent der Stadt aktiv. Wir hatten im vergangen Jahr einen ökumenischen Jugendtag zum Thema „Türen in die Mauern der Resignation“ organisiert, gingen Montag Nachmittag immer mal wieder zum Friedensgebet in die Nikolaikirche und hatten gerade eine Radtour durch Ungarn gemacht – 7 Leute alle aus der eher alternativen Ecke radeln auf Fahrrädern ohne Gangschaltung oder sonstige Extras 500 km durch Ungarn. Das hatte schon was. Für den „besonderen Kick“ wurde uns dann in der ersten Nacht auf dem Campingplatz ein Fahrrad geklaut und über ein paar Ecken, weil die Übersetzerin bei der Polizei („Bicycle zapp­za­rapp“) jemanden kannte, der jemanden kannte … konnten wir uns schließlich beim Pfarrer ein Fahrrad leihen, so dass wir unsere geplante Tour überhaupt durchführen konnten. Weil wir das Rad auch zurückbringen mussten, wurde aus der geplanten Tour von Mezőkövesd nach Budapest schließlich eine Rundtour und wir fuhren mit dem Zug nach Budapest, von wo auch der Zug nach Hause startete.

Während der Fahrt begegneten uns immer mal deutschsprachige Zeitungen, die in großen Schlagzeilen von Menschen berichteten, die über Ungarn in „den Westen“ ausreisten. Denn Ungarn hatte die Grenzen geöffnet. Wir fanden das zwar interessant, aber tatsächlich hatte keiner von uns das Bedürfnis, am Ende der Tour statt nach Leipzig in eine andere Richtung zu reisen. Was sollten wir denn da? Klar, mal Urlaub machen und alles ansehen – Okay. Aber abhauen und Freunde und Familie dann vielleicht jahr(zehnt)elang nicht wiedersehen? Das schien irgendwie keine gute Wahl zu sein.

Also ging es Ende August 1989 wieder zurück nach Leipzig, montags in die Nikolaikirche und in die Innenstadt, etwas später dann anschließend auf den Ring. Immer mit etwas Angst im Nacken, weil man meist 1-2 Tage später erfuhr, wer am Montag wieder „zugeführt“ worden war. Das waren Menschen aus dem eigenen Umfeld, die lediglich laut ihre Meinung gesagt hatten. Durch die Innenstadt zu laufen, an Polizisten vorbei, war schon beängstigend, weil man nie wusste, ob die Stimmung nicht irgendwann kippt. Letztendlich blieb alles friedlich und ab Anfang Oktober waren es dann so viele Menschen und die internationale Aufmerksamkeit so groß, dass man sich in der Menge schon wieder sicher fühlte. Ab dem Zeitpunkt wurden dann auch die Stimmen lauter, die nicht mehr „WIR sind das Volk!“, sondern „Wir sind EIN Volk!“ riefen. Eine Meinung, die ich nicht teilte. Wie viele andere wollte ich eher Reformen im eigenen Land statt den Anschluss an ein anderes (mir doch sehr fremdes) Land.

Dass Herr Schabowski am 9. November aus Versehen die Grenze öffnete, habe ich an dem Abend nicht mitbekommen. Am nächsten Tag war es natürlich überall Thema und so holte ich mir brav meinen Stempel „Visum zur Ausreise – [ ] einmalig [x] mehrmalig gültig“ und fuhr am Wochenende mit meinem damaligen Freund mit der Bahn nach Berlin, die andere Seite der Stadt angucken.

Und weil es gerade tausende Fotos von Trabis gibt, die über die Grenze fahren und von Menschen, die auf der Mauer sitzen oder stehen, gibt es von mir ein paar Impressionen von der Radtour aus dem Sommer 1989. (Meine Güte, waren die Fotos schlecht und farbstichig. Das ist ist schon die optimierte Variante – in meinem Fotoalbum ist alles rot!)

Los geht's

Höchster Punkt der Tour an der Strecke nach Aggtelek

Belapatfalva

Eger

Vasarely-Museum Budapest

Karte der Tour

Ansprüche

„Die Antragsteller haben Anspruch auf ein funktionierendes Dach.“

Das war die wesentliche Aussage des Richters bei der Anhörung des Gutachters vergangene Woche. Nachdem wir gegen die Verschiebung des Termins heftig protestiert hatten, hatte das Gericht beim gegnerischen Anwalt nach dem Grund für den Verschiebungswunsch gefragt und zur Antwort erhalten, das andere Verfahren laufe seit 6 Jahren (sic!) und man wolle es endlich zum Abschluss bringen. Daraufhin wurde über Termin verschoben – von 11 auf 14 Uhr.

Wir hatten vorher mit unserem Anwalt besprochen, wie es ungefähr ablaufen würde – schließlich waren wir noch nie bei einem Gerichtstermin – und hatten außer „Meist dauert es 1-2 Stunden, manchmal auch deutlich länger, je nachdem wie viele Fragen gestellt werden und wie klar die Antworten sind.“ und „Meist ist das Beweisverfahren damit abgeschlossen.“ noch erfahren, dass wir theoretisch die Möglichkeit hätten, uns bei bzw. nach diesem Termin mit der Gegenseite außergerichtlich zu einigen.

Der Termin selbst lief recht gut, denke ich. Außer dem besten Ehemann von allen, mir und unserem Anwalt waren der Gutachter, der gegnerische Anwalt und der Dachdecker-Chef anwesend und natürlich der Richter (damit war der kleine Gerichtssaal dann auch gut gefüllt).

Wir hatten unsere Fragen ja vorher eingereicht und der Richter ging diese nun Stück für Stück durch. Zwischendurch Rückfragen von uns oder unserem Anwalt an den Gutachter, dann kam die Frage, ob der Richter das jetzt so und so richtig verstanden hätte und er griff zum Diktiergerät und fasste alles zusammen oder er diktierte erst und ließ es sich hinterher bestätigen. Im Zweifel spulte er ein Stück zurück und formulierte den Satz neu. Nächste Frage und so weiter.

Von der Gegenseite kam recht wenig. Der Dachdecker wirkte etwas unglücklich mit der Situation, der Anwalt kam lediglich mit dem Spruch, dass ja gar nicht bewiesen sei, wie das Wasser ins Dach käme. Hatte aber auch keine Idee, wie man das mit vertretbarem Aufwand eindeutig bewiesen könne und immerhin „sei ja Wasser im Dach, das da nicht hingehört“ stellte der Richter fest. Der Anwalt kam wieder mit der nicht eindeutig festgestellten Ursache. Darauf der Richter: „Wir müssen unterscheiden zwischen einem Mangel und einer Mangelursache. Die Ursache ist unklar, aber der Mangel ist unbestreitbar da und die Antragsteller haben einen Anspruch auf ein mangelfreies Dach.“

Danke, dass das mal jemand so klar sagt! Um 14:56 Uhr sprach der Richter seinen Schlusssatz ins Diktiergerät und die Anhörung war beendet.

Der Dachdecker und der Anwalt der Gegenseite verschwanden derart blitzartig, dass sich wohl keine außergerichtliche Einigung anbahnt. Nichtmal ein paar unverbindliche Floskeln unter Anwaltskollegen gab es. Kein „wir setzen uns zum Gespräch zusammen“ o.ä. Damit bleibt uns nun wohl wirklich nur der Klageweg, um unseren Anspruch auch durchzusetzen. Schade eigentlich, aber das ziehen wir nun auch noch durch.

Vorerst sind wir auf der Suche nach einem Architekten oder Bauingenieur, der die Planung und Bauleitung für die Sanierung übernimmt. Und ich habe keine Ahnung, wo wir jemanden finden, der sich mit Flachdächern gut auskennt und das machen würde.

Die gute Nachricht ist nämlich: Die Beweisaufnahme ist abgeschlossen! Der Gutachter muss nicht noch mal aufs Dach. Wir können also endlich mit der Reparatur beginnen. Halleluja!

Das kann doch nicht wahr sein!

Ende Juni erhielten wir ein Schreiben vom Landgericht, das den Termin für die Anhörung des Gutachters auf Mitte Oktober festsetzt. Unsere Pläne für die Herbstferien mussten wir deshalb ändern, aber was tut man nicht alles, wenn sich mal irgendetwas tut?

Ansonsten tat sich nämlich mal wieder monatelang gar nichts. Wir haben es vor knapp zwei Wochen dann endlich mal geschafft, unseren Anwalt zu erreichen. Er hat dann auch endlich das (schon seit Juni gewünschte) Schreiben an die Gegenseite fertig gemacht und versendet und heute kam die Antwort vom gegnerischen Anwalt – dass es bei ihm an dem am 7. Juni (!!) vom Landgericht festgesetzten Termin zu einer Überschneidung mit einem anderen Termin käme und er deshalb eine Verschiebung des Termins beantragen würde. Und vor dem Termin wolle er sich nicht zur Sache äußern.

Das. Ist. Doch. Wohl. Nicht. Sein. Ernst?! Der Typ hat drei Monate Zeit und tut nichts und dann fällt ihm ein, dass der Termin nicht passt? WTF? Das Gericht hat schon bei der Berufung des Gutachters (im Dezember 2018!) darauf hingewiesen, dass der Fall eilbedürftig ist und ein Dreivierteljahr später sind wir keinen Millimeter weiter?

Gibt es da keine Fristen, innerhalb derer er das sagen muss? Kann er nicht den anderen Termin verlegen (falls er den vorher wirklich noch nicht kannte, haben wir doch ältere Rechte, oder)? Ich werde das Gefühl nicht los, dass hier wieder einmal auf Zeit gespielt wird.

Unser Anwalt ist übrigens im Urlaub. Der sei ihm gegönnt. Aber zum x-ten mal in diesem Jahr ist er deshalb nicht erreichbar und allmählich beschleicht uns der Eindruck, dass er unseren Fall nicht mit ganz so viel Enthusiasmus verfolgt, wie wir uns wünschen würden. (Aber das täuscht sicher.)

14 Jahr – kurzes Haar …

Geburtstagsticker

Wieder ein Geburtstag überstanden. Leider brachte Saskia drei Tage vor ihrem Geburtstag irgendeinen fiesen Virus aus der Schule mit und begann am Samstag heftig und häufig zu niesen. Am Sonntag lag sie dann flach. Am Nachmittag ging es ihr besser und so weckten wir sie am Montag Morgen, um festzustellen, dass sie an diesem Tag wohl lieber nicht in die Schule geht. Also Busfahrer, Schule und Chef benachrichtigt und dann gaaanz viel Zeit zum Geschenke-Auspacken gehabt. Einen Kurz-Besuch in der Schule gab es (auf ausdrücklichen Wunsch des Geburtstagskindes) dann auch noch, denn an diesem Tag fand eine Veranstaltung statt, die Saskia gern sehen wollte. Bei der Gelegenheit erfuhr ich von ihrer Klassenlehrerin dann auch, dass in der Vorwoche einige Schüler krank waren.

Ansonsten verbrachten wir den Tag ruhig daheim, am Nachmittag kam die Oma dazu und als der beste Ehemann von allen wieder zurück war, gab’s dann noch Kaffee und Kuchen. Das war’s dann auch. Am nächsten Tag gingen dann auch alle brav in die Schule bzw. zur Arbeit … um am Abend festzustellen, dass das eine blöde Idee war. In meinem Hals kratzte es gewaltig und auch Saskia hustete und prustete heftig vor sich hin. Also lagen wir am Mittwoch alle drei krank und geschafft auf dem Sofa. Und am Donnerstag und Freitag auch gleich. Dieser Infekt hatte es echt in sich – ich habe auch in dieser Woche noch etwas davon und bin erst seit gestern wieder arbeitsfähig.

Kuchen von außen

Kuchen von innen

Immerhin waren wir dann am Samstag alle fit genug für Saskias Geburtstagsfeier. Außer bunten Selterskuchen (ausdrücklich gewünscht vom Geburtstags-Teenie) war nichts vorzubereiten, denn wir feierten im Drachenlabyrinth und konnten die Teenies weitgehend sich selbst und den anwesenden Elfen, Monstern und Drachen überlassen. Sehr angenehm. (Obwohl mir nach 3 Stunden doch ganz schön die Ohren klingelten. Ruhig gehen solche Schlachten irgendwie nicht ab 😉 ) Am Ende gingen 3 KriegerInnen, eine Heilerin und 4 MagierInnen erschöpft und zufrieden nach Hause und wir beschlossen, demnächst in kleinerer Runde dort weiter zu spielen.

Gefährlich!

Ach ja – die in der Überschrift erwähnten kurzen Haare waren ein ausdrücklicher Wunsch von Saskia. Nachdem sie schon im vorigen Jahr irgendwann erwähnte, sie wolle kurze Haare (wie einer ihrer Schulfreunde – was mir dann allerdings etwas zu kurz war), war das Thema dann lange Zeit vom Tisch, bis es in diesem Sommer wieder aufkam. Eine Woche vor ihrem Geburtstag haben wir den Wunsch dann in die Tat umgesetzt und so sind die Haare jetzt etwa 35cm kürzer.

Vorher

Schnipp - Schnapp - Haare ab

Nachher

Zopf ... ohne Kopf ;)

Murphys Haus

Irgendwie ist in unserem Haus ja der Wurm drin. Also: Nicht im wörtlichen Sinne (hoffe ich), aber der Beziehungsstatus ist von Anfang an kompliziert. Erst bekamen wir das Haus für zuviel Geld vom Makler angeboten, dann kauften wir es für weniger Geld ohne Makler – mit dem Ergebnis, dass die Post vom Makler die erste war, die uns an der neuen Adresse erreichte, was viele Nerven und am Ende auch eine ganze Menge Geld kostete.

Dann regnete es rein, als wir 3 Tage nach Haus-Übergabe zum Renovieren kamen und wir mussten viel Geld ausgeben, um das Dach abzudichten. Und konnten die Vorbesitzer nicht haftbar machen, weil sie davon angeblich nichts wussten. (Wer’s glaubt!) Und weil der Makler dann plötzlich der Meinung war, er sei am Vertrag ja nicht beteiligt gewesen, weshalb sein Exposé („Dach vor 2 Jahren komplett erneuert“) nicht Bestandteil des Kaufvertrages sei. (Aber zum Courtage-Kassieren reichte die Beteiligung!)

Dann dauerte die Fassadendämmung viel länger als geplant (weil sich irgendwer bei einem quaderförmigen Haus mit der Menge der Dämmung verrechnet hatte), was letztlich dazu führte, dass es wieder einmal ins Dach regnete. Und dann nochmal, so dass wir letztlich das gesamte Dach erneuern mussten.

Natürlich dauerte auch diese Baustelle viel länger als geplant und das Ergebnis ist, dass wir nun schon seit einem halben Jahr nicht mehr im Haus wohnen können. (Und somit auch unsere neue Küche, die nach einem halben Jahr endlich fertig war, gar nicht nutzen können.)

Da passt es ins Bild, dass der Schaden auch nicht mal eben behoben wird. Wäre ja sonst langweilig. Stattdessen zahlen wir Anwaltskosten, Gutachterkosten, zusätzlich 1000€ Miete jeden Monat und sehen dem Dach beim Vergammeln zu.

Mitte Juni haben wir auf eigene Kosten die nasse Dämmung über dem Schlafzimmer komplett entfernen lassen – Dämmung, Dampfsperre, Paneele … alles weg und nun freier Blick auf die Schalung. Seitdem tropft es an mindestens 5 Stellen nahezu ohne zeitliche Verzögerung ins Zimmer, wenn es regnet. (Wie war das mit dem „Kondenswasser“?)

Ende Juni haben wir einen Termin beim Landgericht bekommen – für Mitte Oktober (!) – zur Gutachterbefragung. Das heißt, bis dahin geschieht ohnehin nichts, was Beweise zerstören würde. Und danach machen wir das Dach dieses Jahr ganz gewiss nicht mehr auf. Mal abgesehen davon, dass die Dachdecker ja auch nicht gerade Schlange stehen, um diesen Auftrag zu bekommen. Vermutlich wird der Gutachter zu der Erkenntnis kommen, dass er einen weiteren Ortstermin benötigt, um die Fragen beantworten zu können. Und selbst wenn nicht, wäre dann höchstens dass Beweissicherungsverfahren abgeschlossen – Geld haben wir davon noch lange nicht.

Ein weiteres Angebot haben wir auch nicht. Alles zieht sich endlos … und wir gehen auf dem Zahnfleisch.